Ein seltenes Bild in dieser Saison: Dan-Axel Zagadou im BVB-Trikot auf dem Platz. © imago
Borussia Dortmund

BVB-Spielerzeugnis: Zagadou bleibt der Innenverteidiger der Zukunft

Die Saison von Dan-Axel Zagadou war von Verletzungen geprägt. Der BVB-Verteidiger stand kaum auf dem Platz. Auch in der neuen Spielzeit wird er zunächst fehlen - doch die Zukunft gehört ihm.

Es ist der 13. März 2021, es läuft die 58. Spielminute zwischen dem BVB und Hertha BSC: Mats Hummels muss verletzt ausgewechselt werden, für ihn kommt Dan-Axel Zagadou in die Partie. Was Zagadou damals noch nicht ahnen kann: Es wird sein letztes Saisonspiel sein. Es ist das Ende einer sehr kurzen Spielzeit für den Innenverteidiger und der Beginn einer weiteren langen Leidenszeit.

Zagadous erster Einsatz für den BVB kam erst am zehnten Spieltag

Die Saison 2020/21 begann für den Franzosen, wie die vergangene aufgehört hatte: mit einer Verletzung. Kurz nach der Rückkehr nach seinem im Frühjahr 2020 erlittenen Außenbandanriss im linken Knie brach im Trainingslager in Bad Ragaz vor dem Saisonstart die Verletzung wieder auf. Erst am zehnten Spieltag machte der 21-Jährige gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Saisonspiel. Es sollte eines von lediglich zweien über die volle Distanz werden.

Im November 2020 hatte Zagadou noch gesagt: „Eine erfolgreiche Saison ist es für mich dann, wenn ich viele Minuten auf dem Platz stehe.“ Bis zum 16. Spieltag folgten allerdings nur noch 76 Spielminuten in sechs Partien. Gegen Mainz 05 musste der Abwehrspieler verletzt ausgewechselt werden. Ein Muskelfaserriss setzte ihn bis zum 23. Spieltag außer Gefecht.

Die genaue Verletzung von Zagadou teilte der BVB nicht mit

Fünf Einsätze folgten ab Ende Februar, drei in der Liga und jeweils einer in der Champions League und im Pokal. Am 25. Spieltag trifft der BVB auf die Hertha. Kurz danach kommt der Schock: Ende März kommen die Schmerzen im Knie wieder. Saisonaus!

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Was genau Zagadou hat und wann er nach seiner Operation wieder zurückkehrt, ist nicht bekannt. Der Eingriff war, nachdem konservative Behandlungsmethoden keine dauerhafte Besserung gebracht hatten, unausweichlich. „Das ist für Borussia Dortmund, aber vor allem natürlich für ihn extrem bitter“, sagt BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl über die Verletzung des Dortmunder Dauerpatienten.

Zagadou kommt in der ganzen Saison nur auf 381 Minuten

Unterm Strich stehen bei Zagadou in der abgelaufenen Saison neun Einsätze in der Bundesliga, mit sechs Ein- und zwei Auswechslungen, hinzu kommen zwei Champions-League-Partien und zwei Spiele im DFB-Pokal. In allen Wettbewerben kommt er insgesamt auf 381 Spielminuten. Wenn der Franzose auf dem Platz stand, überzeugte er. Im Spielerzeugnis der Ruhr Nachrichten ist der Innenverteidiger mit einer Note von 2,9 der zweitbeste Dortmunder, von den RN-Leser bekommt der 1,96 Meter große Abwehrmann sogar eine 2,7.

Seine Zweikampfstärke und Qualitäten in der Luft, wo er 78 Prozent der Duelle gewinnt, zeichnen den jungen Franzosen aus. Mit seiner Ruhe am Ball und dem Mut für vertikales Passspiel hebt er sich ab. Beim BVB-Publikum gehört er zu den Lieblingen – wenn er denn mal spielen kann.

Fazit:

In Dortmund wissen sie, wie gut Zagadou sein kann – wenn er fit ist. Bei der sportlichen Leitung wird er weiterhin als Innenverteidiger der Zukunft gesehen. Allerdings verpasste der Defensivspieler in seinen dreieinhalb Jahren bei der Borussia fast mehr Pflichtspiele verletzungsbedingt als er spielen konnte. Vermutlich wird er auch zu Beginn der kommenden Saison noch weitere Partien verpassen.

Zagadous Vertrag läuft nur noch bis 2022. Es heißt, dass der BVB diesen grundsätzlich gerne verlängern will, besiegelt ist aber noch nichts. Zagadous Rolle in der neuen Spielzeit wird weniger davon abhängen, ob er verlängert, aber vor allem von etwas anderem – ob er gesund bleibt. An Chancen dürfte es nicht mangeln, solange in Mats Hummels und Manuel Akanji nur zwei weitere gelernte Innenverteidiger im Kader stehen.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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