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Borussia Dortmund

BVB-Spielerzeugnis: Piszczek und Borussia Dortmund – das ist Echte Liebe

Zu Beginn der Saison spielt Lukasz Piszczek bei Borussia Dortmund kaum eine Rolle, am Ende hat er maßgeblichen Anteil am Erfolg. Piszczek hinterlässt nach seinem Karriereende eine Lücke beim BVB.

Mit einem gelben und einem schwarzen Herzen sowie dem Hashtag „EchteLiebe“ versehen, twitterte Lukasz Piszczek am Tag seines letzten BVB-Spiels eine Collage von ihm im schwarzgelben Trikot mit dem Schriftzug „Danke für Alles“. Wenn man von Piszczek und Borussia Dortmund spricht, kann man wohl wirklich von Liebe sprechen – wohl sogar von echter Liebe. Zum Ende seiner letzten von elf Bundesliga-Saisons bei den Schwarzgelben hat der Pole nochmal gezeigt, warum er in Dortmund so geliebt wird – und was sie in der kommenden Spielzeit vermissen werden.

Im ersten Saisondrittel spielt Piszczek beim BVB keine Rolle

Dabei lief der Anfang von Piszczeks letztem Jahr beim BVB so wie manche Paare eine Langzeitbeziehung beschreiben würden: Man sieht den Anderen als selbstverständlich an und vergisst im Alltag vielleicht auch ein bisschen, was den Gegenüber so auszeichnet, liebenswürdig macht.

Im Fall von Piszczek heißt das – rein ins sportliche – übersetzt: Er spielt zwei Drittel der Saison keine wirklich Rolle bei den Schwarzgelben, hier mal eine Einwechslung über 20 Minuten, da mal eine kleine Verletzung. An den ersten 27 Bundesliga-Spieltagen kommt er nur in fünf Partien zum Einsatz und steht insgesamt 55 Minuten auf dem Platz. In der Gruppenphase der Champions League darf der 36-Jährige dagegen in drei Begegnungen von Anfang an spielen, trifft gegen Zenit St. Petersburg sogar einmal.

In den letzten BVB-Spielen gehört Piszczek zum Stammpersonal

Im April wird die Beziehung zwischen Routinier Piszczek und seiner „echten Liebe“ wieder aufgefrischt. Da Thomas Meunier als Rechtsverteidiger nicht überzeugen kann und sich Mateu Morey auch noch schwer verletzt, ist Piszczek plötzlich wieder die Nummer eins auf der Position, von der er jahrelang nicht zu verdrängen war.

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Ab dem 28. Spieltag steht der Pole in sechs der letzten sieben Bundesliga-Spiele auf dem Platz, viermal sogar von Beginn an. „Es war nicht einfach, und meine Rolle war die, dass ich einfach nochmal zeigen wollte, dass ich es noch kann“, sagte Piszczek mit Blick auf die letzten Saisonwochen.

Piszczek stellt in seinen letzten BVB-Spielen einen Bundesliga-Rekord auf

Dass der BVB am Ende doch noch die Champions League erreicht, ist auch ganz eng mit seinen starken Leistungen verbunden. Elfmal steht „Piszcu“ in der Liga auf dem Feld, elfmal gewinnt Dortmund. Er ist damit der erste Spieler der Geschichte, der mindestens zehn Partien in einer Saison absolvierte und alle gewann. Er ist zwar nicht mehr so spektakulär und dynamisch wie früher, aber macht wenige Fehler. 18 Tore kassierte die Borussia über die rechte Abwehrseite – nur Schalke 04 war anfälliger. In den Spielen, in denen Piszczek spielte, fiel kein Gegentor über seine Seite.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke lobte Piszczeks Leistung im Saisonendspurt nach dem Pokalfinale in höchsten Tönen. „Piszczu ist mein Held, mein ganz persönlicher Held. Er ist auf den letzten Metern seiner Karriere ein solcher Stabilisator für uns. Das, was er da auf der rechten Seite in den letzten Wochen abgeliefert hat, ist großartig.“

Fazit:

Piszczeks letzte Saison bei den Schwarzgelben lief erst schwerlich an und war am Ende eine Achterbahnfahrt der (Glücks-)Gefühle. Im Sommer kehrt er nach Polen zurück und wird in der vierten Liga mit Freunden seine Fußballkarriere ausklingen lassen.

Vor allem im menschlichen Bereich wird er vermisst werden – und Piszczek den BVB vermissen. „Ich werde vor allem die Atmosphäre und die Fans vermissen, ins Stadion einzulaufen, diese vielen Menschen zu sehen und die Energie zu spüren, die von der Südtribüne kam.“ Ein Liebes-Comeback ist aber bereits in Planung: „Als Fan komme ich sicher nochmal zurück ins Stadion.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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