BVB-Torjäger Erling Haaland (r.) traf auch gegen Leverkusen doppelt. © imago / firo
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Haaland-Geschenke für Piszczek – Bürki betreibt Eigenwerbung

BVB-Torjäger Haaland versüßt den emotionalen Piszczek-Abschied mit einem weiteren Doppelpack. Beim 3:1 gegen Leverkusen betreibt Bürki Werbung in eigener Sache. Die Einzelkritik.

Roman Bürki: Der Sommerkick im kalten Frühling konnte ihn 30 Minuten lang auch nicht erwärmen. Leverkusens Paulinho sorgte dann dafür, dass Bürki endlich was zu tun bekam. Die Glanzparade war sehenswert und notwendig (35.). Ex-Mitspieler Sven Bender gönnte er in dessen letztem Spiel den Kopfballtreffer nicht (64.). Glanztat dann auch gegen Gray (65.). Den Elfmeter von Lars Bender, der dessen Karriere krönte, wollte er allerdings auch wohl nicht halten (90.). Am Ende einer schwierigen Saison rief sich der Schweizer eindrucksvoll ins Gedächtnis. Note: 2,0

Lukasz Piszczek: In seinem letzten Profispiel durfte er es nicht schleifen lassen, weil die Winter-Neuverpflichtung von Bayer 04 aus Leceister, Demarai Gray, viel Betrieb auf seiner Seite machte. Erledigte den Job in seinem 332. und definitiv letzten Bundesliga-Spiel bis zur Pause ordentlich und abgeklärt. Per Kopf nach Vorarbeit von Brandt fast noch mit einem letzten Bundesliga-Tor (56.). Defensiv blieb er aufmerksam, auch gegen Wirtz (57.). Nach 75 Minuten war seine große Karriere endgültig beendet, alle Spieler und auch einige Leverkusener bildeten ein Spalier, als der Pole endgültig von der Bundesliga-Bühne abtrat. Note: 2,5

Manuel Akanji: Unaufgeregt in den vergangenen Wochen einer der konstantesten und besten Dortmunder, das zeichnete ihn auch gegen Leverkusen aus. Nach der scharfen Hereingabe von Bellarabi mit einer super Grätsche eher am Ball als Gray. Verhinderte damit den fast sicheren Einschlag (32.). Nach gut einer Stunde machte er für Mats Hummels Platz. Note: 2,0

Emre Can: Für Hummels in der Innenverteidigung, wie immer sehr umtriebig. Wie immer mit einigen Leichtsinnigkeiten. Blieb aber engagiert und kompromisslos in den wenigen Zweikampfsituationen. Wichtig, dass er Bellarabi abgrätschte (64.). Note: 3,0

Nico Schulz: Bekam auf der linken Seite eine neue Chance, es könnte sein letzter Auftritt im BVB-Trikot sein, wenn er nach zwei enttäuschenden Jahren einen Neuanfang suchen sollte. Schaltete sich offensiv oft ein, dabei fehlte zumeist die letzte Klarheit. Note: 3,5

Thomas Delaney: Auch der Däne wird mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Als Leverkusen nach der starken Dortmunder Anfangsphase mehr Druck entfachte, war er im Zentrum nicht immer Herr der Verteidigungsarbeit. Beim 2:0 von Reus wohl noch minimal dran. Weil das auch durch etliche Zeitlupen nicht zu klären war, lag keine strafbare Abseitsposition vor. Note: 3,0

Mahmoud Dahoud: In den ersten 20 Minuten Dreh- und Angelpunkt, ließ sich immer wieder tief fallen, um anspielbar zu sein. Defensiv mit einigen Nachlässigkeiten, da fehlte nicht nur beim verlorenen Zweikampf gegen Bellarabi die letzte Power (35.). Akanji bügelte in der Mitte aus. Offenbar hatte er Probleme, versuchte es als erster Dortmunder, der aus der Kabine kam, musste aber dann doch raus. Note: 3,5

Julian Brandt: Der dritte Wechselkandidat, mit der Balleroberung vor Haalands 1:0 machte er früh auf sich aufmerksam (5.). Danach verfiel er zunehmend in altbekannte Muster. Immerhin hätte er Piszckek beinahe noch ein Tor aufgelegt (56.). Dennoch wird er froh sein, dass diese Saison endlich zu Ende ist. Note: 4,0

Marco Reus: Die ganz große Spannung war auch bei ihm raus. Die Kapitänsbinde gab er freiwillig an Lukasz Piszczek ab, war viel unterwegs, hatte seine beste (und einzige) Chance der ersten Hälfte, als Leverkusen den Ball leichtfertig verlor und Haaland uneigennützig querlegte. Demirbay blockte seinen Schuss mit einer beherzten Grätsche und verhinderte das achte Saisontor des 31-Jährigen (44.). Das erarbeitete sich Reus dann nach der Pause. Freistoß mit viel Effet, viel Verkehr vor Bayer-Torwart Hradecky – 2:0 (51.). Nach 62 Minuten war sein 49. (!) Pflichtspiel-Einsatz dieser Saison beendet. Note: 3,0

Reinier: Zum 1:0 steuerte er mit einem guten Ball in den Lauf von Haaland den Assist bei. Seine Anlagen blitzten immer wieder mal auf, das fehlende Spielverständnis und die fehlende Praxis waren allerdings kaum zu übersehen. Note: 3,0

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Bundesliga, 34. Spieltag: BVB – Bayer Leverkusen 3:1 (1:0)

Erling Haaland: Guter Laufweg, nicht im Abseits, trockener Abschluss, oft hat man diese Variante vom Norweger in dieser Saison gesehen. Das 1:0 (5.) war sein 26. Saisontor. Danach war nicht mehr viel von ihm zu sehen, wie so oft aber gab er nicht auf und belohnte sich nach Wendells haarsträubendem Querpass mit dem 3:0 (84.) – sein zehnter (!) Bundesliga-Doppelpack dieser Saison. Note: 2,0

Jude Bellingham: Mit viel Engagement in den 45 Minuten Einsatzzeit. Sein Schlenzer am Tor vorbei hätte einen Treffer verdient gehabt (67.). Note: 2,5

Mats Hummels (62. für Akanji), Jadon Sancho (62. für Reus), Felix Passlack (75. für Piszczek) und Giovanni Reyna (79. für Reinier) bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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