Überzeugender BVB-Auftritt gegen Augsburg: Thomas Delaney (l.). © imago / Hufnagel PR
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Delaney gegen Augsburg bärenstark – Reus deutlich verbessert

Borussia Dortmund fährt einen hochverdienten Heimsieg gegen Augsburg ein. Delaney legt einen bärenstarken Auftritt hin, Reus präsentiert sich deutlich verbessert. Die BVB-Einzelkritik.

Borussia Dortmund hat sich einen immens wichtigen 3:1-Heimsieg gegen den FC Augsburg erarbeitet und erkämpft. Das deutliche Plus an Chancen sowie die Dominanz über weite Strecken der Partie sprachen klar für den verdienten Erfolg des BVB, der es sich sogar letztlich leisten konnte, einen Elfmeter zu vergeben. Die Borussen in der Einzelkritik:Marwin Hitz: Der Keeper absolvierte sein 20. Pflichtspiel für den BVB, er vertrat Roman Bürki, der sich im Abschlusstraining am Freitag an der Schulter verletzt hatte. Hitz war machtlos beim 0:1, Torschütze Andre Hahn durfte unbedrängt einschießen. Danach gab es nichts mehr groß zu tun für den Schweizer, die Augsburger tauchten nicht mehr wirklich gefährlich vor Hitz auf. Note: 3,0

Mateu Morey: Der Spanier übernahm die Position des rechten Verteidigers anstelle von Thomas Meunier, der aufgrund von Knieproblemen eine Woche pausieren muss. Morey zeigte sich hellwach und lief einige Bälle ab, unterband über die rechte Abwehrseite die meisten Augsburger Vorstöße und wagte sich ein ums andere Mal mit dem Ball am Fuß auch an den Gäste-Strafraum – seine kluge Hereingabe verpasste Erling Haaland nur knapp (62.). Er verließ das Feld nach 78 Minuten für Lukasz Piszczek. Note: 3,5

Manuel Akanji: Vor dem 0:1 ging der Schweizer vor dem eigenen Tor viel zu zaghaft zu Werke und ließ Torschütze Hahn zu lange Zeit, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Akanji rutschte kurz darauf im eigenen Strafraum aus, was beinahe eine Großchance für Augsburg bedeutet hätte. Wichtige Grätsche im richtigen Moment bei einem Konter der Gäste (52.). Stabil nach der Pause. Note: 4,0

Mats Hummels: Der Dortmunder Abwehrchef verlor das Kopfballduell in der Entstehung des 0:1, er baute seine Teamkollegen nach dem Rückstand aber direkt verbal wieder auf und präsentierte sich danach gewohnt sicher in der Steuerung der Abwehrkette. Augsburg kam kaum noch durch bis in den BVB-Strafraum. Note: 2,5

Raphael Guerreiro: Probierte es mit einem Fernschuss (17.), der deutlich über das Tor flog. Im direkten Zusammenspiel mit Sancho ließ er einige Male seine technische Klasse aufblitzen. Ein guter Antreiber über die linke Seite, mehr als 120 Ballkontakte und fünf Torschussvorlagen. Hatte es zwar lange schwer, die entscheidende Lücke im Augsburger Abwehrbeton zu finden – und war dann doch entscheidend involviert: Sein Chip auf Sancho ebnete den Weg zum 2:1 (63.). Note: 2,5

Julian Brandt: Durfte auf seiner Lieblingsposition im zentralen offensiven Mittelfeld ran, um Druck gegen das Augsburger Abwehrbollwerk zu entwickeln. Wirkte in manchen Aktionen unglücklich, zum Beispiel als er im Strafraum Haaland anschoss, statt den Ball ins Tor zu befördern (35.). Oder als ihm ein haarsträubender Fehlpass auf Marco Richter unterlief (44.), dessen Schuss dann nur knapp am BVB-Tor vorbeistrich. Positiv: Brandt war sehr fleißig, zog das Spiel zudem einige Male gut in die Breite. Nach 75 Minuten ausgewechselt, für ihn kam Bellingham. Note: 4,0

Thomas Delaney: Als alleiniger Sechser aufgeboten, der furchtlose Däne spielte bei drei Grad auf dem Rasen mit kurzen Ärmeln – als klares äußeres Zeichen für Kampfgeist? Zumindest unterstrich das seine Leistung: Er stopfte im defensiven Zentrum mit mehr als zwölf gelaufenen Kilometern verlässlich die Lücken und schaltete sich häufig gefährlich nach vorn ein – und war zur Stelle, als es hieß, Reus‘ Freistoß per Kopf ins lange Eck zu bugsieren (26.). Auch danach gab es vom starken Zweikämpfer Delaney einige kluge Pässe hinter die Augsburger Kette zu sehen – und nicht wenige abgeblockte oder abgefangene Bälle. Note: 1,5

Giovanni Reyna: Der Youngster machte vor dem 0:1 im Defensiv-Zweikampf eine unglückliche Figur, aber in der Verteidigungsarbeit insgesamt fleißig und aufmerksam. Offensiv konnte sich der US-Amerikaner nur selten durchsetzen, über seine rechte Seite kam nur sehr wenig Brauchbares in den Augsburger Strafraum. Nach Sanchos abgefälschtem Zuspiel fehlten ihm zum möglichen 2:1 nur Zentimeter (55.), er steigerte sich insgesamt nach der Pause, zeigte deutlich mehr Zug zum Tor. Note: 3,5

Marco Reus: Er bereitete per Freistoß das 1:1 vor (26.), perfekt gezirkelt auf den Kopf Thomas Delaneys. Sehr auffällig und laufstark – mit einigen wichtigen Tempo-Impulsen und mutigen Dribblings schritt Reus voran. Dann plötzlich eine große Chance für ihn im Strafraum: Der Kapitän zögerte jedoch zu lange aus kurzer Distanz mit dem Abschluss (45.). Insgesamt zeigte sich Reus gegen den FCA in ansprechender Form, deutlich besser als zuletzt. Note: 2,5

Jadon Sancho: Der Engländer kam zumeist über die linke Seite, tauschte nur ab und an die Seite mit Giovanni Reyna. Er feuerte den ersten guten Torschuss der Dortmunder ab (7.) und zeigte sich sehr aktiv. Sancho war auch häufig gesuchte Anspielstation, er lieferte einige gute Zuspiele in den Augsburger Strafraum. Allerdings blieb er bei eigenen Dribblings zu oft hängen – bis zur 55. Minute, als er sich gefährlich bis wenige Meter vor das FCA-Gehäuse tankte, und Reyna seine Hereingabe nur knapp verpasste. Lohn für sein unermüdliches Engagement: Das Tor zum 2:1, als er den Ball eiskalt mit dem rechten Fuß aus wenigen Metern an Gikiewicz vorbeischob. Note: 2,0

Erling Haaland: Der Norweger besaß früh eine gute Möglichkeit (8.), aber Augsburgs Keeper Gikiewicz stand ihm im Weg. Haaland vergab die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, weil er einen Handelfmeter an die Querlatte drosch (21.). Giekiwicz entschärfte dann einen Kopfball (23.) des BVB-Angreifers, der allein vor der Pause für eine beruhigende Führung hätte sorgen müssen, doch er ließ lange seine oft gerühmte Kaltschnäuzigkeit vermissen. In Minute 75 war sie dann zurück: Haaland stürmte mit der Kugel am Fuß aufs Tor, zog ab, und Augsburgs Felix Uduokhai fälschte den Schuss unhaltbar zum 3:1 ab (75.). Note: 3,0

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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