Feuer und Flamme: Manuel Akanji dirigiert seine Nebenleute lautstark und bringt sich gemeinsam mit Torwart Gregor Kobel auf Touren. © imago images/Team 2
Borussia Dortmund

BVB-Verteidiger Manuel Akanji: Warum er für Rose unverzichtbar ist

Seit Wochen ist Manuel Akanji in bestechender Form. Der Schweizer ist der unangefochtene Abwehrchef bei Borussia Dortmund. BVB-Trainer Marco Rose hat ihn jetzt für unverzichtbar erklärt.

Läuft es beim BVB rund, wird das häufig mit den Namen Haaland, Reus oder Bellingham in Verbindung gebracht. Die ganz großen Schlagzeilen schreiben im Fußball meist die Spieler mit offensivem Auftrag. Darin macht Borussia Dortmund keine Ausnahme. Obendrein ist die Offensive nicht sein Hoheitsgebiet. Und doch ist Manuel Akanji dank starker Leistungen seit Wochen einer der Garanten für eine erfolgreiche Entwicklung bei den Schwarzgelben.

BVB-Abwehrchef Akanji: Topleistungen auch ohne Ruhepausen

In den vergangenen Jahren war der Schweizer durchaus nicht unumstritten bei der Borussia. Zu oft torpedierten Aussetzer den Ruf des verlässlichen Verteidigers. Grobe Schnitzer jedoch hat der 26-Jährige inzwischen weitgehend auf den Index gesetzt. Er ist seit Saisonbeginn stabiler Eckpfeiler einer in wechselnden Besetzungen bisweilen durchaus schwankenden Viererkette. Akanji ist der Chef der Abwehr, an dem sich zuletzt Nico Schulz, Axel Witsel und Felix Passlack orientieren konnten.

Seine Formstärke ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, wie wenige Ruhephasen der Schweizer in den letzten Wochen hatte. Nach einer starken Europameisterschaft verabschiedete sich der Innenverteidiger nur kurz in den Urlaub, um dann gleich in der Vorbereitung in Bad Ragaz richtig durchzustarten. Seit Saisonbeginn stand Akanji in allen fünf Pflichtspielen über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen. In allen drei Bundesliga-Partien, im DFB-Pokal in Wiesbaden und im Supercup gegen Bayern München, wo er allerdings das dritte Gegentor verschuldete.

BVB-Trainer Rose erklärt Akanji derzeit für unverzichtbar

Akanji wird in einer frühen Phase der Saison trotz wenig Regeneration zum Dauerbrenner. „Es hat noch niemand darüber gesprochen, dass Manuel Akanji vielleicht auch mal eine Pause braucht“, hat Marco Rose bereits vor einer guten Woche gesagt. Doch ein Verschnaufen kommt nicht in Frage. Akanji ist auch am Samstag (15.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen erste Wahl. „Auf Manu zu verzichten, das können wir uns nicht leisten“, stellt Rose klar.

Und das, obwohl sein Abwehrchef jüngst noch mal zwei Spiele binnen vier Tagen absolviert hat. In der WM-Qualifikation gegen Nordirland und Italien stand Akanji bei der Nationalmannschaft auf dem Platz, verpasste keine Minute. Im Trikot der Eidgenossen hatte er jüngst viel Lob erfahren. Allen voran von Italiens Abwehr-Legende Giorgio Chiellini. „Akanji hat mich immer neugierig gemacht. Er hat durchaus mehr zu geben und er nähert sich dem richtigen Alter für die sportliche Weihe. Aber es fehlt noch der letzte Schritt“, sagte Chiellini dem Fernsehsender RSI. Zugleich brachte der Europameister Akanji als seinen Nachfolger bei Juventus Turin ins Gespräch. „Ich höre ja bald auf. Dann wird ein Posten frei“, sagte Chiellini.

Großes Lob von Juve-Legende Giorgio Chiellini für BVB-Verteidiger Akanji

Weitere Schulterklopfer gab es von seinem Landsmann und ehemaligen Liverpool-Star Stéphane Henchoz. Der frühere HSV-Profi sagte der Schweizer Zeitung Blick: „Ich bin nicht überrascht, was Chiellini gesagt hat. Schon gegen Frankreich haben alle von Weltmeister Varane und PSG-Spieler Kimpembe geredet, aber der Beste war Akanji. Er hat einfach international noch nicht den Namen, weil er nur in Dortmund spielt. Er ist der vielleicht einzige Schweizer, der in den Top 10 spielen kann eines Tages. Liverpool, Bayern, Manchester City oder United, Barcelona, Real – ich traue es ihm zu, er hat alle Qualitäten.“

Ex-Bayern-Profi Markus Babbel nannte Akanji zudem „das Paradebeispiel des modernen Innenverteidigers: Schnell, zweikampfstark, toll in der Spieleröffnung“. Beim BVB hören sie so viel Zuspruch gerne und hoffen zugleich darauf, dass es dem Abwehrspieler nicht die Sinne vernebelt. Zumal Akanji am Samstag in Leverkusen mehr denn je gebraucht wird, da Mats Hummels nach überstandener Patellasehnen-Reizung erst gemächlich herangeführt werden soll und Neuzugang Marin Pongracic jüngst über Rückenprobleme klagte.

BVB-Verteidiger Manuel Akanji sieht Lob als Bestätigung für seine Arbeit

Gefahr, dass Manuel Akanji die Bodenhaftung verliert, besteht aber wohl nicht. Der 26-Jährige reagierte bescheiden auf das Lob von Giorgio Chiellini. „Das schätzt man natürlich sehr von einem Mann, der so unglaubliche Leistungen gezeigt hat“, sagte der BVB-Verteidiger. „Es ist wohltuend und eine Bestätigung für das, was man gemacht hat in den letzten Monaten und Jahren. Es hält mich aber nicht davon ab, weiter mich täglich zu verbessern.“

Klingt ganz danach, als arbeitete Akanji an weiteren tollen Auftritten, auch wenn dann weiter vornehmlich andere im Rampenlicht stehen.

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