Die erneute Champions-League-Qualifikation ist für den BVB in dieser Saison besonders wichtig. © imago
Borussia Dortmund

Der BVB kämpft um die Champions League: Platz fünf als Horrorszenario

Der BVB startet auf Bundesliga-Platz fünf ins Jahr 2021. Bleibt es dabei, verpasst die Borussia die Qualifikation für die Champions League. In Corona-Zeiten wäre das eine Katastrophe.

Das Zittern von Sinsheim gehört zu den gruseligeren Kapiteln aus der jüngeren Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund. Am 12. Mai 2018 musste der BVB, beim 1:3 bei der TSG Hoffenheim hoffnungslos unterlegen, auf fremde Hilfe setzen, um nicht am 34. Spieltag die Qualifikation für die Champions League zu verspielen. „So etwas“, seufzte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, dem bei der Erinnerung an die Herzschlag-Minuten noch heute der Schweiß auf die Stirn tritt, „so etwas möchte ich nie wieder erleben.“

Noch wichtiger als das Viertelfinale wäre für den BVB die erneute Qualifikation

Für den BVB müsste es, frei nach Erik Meijer, heißen: „Nichts ist scheißer als Platz fünf.“ Ohne die Geldquelle der Champions League gerät das Geschäftsmodell der Schwarzgelben ebenso ins Wanken wie ohne Zuschauer im Stadion oder ohne wiederholt hohe Transfererlöse. 70 bis 80 Millionen Euro Einnahmen generiert der BVB in dieser Spielzeit gesichert mit dem Einzug ins Achtelfinale. Jede weitere Spielrunde wäre nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus finanziellen Gründen sehr willkommen. Noch wichtiger als der Einzug ins Viertelfinale wäre allerdings die erneute Qualifikation. Und die hängt nach dem trübsinnigen Herbst-Blues am seidenen Faden.

Sonntags-Gegner VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) hat die Dortmunder in der Tabelle überholt, liegt zwei Zähler vor der Borussia. Der FC Bayern München (acht Punkte vor), Bayer Leverkusen und RB Leipzig (sechs Zähler weg) sind derzeit außer Reichweite. Mit den jüngsten Eindrücken im Hinterkopf müssen die BVB-Fans also eher gemeinsam mit den wirtschaftlich Verantwortlichen dafür beten, dass ihr Klub am Ende dieser Spielzeit mindestens auf Platz vier einläuft im Mai – in diesem Jahr wohl mehr denn je.

Defizit beim BVB bewegt sich Richtung 85 Millionen Euro

Denn die Einbußen durch die Covid-19-Pandemie haben allein im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Minus von 43 Millionen Euro geführt. Im ersten Quartal 2020/21 kamen weitere 35,8 Millionen Euro hinzu. Für die gesamte Saison kalkulierten Watzke und Co. mit 70 Millionen Euro Defizit, legten bei dieser Berechnung aber auch die Hoffnung zugrunde, ab Januar für eine begrenzte Zahl an Zuschauern die Tore öffnen zu dürfen. Daraus wird absehbar nichts. Der Verlust dürfte sich also eher in Richtung 85 Millionen Euro bewegen.

Zusätzlich schmerzlich: Ab Sommer 2021 greift der neue TV-Vertrag, durch den der BVB mit 13 Millionen Euro weniger aus der gemeinsamen Vermarktung der Deutschen Fußball Liga (DFL) auskommen muss.

Abstieg in die Europa League wäre ein Horrorszenario für den BVB

Verpassen die Borussen außerdem noch die Gelddruckmaschine Champions League, müsste zwangsläufig gehörig aufgeräumt werden im Lizenzspieler-Kader. Bei Klasse und Masse, aber auch bei den Gehältern. Die Profis spielen in den kommenden Wochen also nicht nur um die finanzielle Gesundheit ihres Arbeitgebers, sondern auch um ihre eigenen Interessen. Ein Abstieg in die Europa League wäre schwer zu verkraften und für die langfristige Entwicklung ein Horrorszenario.

Vor dem Start ins Jahr 2021 mit den Partien gegen die direkten Konkurrenten aus Wolfsburg, Leipzig, Leverkusen und Gladbach steht die Borussia also gewaltig unter Druck. Sportlich und wirtschaftlich.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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