Trifft und trifft und trifft: BVB-Torjäger Erling Haaland. © imago / Horstmueller
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Kung-Fu-Haaland zerlegt Schalke – Derby-Experte Guerreiro

Borussia Dortmund schießt harmlose Schalker Richtung zweite Liga. Kung-Fu-Haaland zerlegt den S04, Guerreiro entwickelt sich zum Derby-Experten. Die BVB-Einzelkritik.

Marwin Hitz: Er bleibt mindestens so lange die Nummer eins, bis Roman Bürki (Schulterprobleme) wieder voll fit ist. Mit entscheidenden Fehlern in den vergangenen drei Partien. Von den Schalkern wurde er kaum nennenswert geprüft. Weil er Suat Serdars gute Chance aus 13 Metern an den Pfosten lenkte (50.), spielte der BVB auch endlich mal wieder zu Null, erstmals seit dem 2:0 gegen den VfL Wolfsburg am 3. Januar. Note: 2,5

Mateu Morey: Auch als Belohnung für seine gute Leistung beim 3:2 in Sevilla wieder in der Startelf. Für sein direktes Forechecking vor dem 1:0 verdiente er sich seine erste Torbeteiligung (42.). In der Abwehr konzentriert und in der Regel stellungssicher. Gute Partie! Note: 2,5

Emre Can: Mal hinten rechts, mal Sechser – diesmal Innenverteidiger anstelle des verletzten Manuel Akanji (Muskelfaserriss). Wichtig, dass er die Flanke vor Matthew Hoppe klärte (20.), auch gegen Suat Serdar zur Stelle (49.). Laut und aggressiv, aber auch mehrere unnötige Ballverluste. Note: 3,0

Mats Hummels: Er hat schon ganz andere Derbys gespielt. Mit dem oft aussichtslosen Matthew Hoppe bekam er keine Probleme und beschränkte sich zeitweise im Energiesparmodus auf Absicherung und Organisation. Wenn er mal gefordert wurde, behielt er stets den Überblick. Note: 2,5

Raphael Guerreiro: Der „Spielmacher auf dem linken Flügel“ (O-Ton Terzic) hatte seine erste gute Aktion im Gegenpressing (7.). Er würde ja gerne weiter vorne spielen. Dass er auch als tief stehender Linksverteidiger seinen Stich setzen kann, unterstrich er eindrücklich nach feinstem Doppelpass mit Marco Reus und seinem dritten Bundesliga-Saisontor (60.). Der Portugiese wird zum Derby-Experten: Neuntes Revier-Duell, vierter Treffer! Note: 2,5

Thomas Delaney: Unter der Woche Vater geworden, das Baby nannte er „ein Wunder“. Konzentrierte sich dann schnell auf Fußball, und das heißt bei ihm Arbeit. Oft alleine vor der Abwehr, schloss er meist die Räume rechtzeitig. Als Sechser im Spielaufbau meist die erste Anspieloption für die Innenverteidiger. Note: 3,0

Mahmoud Dahoud: Von Beginn an Dreh- und Angelpunkt bei Dortmunder Ballbesitz. Strammer Schuss, der zur Ecke abgewehrt wurde (12.), dann tauchte Ersatztorhüter Michael Langer rechtzeitig ab (36.). Auch defensiv absolut fleißig und wie immer mit hoher Laufbereitschaft. Note: 3,0

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Bundesliga, 22. Spieltag: FC Schalke 04 – BVB 0:4 (0:2)

Jadon Sancho: Der erste Abschluss kam von ihm, aus ähnlicher Position traf er vor zwei Jahren. Diesmal war S04-Keeper Ralf Fährmann unten (7.). Seinen 21 Scorerpunkten ließ er trotzdem zwei weitere folgen: Erst überlegt und ausreichend platziert bei seinem Tor aus 14 Metern, dann mit Auge und Timing bei der Flanke auf Haaland (45.). Auch der vorletzte Pass vor dem vierten Tor entstammte seinem feinen Fuß. Er steht jetzt bei zehn Toren und 15 Vorlagen, seine Krise aus dem Herbst ist längst Geschichte. Note: 2,0

Julian Brandt: Offensiv im Zentrum, da auch gleich in gefährlicher Position – Stockfehler (9.). Kurz darauf ein unnötiger Ballverlust (16.), auch mal oberlässig mit der Hacke (26.). So richtig gelingen wollte ihm trotz vieler Ansätze nichts. Nach einer Stunde musste er vom Platz. Note: 4,0

Marco Reus: Respekt für 300 Bundesliga-Spiele, in denen er vor der Partie an 201 Toren (130 / 71) beteiligt war. Nummer 202 verpasste er zunächst bei der nicht präzisen Hereingabe auf Zuspiel von Erling Haaland (23.), dann vernaschte er gemeinsam mit Guerreiro Schalkes Defensive herrlich (60.). Note: 2,5

Erling Haaland: In der Champions League überragend (18 Tore in 13 Spielen), in der Bundesliga nicht weniger exzellent: Nur 15 Mal am Ball bis zur Pause, trotzdem erfolgreich. Früh hob er den Arm und zeigte Sancho an, wo er den Ball erwünschte – ein Kung-Fu-Volley, den es in keinem Lehrbuch gibt. Legte mühelos das 4:0 nach (79.). Die Bundesliga-Tor Nummer 29 und 30 in 31 Spielen. Formidabel! „Erling ist eine absolute Maschine“, meinte Marco Reus. Note: 1,5

Jude Bellingham: Nach dem 3:0 kam er für Brandt in die Partie. Sammelte Spielanteile und gelungene Aktionen, darunter die Vorlage zum 4:0 (79.). Note: 2,5

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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