Begehrter Debütant: Ansgar Knauffs Autogramme waren nach Abpfiff bei den Fans begehrt. © picture alliance/dpa
Borussia Dortmund

BVB-Youngster im DFB-Trikot: Ist das der Türöffner für Ansgar Knauff?

Bei Borussia Dortmund ist Ansgar Knauff bislang außen vor, in der deutschen U21-Nationalmannschaft feiert er überraschend sein Debüt. Empfiehlt sich der BVB-Youngster nun für mehr?

So ist das oft im Leben. Für den einen geht eine Tür zu. Für den anderen geht eine auf. In diesem konkreten Fall hat beides mit der U21-Nationalmannschaft und Borussia Dortmund zu tun. Denn als Youssoufa Moukoko wegen eines Faserrisses vorzeitig aus dem DFB-Teamhotel abreisen musste, eröffnete das einem anderen Youngster bei Schwarzgelb eine große Chance. Der neue U21-Nationaltrainer Antonio di Salvo nominierte kurzerhand Angsar Knauff nach.

BVB-Linksaußen Ansgar Knauff: Debüt nach der Pause

Während Moukoko die Länderspiele von Dortmund aus verfolgen musste, war sein Teamkollege plötzlich mittendrin im Geschehen. 67 Minuten waren am Dienstagabend in der Partie gegen Ungarn bereits absolviert, als DFB-Coach di Salvo Ansgar Knauff für Malik Tillmann einwechselte. Die deutsche Elf führte da bereits mit 4:1, das Spiel war längst entschieden. Dass die Deutschen es daher etwas ruhiger angehen ließen und Knauff in einer nun verflachenden Begegnung offensiv keine großartigen Akzente mehr zu setzen vermochte, war nebensächlich.

Wichtig war, dass der 19-jährige BVB-Profi nach gerade mal drei Einsätzen in der U20 unter Trainer Christian Wörns nun auch unter Antonio di Salvo die Chance erhielt, sich für weitere Auftritte zu empfehlen. „Ich schaue mit meinem Trainerteam viele Spieler an, dementsprechend ist die Tür für einen Großteil der Spieler auch offen“, kündigte di Salvo an. Das klingt schon mal vielversprechend.

Knauff will beim BVB für weitere Bewerbungsschreiben an den DFB sorgen

In den nächsten Wochen und Monaten muss Knauff weitere Bewerbungsschreiben auf dem Rasen auf die Reise schicken. In der vergangenen Saison war der Youngster fulminant beim BVB gestartet. Edin Terzic hatte ihm Mitte März beim 2:2-Remis gegen Köln erstmals das Vertrauen geschenkt. Nur wenige Tage später spülte es ihn Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester City vollkommen überraschend in die Startelf. Und wiederum nur wenige Tage darauf erzielte Knauff den 3:2-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart.

Knauff war nach Moukoko der nächste Himmelsstürmer aus der Talentschmiede der Borussia, dem eine glänzende Zukunft prophezeit wurde. Im November vergangenen Jahres statteten die Dortmunder ihn deshalb mit einem Profivertrag aus. Die beeindruckenden Vorstellungen gingen zugleich einher mit hohen Ansprüchen. Im Sommer sah sich der 19-Jährige mit der Erwartungshaltung konfrontiert, BVB-Star Jadon Sancho zu beerben, der sich zu Manchester United verabschiedet hatte.

BVB-Trainer Marco Rose will Knauff zum Sancho-Nachfolger entwickeln

„Wir haben jetzt keinen Jadon Sancho mehr, diesen klassischen Eins-gegen-Eins-Flügelstürmer, der nach innen zieht und abschließt“, sagte BVB-Trainer Marco Rose im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Wir werden mit Ansgar Knauff daran arbeiten, dass er sich in diese Richtung entwickelt.“

Reichlich Druck also für einen so jungen Kerl wie Knauff, der bis dato gerade mal vier Bundesliga-Spiele und drei Einsätze in der Königsklasse als Profi auf dem Buckel hatte. Den Großteil der vergangenen Saison absolvierte Knauff – das wird schnell vergessen – schließlich noch bei der BVB-U23, bei der er mit neun Treffern in 28 Spielen wichtigen Anteil an der Regionalliga-Meisterschaft und am Aufstieg in die 3. Liga hatte.

Profis und U23: Knauff beim BVB als Pendler zwischen den Teams

Seit Sommer zählt Knauff dennoch zum (erweiterten) Profi-Kader. Die Vorbereitung absolvierte er zu großen Teilen unter Marco Rose, aber eben auch in der U23 unter Enrico Maaßen. Knauff als Pendler zwischen den BVB-Teams.

Im bisherigen Saisonverlauf ist der Linksaußen erst einmal von BVB-Cheftrainer Marco Rose berücksichtigt worden. Beim 0:1 in Mönchengladbach wurde Knauff nach 57 Minuten für Youssoufa Moukoko eingewechselt. Häufiger kam er dagegen in der 3. Liga zum Einsatz. In fünf der bisherigen elf Partien stand er auf dem Feld. Bislang ist Knauff dabei noch ohne Tor geblieben. Dennoch ist er für U23-Coach Enrico Maaßen durch seine Schnelligkeit eine wichtige Waffe im Offensivbereich. Nachbessern muss Knauff dagegen noch bei der Arbeit gegen den Ball.

Für einen Spieler in diesem Alter wäre es verwunderlich, gäbe es kein Verbesserungspotenzial mehr. Aber: Starkes Dribbling, viel Tempo, tolle Umschaltmomente – Ansgar Knauff bringt viele Attribute mit, die beim BVB gefragt sind. In den kommenden Wochen und Monaten wird er sie zeigen können – bei der U23, den Profis und womöglich auch wieder bei der U21-Nationalmannschaft.

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