Borussia Dortmund

BVB-Profi Akanji über seine Vaterrolle: „Glücksgefühle, die ich nicht kannte“

BVB-Verteidiger Manuel Akanji ist vor acht Monaten Vater geworden. Sein Sohn löst unbekannte Glücksgefühle in ihm aus. Von einem Teamkollegen bekommt er wertvolle Ratschläge.
BVB-Innenverteidiger Manuel Akanji blickt auf ein besonderes Jahr 2020 zurück. © imago / Schmidt

Sportlich war das Jahr 2020 für Manuel Akanji sicherlich nicht das beste seiner Karriere. Privat hat der BVB-Verteidiger im vergangenen Jahr aber etwas ganz Besonderes erlebt: Der 25-Jährige ist zum ersten Mal Vater geworden. Am 10. Mai kam sein Sohn Aayden Malik Adebayo Akanji auf die Welt. Im BVB-Mitgliedermagazin hat der Innenverteidiger nun Einblicke in sein neues Leben als Familienvater gegeben.

BVB-Profi Akanji über seine Vaterrolle: „Eine wirklich schöne Zeit“

Seit eineinhalb Jahren ist Manuel Akanji mit seiner Frau Melanie verheiratet, seit acht Monaten sind die beiden Eltern eines Sohnes. Das sei gerade „eine wirklich schöne Zeit, sehr aufregend“, sagt Akanji. „In dem Alter zählst du noch die Tage und Wochen und Monate, ständig passiert etwas Neues.“ Und trotzdem verfliege die Zeit mit einem Baby nur so. „Vor ein paar Tagen hat meine Frau gesagt: Weißt du noch, wie er damals immer bei uns auf der Brust eingeschlafen ist? Diese Zeit ist schon vorbei, das ist ihm zu unbequem geworden.“

Die Vaterschaft, erzählt Akanji, habe ihn durchaus verändert – aber nur zum Guten. Und das nicht nur als Mensch, sondern auch als Fußballprofi. „Es fällt mir jetzt viel leichter, für ein paar Stunden abzuschalten. Gutes Spiel hin, schlechtes Spiel her – ich freue mich jedes Mal, nach Hause zu kommen und die Zeit mit meiner Familie zu genießen, da vergisst man für einen Moment alles drumherum“, sagt er. „Wenn ich meinem Sohn in die Augen schaue, durchströmen mich Glücksgefühle, die ich vorher nicht kannte.“

Akanji holt sich Tipps von BVB-TeamKollege Thomas Meunier

Akanji zählt nun also auch zum Team der Väter beim BVB. Von seinen in dieser Hinsicht erfahreneren Kollegen hole er sich deshalb gerne auch mal Ratschläge. „Gerade erst hab‘ ich mich mit Thomas Meunier ausgetauscht, sein Sohn ist ein paar Monate älter.“ Und auch er könne nun schon ein paar Tipps weitergeben. „Bald ist es bei Thomas Delaney so weit, da kann ich vielleicht schon Ratschläge geben. Das ist wie beim Fußball: Du lernst immer dazu“, sagt Akanji.

Thomas Delaney, der in der kurzen Winterpause seiner Freundin Michelle das Ja-Wort gegeben hat, wird in wenigen Wochen zum ersten Mal Vater. Anfang Januar ist das dritte Kind von BVB-Torhüter Marwin Hitz, Josephine Marie, auf die Welt gekommen. Und auch beim zurzeit verletzten Axel Witsel ist Nachwuchs unterwegs – er erwartet ebenfalls sein drittes Kind.

Zeit der Corona-Infektion war hart für Akanji

Für Manuel Akanji war das Jahr 2020 aber noch in anderer Hinsicht außergewöhnlich. Als erster Profi von Borussia Dortmund infizierte sich der Schweizer mit dem Corona-Virus. Nach seiner Reise zur Schweizer Nationalmannschaft wurde er Anfang Oktober positiv getestet. Er blieb ohne Symptome, musste sich aber zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

Es sei hart für ihn gewesen, nicht spielen zu dürfen. „Wenn ich verletzt oder krank und deswegen raus bin – damit muss ich mich abfinden. Aber es ging mir gut, ich hab‘ nichts gemerkt und durfte doch nichts machen“, sagt er. Seine Familie sei in dieser Zeit „schweren Herzens“ in der Schweiz geblieben. „So hab‘ ich die Zeit ganz allein mit Fernsehen verbracht und im Homeoffice an meiner Fitness gearbeitet – immer unter ärztlicher Anleitung.“

Akanji erinnert sich an das 4:3 gegen Augsburg vor knapp zwei Jahren

Im Interview mit dem klubeigenen Magazin hat Akanji aber auch über Sportliches gesprochen. Beim BVB-Training zähle er so langsam schon zu den „alten“ Spielern. „Neulich haben wir im Training ein Spielchen gemacht, die Alten gegen die Jungen, und ich habe bei den Alten mitgespielt! Zwar als Jüngster, aber eben doch bei den Alten.“

Bei der Erinnerung an besondere Spiele im BVB-Trikot nennt er neben dem Dortmunder 3:2-Sieg gegen Bayern München im Herbst 2018 auch das 4:3 gegen den kommenden Gegner in der Bundesliga (Samstag, 15.30 Uhr, live bei Sky), den FC Augsburg, als Paco Alcacer allein drei Tore erzielte. „Auch wenn wir da drei Gegentore bekommen haben, was natürlich nicht der Anspruch eines Innenverteidigers sein kann. Aber dieses Gefühl, wenn du nach einem Rückstand total auf Angriff spielst und das Spiel noch drehst, mit diesem unglaublichen Publikum im Rücken“, sagt Akanji. „Du merkst, wie die Fans wirklich mit dabei sind und der Gegner eingeschüchtert wird, ob nun Augsburg in der Bundesliga oder Inter Mailand in der Champions League. Das gibt es kaum woanders, und natürlich vermissen wir das alle in diesen seltsamen Zeiten der Pandemie.“

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