Vergab den BVB-Sieg gegen Mainz: Marco Reus. © dpa
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Offensive gegen Mainz ein Rohrkrepierer – Reus fahrlässig

Beim 1:1 gegen Mainz wird die ansonsten so gefährliche BVB-Offensive zum Rohrkrepierer. Kapitän Marco Reus vergibt mit einem ganz schwachen Elfmeter den Sieg. Die Einzelkritik.

Beim 1:1 gegen Mainz mangelt es Borussia Dortmund nicht an der Einstellung, sondern an der Effektivität. Erling Haaland bleibt über 90 Minuten unsichtbar, Marco Reus vergibt mit einem ganz schwachen Elfmeter den Sieg. Elf Torschüsse reichten dem BVB mal wieder nicht für einen Treffer vor der Pause. Jadon Sancho agierte ohne Durchschlagskraft, insgesamt bleibt die Offensive blass. Die Einzelkritik.

Roman Bürki: Musste sich lang machen bei Latzas Schuss (19.). Dann forderte ihn Quaison, auch da war der Schweizer auf dem Posten (44.). Chancenlos beim Traumtor von Öztunali (54.), dafür mit Glück, dass der Kopfball von Hack oben auf die Latte tickte (64.). Note: 3,0Thomas Meunier: Gut sein Rückpass auf Reus, leider stand er dabei mit der Fußspitze im Abseits (2.). Auf der Seite bis zur Pause mit vielen offensiven Läufen und aktiver als zuletzt. Belohnte sich mit dem Treffer zum 1:1 (73.), holte gegen Hack auch noch den Elfmeter heraus (74.). Eins seiner besseren Spiele. Note: 2,5

Mats Hummels: Bis auf eine leichte Unsauberkeit bei einer versuchten Kopfball-Rückgabe, die Quaison fast noch erlaufen hätte (17.), die Souveränität in Person. Hatte den jungen Burkhardt im Griff, besonders gefordert wurde er allerdings auch nicht. In der 54. Minute war er gefordert, da blieb er aus unerklärlichen Gründen gegen Öztunali viel zu passiv. „Wir müssen mehr machen“, rief er kurze Zeit später seinen Mitspielern zu, das galt vor dem 0:1 allerdings auch für Hummels selbst. Wichtig seine energische Grätsche vor dem einschussbereiten Tauer (90.+1). Note: 3,0

Dan-Axel Zagadou: Erst sein zweiter Startelf-Einsatz in dieser Saison, mit einem unglücklichen Ende. Warum er kurz vor der Pause runter musste, war nicht gleich ersichtlich, er lief jedoch erkennbar nicht mehr rund. Quaison hatte er bis dahin ganz gut unter Kontrolle. Auffällig wieder, dass er sich nie aus der Ruhe bringen ließ. Note: 3,0

BVB-Einzelkritik: Guerreiro oft zu lässig gegen Mainz

Raphael Guerreiro: Weil Mainz mit zwei Stürmern agierte und von außen selten nachschob, hatte er wie Meunier auf der anderen Seite reichlich Gelegenheit, um sich mit nach vorn einzuschalten. Dabei oft zu lässig in der Ausführung der Pässe. Zu viel Hacke, zu wenig Klarheit – es blieb auch nach der Pause ein durchwachsener Auftritt von ihm. Note: 4,5

Emre Can: Sehr aufmerksam und nicht nur beim Querpass von Latza vor dem eigenen Strafraum mit guter Antizipation. Dem Ballgewinn folgre ein starker Pass in den Lauf auf Marco Reus – das war Dortmunds beste Chance der ersten 45 Minuten (26.). Nach der Pause nicht mehr so auffällig, sah nach Foul an Burkhardt zudem seine fünfte Gelbe Karte und fehlt dem BVB am Dienstag in Leverkusen. Note: 3,5

