Enttäuschender Auftritt gegen Hoffenheim: Marwin Hitz (r.) und Manuel Akanji. © imago / Team 2
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Hitz patzt erneut, Akanji unerklärlich, Brandt wirkungslos

Die BVB-Krise verschärft sich nach dem 2:2 gegen Hoffenheim. Marwin Hitz patzt, Manuel Akanji reiht Fehler an Fehler, Julian Brandt bleibt erneut wirkungslos. Die Einzelkritik.

Marwin Hitz: Nach zwei unglücklichen Gegentoren in Freiburg in der Kritik und mit einem nicht so guten Start in diese Partie, als er bei Rudys Flanke ein wenig die Orientierung verlor – Baumgartner setzte den Ball übers Tor. Danach aber voll da: Gegen Bebou blieb er lange stehen und parierte stark (18.), gut auch, wie er erneut gegen Bebou den Winkel verkürzte, Hoffenheims Stürmer schoss nur ans Außennetz (24.). Beim Gegentor zum 1:1 chancenlos. Auf dem Posten auch gegen Dabburs Kopfball (50.). Dass er beim 1:2 Torschütze Bebou den Ball vor den Kopf faustete, wird die Diskussionen um die BVB-Torhüter wieder aufflammen lassen. Da hätte er viel energischer eingreifen müssen. Gegen Bebou dann im Glück, da hätte er viel energischer aus dem Tor kommen müssen (76.). Note: 4,5

Emre Can: Erneut besetzte er die rechte defensive Außenbahn in der Viererkette, wagte sich aber auch mit nach vorn. Sein angetäuschter Schuss, dem ein toller Ball auf Haaland folgte, war technisch sehenswert, der Sturmkollege bekam die Kugel nicht unter Kontrolle (16.). Als er außen durchbrach, kam seine Flanke zu nah vors Tor. Da hätte mehr passieren können. Beim gut durchkombinierten Spielzug, der zum Ausgleich führte, kam er gegen Torschütze Dabbur einen Schritt zu spät (31.). Bei allem Engagement zeigte sich allerdings auch, wie limitiert er spielerisch ist. Note: 4,0

Manuel Akanji: Der Eindruck, dass die Dortmunder Innenverteidigung keine Sicherheit in ihre Aktionen bekam, entstand auch durch einige unerklärliche Aktionen von ihm. Viel zu einfach ließ er sich von Bebou wegdrücken und konnte sich bei Hitz bedanken, dass er den Hoffenheimer mit einer riskanten Grätsche noch störte, machte den dicken Fehler halbwegs wett. Auch sein Klärungsversuch vor die Füße von Bebou (28.) zeigte seine Probleme. Beim 1:1 bekam er keinen Zugriff auf Rudy, dass er sich nach der Pause etwas steigerte, rettete einen weiteren schwachen Eindruck nicht. Note: 5,0

Mats Hummels: Zunächst sehr energisch gegen Bebou (13.), bei dessen Riesenchance aber hatte er Angst, energisch in den Zweikampf zu gehen. Das war viel zu einfach (24.). Mit dem Hoffenheimer lieferte er sich packende Zweikämpfe, bei der Grätsche war er dann wieder Sieger (34.). Die Souveränität aus der Hinrunde ist ihm allerdings verloren gegangen, bekam die Abwehr nicht geordnet. Note: 4,5

Raphael Guerreiro: Licht und Schatten – mal wieder. Wie er den Laufweg von Erling Haaland erahnte und den Ball perfekt platzierte, das war extrem sehenswert (10.). Sein leichter Ballverlust gegen Rudy hingegen zeigte seine andere Seite (12.). Beim 1:2 ließ er Bebou einfach laufen (50.). Rückte dann ins Mittelfeld, entscheidende Impulse lieferte er nicht mehr. Note: 3,5

Jude Bellingham: Eroberte viele Bälle in Hoffenheimer Tornähe, genau das wollte Edin Terzic von ihm sehen – verlor aber dann auch viele. Das zeigte sich auch in seiner besten Szene, als er mit gutem Gegenpressing den Ball vor dem Hoffenheimer Strafraum eroberte, dann aber von Posch gebremst wurde. Zugegeben, das Tackling des Hoffenheimers kam perfekt (31.). Nach der Pause einige Male Opfer der zunehmenden Härte der Gäste. Ging nach 71 Minuten für Nico Schulz vom Platz. Note: 4,0

