33.000 Euro haben BVB-Dauerkarteninhaber in der vergangenen Saison an die BVB-Stiftung „leuchte auf“ gespendet. © imago/Jan Huebner
Borussia Dortmund

Dauerkarten-Inhaber spenden fünfstellige Summe an BVB-Stiftung

Borussia Dortmunds Dauerkarteninhaber konnten auf ihre Rückerstattung der Saison 19/20 verzichten und an die BVB-Stiftung spenden. Die hat die fünfstellige Summe mittlerweile investiert.

Die Corona-Pandemie hat große Fußballfeste mit Zuschauern seit dem vergangenen Frühjahr verhindert. Die letzten fünf Heimspiele der vergangenen Saison wurden deshalb ohne Zuschauer im Signal Iduna Park ausgetragen. 55.500 Dauerkarteninhaber hatten deshalb Anspruch auf eine anteilige Rückerstattung der bereits bezahlten Spiele.

Der BVB bot seinen Fans daraufhin vier Optionen an. Sie konnten sich das Geld komplett zurückzahlen lassen, als Guthaben für die nächste Dauerkarte gutschreiben lassen oder auf eine Rückerstattung verzichten. Wer sich für Letzteres entschied, konnte das entweder komplett zugunsten des BVB tun oder 19,09 Prozent des Betrags der Stiftung „leuchte auf“ zukommen lassen.

Dauerkarteninhaber spenden 33.000 Euro an BVB-Stiftung

Für diese letzte Option haben sich 1373 Personen, die teilweise mehrere Dauerkarten besitzen, entschieden – und damit knapp 33.000 Euro an die BVB-Stiftung gespendet. Das teilte der Verein auf Anfrage der Ruhr Nachrichten mit. Borussia Dortmund hat die Stiftung „leuchte auf“ 2012 mit dem Ziel gegründet, sein gesellschaftliches Engagement stärker zu bündeln. Mit den Spendengeldern unterstützt die Stiftung Projekte im Ruhrgebiet und vor allem in Dortmund. So fließt unter anderem Geld in das BVB-Lernzentrum im Stadion und in das Projekt Schwarzgelbe Familie, bei dem die ehrenamtliche Arbeit der BVB-Fanclubs gefördert wird.

Das gespendete Geld der Dauerkarteninhaber ist in den vergangenen Monaten in verschiedene Projekte in Dortmund geflossen. „Insgesamt hat die Stiftung mehr als 100.000 Euro an gemeinnützige Dortmunder Organisationen weitergeleitet“, sagt Stiftungsmanagerin Marieke Köhler.

Diese Projekte wurden unter anderem durch die Spenden der BVB-Dauerkarteninhaber unterstützt:

  • Die Obdachlosen-Initiative „Gasthaus statt Bank“ (25.000 Euro): Das Gasthaus in der Dortmunder Innenstadt ist ein Zufluchtsort für Obdachlose, Wohnungslose und Menschen, die an der Armutsgrenze leben. Sie können sich dort tagsüber aufhalten, erhalten bei Bedarf medizinische Versorgung und werden beraten. Das Gasthaus hat in den vergangenen Jahren Spenden aus dem BVB-Weihnachtssingen erhalten. Da die Veranstaltung im vergangenen Jahr ausgefallen ist, hat die BVB-Stiftung im Dezember 25.000 Euro an das Gasthaus gespendet. Zudem unterstütze der Verein die Initiative regelmäßig – zum Beispiel mit Wolldecken, Kleider- und Lebensmittelspenden, sagt Marieke Köhler. „Durch die Spendenbereitschaft lindert der BVB die große Not unserer obdachlosen Bürger und stärkt damit auch den Zusammenhalt in der Dortmunder Stadtgemeinschaft“, erklärt Heinrich Bettenhausen, Vorsitzender des Gasthauses.
  • Kinder- und Jugendhospizdienst „Löwenzahn“ (15.000 Euro): Das Forum Dunkelbunt hat im Sommer 2018 den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst „Löwenzahn“ gegründet mit dem Ziel, den Alltag todkranker Kinder und deren Familien zu verbessern. Die nun von der Stiftung „leuchte auf“ gespendeten 15.000 Euro möchte der Verein nutzen, um im Frühjahr dieses Jahres in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Kinderklinik einen zusätzlichen Begleitdienst zu starten. Dieser richtet sich an Eltern, die den Hospizdienst nicht in Anspruch nehmen können – zum Bespiel aus emotionalen Gründen – aber trotzdem Hilfe benötigen.


  • Kinderschutz-Zentrum Dortmund (10.000 Euro): Kinderschutz spielt beim BVB eine große Rolle. Das Kinderschutz-Zentrum Dortmund ist eine Beratungsstelle gegen Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch von Kindern. „Wir möchten für das wichtige Thema der Kindeswohlgefährdung sensibilisieren und gleichzeitig auf die durch das Kinderschutz-Zentrum angebotene Hilfe hinweisen“, sagt Marieke Köhler. Die 10.000 Euro kann der Verein sehr gut gebrauchen – denn er ist größtenteils auf Spenden angewiesen.
  • Nordstadtliga (Sachspenden): Die Straßenfußballliga für Kinder und Jugendliche, die Nordstadtliga, möchte sich in Zukunft größer aufstellen. An dem Konzept dafür wird zurzeit gearbeitet. Das möchte die BVB-Stiftung unterstützen. Weil Fußballspielen im Moment aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich ist, hat „leuchte auf“ zudem Preise und die Spiele für ein FIFA-Turnier bereitgestellt. Zudem werden für alle Schulkinder in der Dortmunder Nordstadt Stoffmasken und medizinische Masken zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit der BVB-Fußballakademie wird zurzeit über Möglichkeiten nachgedacht, die Kinder zu beschäftigen und fit zu halten.


  • Aktion Kinderwünsche (50.000 Euro): Mit der Aktion Kinderwünsche sorgt der Verein „Interaktion“ jedes Jahr dafür, dass auch Kinder aus ärmeren Verhältnissen ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Dafür werden normalerweise an verschiedenen Stellen – und anderem in den BVB-Fanshops – Weihnachtsbäume mit Kinderwünschen aufgestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Aktion 2020 nur digital statt. Die Spendenkampagne brachte 26.000 Euro ein. Die BVB-Stiftung hat die Summe aufgestockt, damit alle knapp 2000 Wünsche erfüllt werden konnten. Zudem haben BVB-Mitarbeiter geholfen, die Geschenke einzukaufen, sie einzupacken und dann auszuliefern.
Über die Autorin
BVB-Team
Liebt geschriebene Worte, wollte deshalb nie etwas anderes als Journalistin werden. 1989 geboren im Schwarzwald, aufgewachsen im Sauerland, heute in Dortmund zu Hause. Erzählt seit 2013 die Geschichten dieser Stadt, ihrer Menschen und ihres schwarzgelben Fußballklubs.
Zur Autorenseite
Jana Klüh

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.