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Borussia Dortmund

BVB-Spielerzeugnis: Delaney erlebt eine schwierige Saison – Zukunft offen

Thomas Delaney hatte bei Borussia Dortmund in der abgelaufenen Saison einen schweren Stand. Seinen Stammplatz hat der beliebte Däne eingebüßt. Seine Zukunft beim BVB ist offen.

In der öffentlichen Wertschätzung fliegt er vielleicht ab und an unter dem Radar, aber er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns.“ Das sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc im Januar über Thomas Delaney. Ein Grund, warum er in der abgelaufenen Saison unter dem Radar geflogen sein könnte, mag gewesen sein, dass er auch nur selten gespielt hat.

Delaney stand beim BVB nur 14-mal in der Startelf

Auf 20 Einsätze kommt Delaney in der Bundesliga, nur bei 14 stand der Däne in der Startelf. Meistens spielten bei Dortmund im zentralen Mittelfeld Jude Bellingham, Mahmoud Dahoud und/oder Emre Can. Für Delaney war oft kein Platz. Daran änderte sich auch nach dem Trainerwechsel nichts – Edin Terzic setzte eher auf einen anderen Spielertyp.

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Seine Qualitäten schätzen sie bei der Borussia aber trotzdem. „Er kann unsere Defensive stabilisieren und ist dazu immer in der Lage, den Gegner zu destabilisieren“, hob Terzic Delaneys Fähigkeiten hervor. Delaney selbst nimmt seine Rolle bei den Schwarzgelben an. „Beim FC Kopenhagen und in der Nationalmannschaft spiele ich immer Achter, in Dortmund eher Sechser. Ich mag beide Aufgaben. Hier beim BVB werden meine defensiven Fähigkeiten mehr geschätzt und gefordert. Das ist okay und gut für mich.“

Delaney läuft die viertmeisten Kilometer beim BVB

Dass der 29-Jährige selten gespielt hat, hatte auch damit zu tun, dass er immer wieder verletzt war – hier eine Prellung, da Achillessehnen- oder Rücken-Probleme. Sieben Spiele verpasste Delaney wegen Verletzungen in der Liga. Er nahm die Wehwehchen mit Humor. „Vielleicht wird man im Alter etwas steifer und ist mal verletzt“, sagte er.

Nachdem der Mittelfeldspieler seine Rückenprobleme im Dezember überwunden hatte, gehörte der Defensivspezialist Ende der Hinrunde und zum Rückrundenbeginn oft zur Startelf. An den letzten sechs Spieltagen der Saison stand Delaney aber nur noch einmal von Anfang an auf dem Platz.

Wenn er spielte, lieferte er aber gute Zahlen: 86 Prozent Zuspielquote, eine Zweikampfquote von 57 Prozent und im Schnitt 12,18 gelaufene Kilometer pro Spiel (die viertmeisten beim BVB).

Fazit:

Seinen Status als Defensiv-Abräumer, der immer spielt, wenn er gesund war, hat der beliebte Däne eingebüßt. Ob er in der kommenden Saison noch beim BVB spielt, dahinter stehen zumindest kleine Fragezeichen. In letzter Zeit gab es immer mal wieder Wechselgerüchte um dem dänischen Nationalspieler, in der Personalie Delaney ist der BVB unter Zugzwang, denn sein Vertrag läuft in einem Jahr aus. Verlängern oder verkaufen – das gilt auch für Thomas Delaney, der sich in einer komfortablen Situation wähnt.

In einer Medienrunde vor dem Testspiel mit Dänemark gegen Deutschland am 2. Juni sagte er zu seiner Zukunft. „Es sind noch 13 Monate und wir bekommen einen neuen Trainer (Marco Rose, Anm. d. Red.). Wie immer sind also alle Türen offen für das, was passieren wird. Ich erwarte, den neuen Trainer zu treffen und einen Eindruck davon zu bekommen, wo ich stehe und wo er mich sieht. Es gibt heute also nichts Interessantes zu berichten.“

Klar ist aber auch, dass das Gedränge im zentralen Mittelfeld beim BVB groß ist. Vor der abgelaufenen Saison musste der 53-fache Nationalspieler einen jungen BVB-Fan trösten, der Wechselgerüchte um seinen Landsmann aufgeschnappt hatte. Damals twitterte Delaney: „Hallo mein Freund, Kopf hoch. Ich werde nirgendwo hingehen. Man darf nicht alles glauben, was in den Medien steht.“ Vielleicht sollte der Junge in der Sommerpause lieber keine Zeitung lesen. Die Wechselgerüchte um Thomas Delaney werden auch in diesem Sommer nicht weniger werden.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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