Muss monatelang pausieren: BVB-Mittelfeldspieler Axel Witsel. © imago / Christian Schroedter
Borussia Dortmund

Der Witsel-Schock und die Folgen: Diese Alternativen bieten sich dem BVB

Axel Witsel wird Borussia Dortmund bis zum Saisonende fehlen. Seine Mitspieler reagieren geschockt und anteilnehmend. Diese Alternativen bieten sich dem BVB.

Borussia Dortmund muss für den Rest der Saison auf Axel Witsel (31) verzichten. Beim Mittelfeldspieler riss im Spiel bei RB Leipzig (3:1) die Achillessehne, eine der schlimmsten Fußballerverletzungen überhaupt. Die ersten Befürchtungen vom Samstagabend bestätigten sich nach eingehenden Untersuchungen im Dortmunder Klinikum Westfalen am Sonntagmittag. „Die gesamte BVB-Familie drückt Axel Witsel die Daumen für eine möglichst rasche Genesung“, schrieb der Klub.

Eine knappe halbe Stunde war gespielt in Leipzig, als Witsel nach einem Angriff der Dortmunder bei einer Drehbewegung ohne Gegnereinwirkung mit den Stollen im Rasen hängenblieb und fiel. Der Belgier schaute irritiert und fühlte wohl gleich, dass es ihn übel erwischt hatte. Von zwei Physiotherapeuten gestützt, humpelte er in die Kabine, die guten Wünsche vom Spielfeldrand erfüllten sich nicht. Für den Mittelfeldmann, einen der Dortmunder Vielspieler, ist es die erste schlimme Verletzung in seiner langen Karriere.

BVB-Spieler Axel Witsel wird in Belgien operiert

Bereits am Montag wurde Witsel in Belgien vom Arzt der Nationalmannschaft, Dr. Geert Declercq, operiert. Dabei wurden die zerrupften Fasern der Achillessehne abgetrennt und die Sehne geflickt. Die durchschnittliche Ausfallzeit wird, je nach Heilungsverlauf und ohne die potenziellen Rückschläge in der Reha einzurechnen, mit vier bis sieben Monaten angegeben.

Noch besteht für Witsel also die kleine Chance auf die EM 2021, bei der die „Roten Teufel“ vom 11. Juni an als WM-Dritter und Weltranglistenerster zu den Favoriten gehören. Nationaltrainer Roberto Martinez schickte umgehend Genesungswünsche: „Dortmund hat schnell und gut gehandelt. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass Axel wieder fit wird. Im Moment sollten wir nicht darüber nachdenken, ob er es zur Europameisterschaft schaffen wird, aber wir sollten die richtigen Schritte unternehmen. Wir werden bis zur letzten Sekunde warten“, erklärte Martinez.

BVB-Stürmer Erling Haaland widmet Axel Witsel seine beiden Tore

Im BVB-Trikot allerdings, diese niederschmetternde Diagnose musste Witsel zwei Tage vor seinem 32. Geburtstag am Dienstag verkraften, wird man ihn in dieser Spielzeit nicht mehr auf dem Rasen sehen. Er werde zurückkommen, teilte er bloß mit.

Seine Mitspieler reagierten geschockt und anteilnehmend. „Wir haben für Axel Witsel gespielt, ich wünsche ihm gute Besserung“, sagte Doppeltorschütze Erling Haaland in Leipzig. Bei seinem zweiten Treffer kreuzte er die Unterarme und spreizte die Finger auseinander, wie es auch Witsel bei seinem „Vogel-Jubel“ zu tun pflegt.

Emre Can macht für den BVB in Leipzig „ein super Spiel“

Witsel galt unter Trainer Lucien Favre als Idealbesetzung für den Dortmunder Ballbesitzfußball. Auch unter dem neuen Trainer Edin Terzic spielte der ballsichere und pressingresistente Belgier immer, galt als gesetzt, aber nicht mehr als unersetzlich. Es mehrte sich die Kritik an seinem Spielstil mit zu wenig Tempo und Dynamik, begrenzter Aggressivität und überwiegend Sicherheitspässen.

Im defensiven Mittelfeld stehen Terzic nach dem Ausfall von Witsel noch Thomas Delaney, Emre Can, Mahmoud Dahoud, Julian Brandt und Jude Bellingham zur Verfügung. Am Samstag sprang kurzfristig Can ein und machte „ein super Spiel“, wie Terzic betonte. „Er hat sich nahtlos eingefügt.“

Der deutsche Nationalspieler gilt als erste Alternative zu Witsel, der nach Mats Hummels, Manuel Akanji und Giovanni Reyna bis dato die meisten Spielminuten aufweist. Can passt wie auch Jude Bellingham, der nach seiner Fußverletzung in dieser Woche wieder ins Training einsteigen soll, von seinem Profil fast noch besser zum neuen BVB-Stil, der Kampf als Vorbedingung für Spielkunst voranstellt. Can und Bellingham haben wesentlich mehr Vorwärtsdrang als Witsel und dürfen sich vermehrt Spielzeit ausrechnen.

Mahmoud Dahoud fehlt gegen Leipzig im BVB-Kader

Für unzufriedene oder womöglich wechselwillige Spieler wie Julian Brandt oder Mahmoud Dahoud, der am Wochenende nicht einmal im 20-Mann-Kader stand, ist die Aussicht auf einen Transfer in diesem Winter trotz der immer noch soliden Personalsituation wohl gesunken. Als Sechser/Achter könnten sie häufiger und länger auf dem Rasen stehen als bislang.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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