Thomas Delaney: Sah früh Gelb, als er nach Foul von Emre Can die schnelle Ausführung des Freistoßes verhinderte. Das hinderte ihn nicht an einer riskanten Grätsche im Mittelfeld, als er den Konter von Bebou verhinderte (38.). Trieb an, kommandierte lautstark, alle Räume bekam er nicht geschlossen. Zur ersten Hälfte gehörte auch ein wilder Ball ins Zentrum (35.), da wollte er zu viel. Nach einer Stunde machte er aus taktischen Gründen Platz für Mahmoud Dahoud. Note: 3,5

Jadon Sancho: Wirkt frischer, zielstrebiger und energischer als noch vor einigen Wochen. Suchte oft das Eins-gegen-Eins, nicht immer war das von Erfolg gekrönt. Mit gutem Laufweg, vor Baumann blieb er dann cool – 1:0 (28.). Viele Zweikämpfe verlor er allerdings viel zu leichtfertig. Das blieb auch nach der Pause ein Manko. Note: 3,5

Giovanni Reyna: Steckt unübersehbar im Tief. Als Haaland perfekt startete, kam sein Pass viel zu spät. Seine beste Aktion war ein langer Lauf mit Ball aus der eigenen Hälfte, beim Pass in die Mitte aber fehlte die Konzentration (39.). Dynamik und Durchsetzungswille war nur sporadisch zu sehen. Auch sein Zusammenspiel mit Haaland war schon mal deutlich effektiver. Machte nach einer Stunde Platz für Marco Reus. Note: 5,0

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Julian Brandt: Er blieb etwas überraschend in der Startelf. Mit einer unauffälligen ersten Hälfte, hatte seine beste Aktion, als er Reyna außen einsetzte und sich dabei gut aus dem Hoffenheimer Pressing löste. Um ein überdurchschnittlicher Bundesliga-Spieler zu sein, benötigt er Selbstvertrauen für riskante Aktionen. Weil er das derzeit nicht hat, blieb es mal wieder ein Auftritt ohne entscheidende Impulse. Nach einer Stunde war dann Schluss. Note: 5,0

Erling Haaland: Super Antritt, perfekt der Pass von Guerreiro, das brachte ihm früh eine Riesenchance, der Norweger scheiterte mit dem Außenrist an Baumann (10.). Beim 1:0 der erste Vorbereiter, als er sich gut aus einem Pressing befreite (24.). Warum Schiedsrichter Bastian Dankert vor dem Konter der Hoffenheimer zum 1:1 das Foul von Vogt an ihm nicht ahndete, blieb nicht nur Haaland selbst ein Rätsel (31.). Im Abseits beim vermeintlichen 2:2, allerdings galt dies vor dem Treffer auch schon für Delaney (57.). Danach gab es lange nichts mehr von ihm zu sehen – dass Haaland weiterspielte, als Hoffenheim nach Dahouds Foul an Dabbur den Vorteil nicht nutzen konnte und ihm den Ball quasi in den Lauf legte, war legitim. Diesmal blieb er vor Baumann eiskalt – 2:2 (81.). Note: 3,0

Youssoufa Moukoko: Beim ersten Kontakt mit einigen Unkonzentriertheiten, da sprangen ihm einige Bälle zu weit weg. Engagiert nach seiner Einwechslung als zweite Spitze neben Haaland. In Szene setzen konnten ihn seine Mitspieler aber nicht. Note: 3,5

Marco Reus: Seine doch etwas überraschende Verbannung auf die Ersatzbank sorgte für Frust. Davon sah man nach seiner Einwechslung allerdings nichts. Kombinierte sich ein, zwei Mal gut durch, ohne dass der letzte Ball dann angekommen wäre. „Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir wenig Ruhe und Struktur in unser Spiel bekommen, waren da zu wild“, sagte der BVB-Kapitän nach dem 2:2 bei Sky. Note: 3,0

Mahmoud Dahoud: Versuchte das Spiel deutlich mehr zu beschleunigen als Bellingham. Nicht immer klar in seinen Szenen, das ist ein Punkt, der schon länger zwischen ihm und auffälligen Fußballspielen steht. Note: 3,5

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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