Borussia Dortmund

Der BVB und seine Last-Minute-Deals: Vom Transfer-Flop bis zum Superstar

Der BVB hat in den vergangenen zehn Jahren sechs Spieler am letzten Tag der Transferperiode verpflichtet. Darunter ein absoluter Transferflop, ein Publikumsliebling und ein Superstar.
Erst am letzten Tag des Transferfensters unterschrieb Shinji Kagawa seinen Vertrag beim BVB. © BVB

Bis 18 Uhr heute Abend ist das Transferfenster noch geöffnet. Die Frage ist: Tütet der BVB auf den letzten Drücker noch einen Neuzugang ein? In den vergangenen zehn Jahren hat Borussia Dortmund sechs Spieler am letzten Tag des Transferfensters verpflichtet. Unter ihnen gab es einen absoluten Transferflop. Aber auch Spieler, die komplett eingeschlagen haben. Und einen absoluten Superstar. Unser Überblick:

31.01.2014: Milos Jojic (FK Partizan Belgrad)

Milos Jojic war gerade in der ersten Liga seines Heimatlandes Serbien zum Spieler der Hinrunde (15 Spiele, 6 Tore, 7 Vorlagen) gewählt worden, als Borussia Dortmund den 21-Jährigen am letzten Tag der Wintertransferperiode als Neuzugang präsentierte. Mit der Verpflichtung des serbischen Nationalspielers reagierte der BVB auf die schwere Verletzung von Jakub Blaszczykowski.

Nach nur 17,84 Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte Milos Jojic sein erstes Tor für den BVB. © dpa © dpa

In seinem Bundesligadebüt für Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt erzielte er nur 17,84 Sekunden nach der Einwechslung seinen ersten Treffer für den BVB. Er kam in der Rückrunde in zehn Spielen zum Einsatz und erzielte dabei vier Tore. In der darauffolgenden Saison lief es für Jojic aber nicht mehr. Nach nur anderthalb Jahren und gerade einmal 29 Spielen verließ er den BVB schon wieder und wechselte zum 1. FC Köln. Mittlerweile spielt Jojic wieder in seiner Heimat bei Partizan Belgrad.

31.08.2014: Shinji Kagawa (Manchester United)

„Shinji Kagawa kehrt zu Borussia Dortmund zurück“, lautete die Meldung des BVB vom 31. Augst 2014. Der Japaner unterschrieb einen Vier-Jahresvertrag bei den Schwarzgelben. „Ich habe schon am Tag meines Abschieds in einem Interview gesagt, dass das Kapitel Borussia Dortmund für mich nicht abgeschlossen ist. Ich wollte mir in der Premier League einen Traum erfüllen. Jetzt bin ich einfach nur froh, wieder in Dortmund zu sein“, sagte Kagawa nach seiner Rückkehr aus Manchester.

Die Rückkehr des verlorenen Sohns: Am letzten Tag des Transferfensters holte der BVB Shinji Kagawa von Manchester United zurück. © dpa © dpa

An die glorreichen Zeiten, als der Japaner von 2010 bis 2012 das Trikot von Borussia Dortmund trug und mit dem BVB zweimal Deutscher Meister und einmal Pokalsieger wurde, konnte er zwar nicht ganz anknüpfen, dennoch war Kagawa auf Anhieb Stammspieler und feierte mit dem BVB einen weiteren Pokalsieg. Unter Lucien Favre spielte der quirlige Japaner dann aber zunehmend keine Rolle mehr. Er wechselte zunächst auf Leihbasis zu Besiktas Istanbul und schloss sich vor der Saison 2019/20 Real Saragossa an. Nachdem Kagawa einige Monate vereinslos war, kickt er seit Januar dieses Jahres für PAOK Saloniki.

31.08.2015: Adnan Januzaj (Leihe Manchester United)

Im letzten Moment der Sommer-Transferperiode wechselte Adnan Januzaj auf Leihbasis von Manchester United zu Borussia Dortmund. Es sollte allerdings nur ein kurzes Intermezzo werden. Nach nur einem halben Jahr einigten sich der BVB und Manchester United darauf, die Leihe des belgischen Nationalspielers vorzeitig zu beenden.