Bester BVB-Spieler gegen Mainz: Jude Bellingham

Jude Bellingham: Auffälligster Spieler der Borussia in den ersten 45 Minuten. Trieb sich auf dem ganzen Feld herum, wagte sich auch immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Stark, wie er sich aus einer Doppeldeckung befreite (11.). Mit drei Torabschlüssen bis zur Pause auffälligster „Offensivspieler“, Pech dabei, als sein Schuss aufs lange Eck an den Außenpfosten klatschte (31.). Auch beim Kopfball nach Sancho-Freistoß fehlte nicht viel (41.). Ging nach einer Stunde raus und machte Platz für Moukoko. Note: 2,5

Jadon Sancho: Mehrere Versuche, in die Tiefe zu spielen dicht vor dem Mainzer Strafraum, gerieten ihm zu lang. Der Engländer spielte auch einige kurze Bälle zu unsauber. Dafür sammelte er einige Fleißpunkte mit guter Arbeit gegen den Ball. Offensiv blieb sein Spiel auch nach der Pause viel zu fahrig, 18 (!) Fehlpässe sind der negative Spitzenwert. Note: 5,0

BVB-Einzelkritik: Marco Reus muss gegen Mainz die Führung erzielen

Marco Reus: Der BVB-Kapitän rotierte viel, tauchte auch auf den Außenpositionen auf. Kein Zufall aber, dass er im Zentrum seine beste Szene hatte. Frei vor Zentner nach dem Pass von Can hätte er das 1:0 machen müssen, sein Lupfer blieb am Mainz-Keeper hängen (26.). Dass sein Fehlpass am gegnerischen Strafraum Mainz zum Konter einlud, der dann das 0:1 brachte, gehört zur Wahrheit dazu (54.). Schwach auch sein Elfmeter (74.), bei dem er den Ball nicht richtig traf und neben das Tor setzte. Note: 4,5

Julian Brandt: Sein letzter Startelf-Einsatz zwei Tage vor Weihnachten beim Pokalspiel in Braunschweig war eher unglücklich. Versuchte diesmal mit einfachen Bällen, Sicherheit in sein eigenes Spiel zu bekommen. Hatte die zweitbeste Chance nach der Szene von Reus, bei seinem überlegten Schlenzer musste sich Zentner richtig lang machen (23.). Durch gutes Pressing hatte er sich diese Gelegenheit selbst erarbeitet. Eher unglücklich hingegen seine Ablage am eigenen Strafraum in die Mitte, Quaison kam frei zum Schuss. (44.). Wie dünn es mit seinem Selbstvertrauen bestellt ist, zeigten einige schlampige Querpässe nach der Pause. Offensiv gab es keine gute Szene mehr von ihm. Note: 4,5

BVB-Einzelkritik gegen Mainz: Haaland komplett abgemeldet

Erling Haaland: Super Auge beim frühen vermeintlichen 1:0, leider stand Meunier zuvor leicht im Abseits (2.). Es blieb bis zur Pause sein einziger Abschluss. Nur neun Ballkontakte bis zum Halbzeitpfiff, das war ähnlich schwach wie in Leipzig. In Stefan Bell hatte er einen routinierten und unnachgiebigen Gegenspieler. Diesmal auch nach der Pause kein Faktor, insgesamt nur 16 Ballkontakte zeugen von einem Nachmittag, an dem das Spiel komplett an ihm vorbeilief. Note: 5,0Manuel Akanji: Ersetzte kurz vor der Pause den angeschlagenen Zagadou. Lange Herr der Lage, dann aber von allen guten Geistern verlassen, als er gegen Latza im eigenen Strafraum ins Dribbling ging und den Ball verlor. Der Pfosten rettete ihn – und den BVB (79.). Note: 3,5Youssoufa Moukoko: Kam für Bellingham (60.), das 1:1 darf er sich auf die Fahnen schreiben. Holte gegen Niakhate einen fast schon verlorenen Ball und machte die Szene erst wieder scharf, die zum Tor von Meunier führte (73.). Note: 3,0

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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