Adnan Januzaj und Borussia Dortmund: ein großes Missverständnis. © dpa © dpa

Der damals 20-Jährige kam bei Borussia Dortmund nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus und sammelte wettbewerbsübergreifend gerade einmal 518 Spielminuten, in denen er immerhin dreimal als Vorlagengeber in Erscheinung trat. Der „hochveranlagte und technisch versierte“ Janzuaj, wie Zorc ihn beschrieb, landete über Umwege 2017 bei Real Sociedad, wo er offensichtlich sein Glück gefunden hat.

31.08.2018: Michy Batshuayi (Leihe FC Chelsea)

Nur wenige Stunden nach dem Transfer von Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal präsentierte Borussia Dortmund einen Nachfolger: Michy Batshuayi. Der Belgier wechselte per Leihe vom englischen Topklub FC Chelsea zum BVB – allerdings ohne Kaufoption. In seinem ersten Spiel beim 3:2-Sieg gegen den 1.FC Köln erzielte der 24-Jährige gleich einen Doppelpack. Insgesamt traf er für den BVB in zehn Liga-Spielen sieben mal.

Michy Batshuayi erzielte für den BVB sieben Tore in zehn Bundesligaspielen. © dpa © dpa

Kurz vor Saisonende zog Batshuayi sich eine Verletzung im Sprunggelenk zu, ehe er zum FC Chelsea zurückkehrte. Dem Vernehmen nach hätte der BVB den Stürmer damals gerne fest verpflichtet, es kam jedoch zu keiner Einigung mit dem FC Chelsea, wo er bis heute nicht Fuß fassen konnte. Zunächst wurde er an den FC Valencia ausgeliehen, dann zweimal an den Ligakonkurrenten Chrystal Palace. In dieser Saison spielt er leihweise für Besiktas Istanbul. In der Champions League kommt es also zum Wiedersehen mit dem BVB.

31.08.2017: Jadon Sancho (Manchester City)

Im Transfersommer 2017 nahm Borussia Dortmund das von mehreren europäischen Spitzenklubs umworbene englische Top-Talent Jadon Sancho unter Vertrag. Der BVB einigte sich am letzten Tag der Transferperiode mit Manchester City über die Ablösemodalitäten. Sancho gehörte trotz seines jungen Alters direkt zum Profi-Kader. „Wir freuen uns sehr, dass Jadon Sancho, der zur Zeit eines der größten Talente im europäischen Fußball ist, unbedingt beim BVB spielen will und wird“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Mit 17 Jahren kam Jadon Sancho zum BVB und reifte dort zum Superstar. © dpa © dpa

Im Oktober 2017 debütierte Sancho unter Trainer Peter Bosz im Alter von 17 Jahren in der Bundesliga, im April 2018 erzielte er sein erstes Bundesligator. In der Saison 2018/19 wurde Sancho unter BVB-Cheftrainer Lucien Favre zum Stammspieler und reifte mit den Jahren zu einem Weltklasse-Spieler. Insgesamt 137 Mal trug er das Trikot von Borussia Dortmund und erzielte dabei 114 Scorerpunkte (50 Tore, 64 Vorlagen). Vor dieser Saison wechselte der Engländer für 85 Millionen Euro zu Manchester United.

31.01.2020: Emre Can (Leihe Juventus Turin)

Der letzte Last-Minute-Deal von Borussia Dortmund war die Verpflichtung des deutschen Nationalspielers Emre Can, der zunächst auf Leihbasis bis Ende der Saison vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin nach Dortmund wechselte. Schon bei Bekanntgabe des Transfers verwiesen die BVB-Verantwortlichen allerdings auf eine Kaufoption, die sie nur wenige Wochen nach Verpflichtung zogen und den 27-Jährigen somit fest verpflichteten.

Emre Can war der letzte Spieler, den der BVB am Deadline Day verpflichtete. © dpa © dpa

Der BVB holte Can vor allem wegen seiner Flexibilität und Mentalität, mit der er die Mannschaft mitreißen sollte. Vor allem zu Beginn ging der Plan auf, nach seiner Corona-Infektion fand der deutsche Nationalspieler allerdings nicht wieder ganz in die Spur. Can war oftmals ein Unsicherheitsfaktor im Spiel des BVB. Außerdem hatte er immer wieder mit kleineren Verletzungen zu kämpfen. Wie auch aktuell: Der 27-Jährige fehlt dem BVB wegen muskulärer Probleme mehrere Wochen.

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