Trifft und trifft und trifft: BVB-Stürmer Erling Haaland. © dpa
Champions League

BVB-Einzelkritik: Dahoud drückt, Hummels hilft, Haaland heldenhaft

Der BVB erlebt einen denkwürdigen Abend in der Champions League und zieht nach dem 2:2 gegen Sevilla ins Viertelfinale ein. Dahoud drückt, Hummels hilft, Haaland spielt heldenhaft. Die Einzelkritik.

Borussia Dortmund muss mehrere Drangphasen des FC Sevilla überstehen und erleiden. Torjäger Erling Haaland schlägt doppelt zu, der BVB kämpft und zittert sich beim 2:2 (1:0) ins Viertelfinale der Champions League. Die Einzelkritik:

Marwin Hitz: Erst das fünfte Champions-League-Spiel des 33-Jährigen. Gegen den strammen Schuss von Lucas Ocampos mit einer Hand zur Stelle (3.). Danach herrschte viel Betrieb vor seinem Tor, richtig eingreifen musste der Keeper erst nach der Pause einige Male. Hinterließ trotz der beiden Gegentore einen sicheren Eindruck. Note: 2,5

Mateu Morey: Mit guten Situationen auf seiner Seite, aber auch mit Schwächen, wenn das Tempo zu hoch wurde: Sein Fehler führte zum Abschluss von Suso – knapp vorbei (16.), und zu grün, als er Gelb sah (20.). Dann solide. Note: 3,5

Emre Can: Kassierte einen Beinschuss von Ocampos, das blieb jedoch ohne Folgen (18.). Mehrfach rechtzeitig und resolut zur Stelle, starkes Stellungsspiel. Einziges Manko: Er gab manchmal den Ball mit unpräzisen Schlägen zu leichtfertig wieder her (25.). Sein kleiner Schubser gegen Luuk de Jong wurde mit dem Elfmeter hart bestraft (68.). Note: 2,5

Mats Hummels: Musste sich um Torjäger Youssef En-Nesiry kümmern und seine Vorderleute einteilen, beides verlangte höchste Aufmerksamkeit. Verlor kaum einen Zweikampf, aber auch der erfahrene Abwehrchef konnte Spiel und Mitspieler lediglich phasenweise beruhigen. Note: 2,0

Nico Schulz: Gegen den wirbligen Suso geriet er in seiner Ecke hinten links schwer unter Druck. Da war er als Verteidiger maximal beansprucht. Als er mal vorne mit ins Pressing ging, sprang prompt das 1:0 heraus (35.). Hängte sich durchaus rein. Note: 3,0

Jude Bellingham: In der wilden Anfangsphase der Borussen in mehreren Szenen orientierungslos, aber immer mit vollem Einsatz dabei und in vielen Zweikämpfen erster Sieger. Lieferte ein irres Pensum. Note: 3,0

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Champions League, Achtelfinale: BVB – FC Sevilla 2:2 (1:0)

Thomas Delaney: Im Zentrum spielten die Spanier sehr flexibel, verlagerten oft das Spiel auf die andere Seite. Für Delaney bedeutete das brutal viel Laufarbeit. Nicht so zweikampfstark wie gewohnt, auch mit dem Ball mal fahrlässig. Immer aggressiv und bissig. Note: 3,0

Mahmoud Dahoud: Über ihn sagt Trainer Edin Terzic: „Er trainiert seit Januar extrem gut und hat sich das absolut verdient, so ins Rampenlicht gerückt zu werden.“ Mit dem Signal zum Pressing und dem vorletztem Pass entscheidend am 1:0 beteiligt (35.). Im Mittelfeld wie so oft immer und überall beteiligt. Muss das 3:1 machen (84.). Note: 2,5

Marco Reus: „Wir finden, dass er besonders auf der rechten offensiven Position sehr viel Torgefahr erzeugen konnte“, erklärte Terzic. Erstmal war der Kapitän hinten links in der Verteidigung mehr eingebunden als ihm lieb war und gut tat. Dann startete er mit perfektem Timing in die Tiefe, idealer Rückpass, 1:0 (35.). Eine starke Szene! Note: 3,0

Thorgan Hazard: Entschied sich überhastet für einen Querpass, als er freie Bahn gehabt hätte (13.). Wich oft auf die rechte Seite aus, wo er sich kaum in Position bringen konnte. Verpasste freistehend das 2:0 (46.). Note: 3,5

Erling Haaland: Anfangs allein in vorderster Linie. Als Unterstützung nachrückte, herrschte blindes Verständnis mit Reus, sein 19. Treffer im 14. Champions-League-Spiel gehörte zu den leichteren Aufgaben (35.). Dann wurde es wild: Sein regulärer Treffer zählte nicht. Der verschossene Strafstoß nach vorherigem Trikotzupfer gegen ihn auch nicht. Aber weil Torhüter Bono zu früh die Linie verließ, durfte er nochmal ran: 2:0 und persönliche Genugtuung im Privatduell mit Bono. Gelb gab‘s dazu (48. bis 54.). Note: 1,5

Felix Passlack (67. für Hazard) beackerte die linke Seite vor allem defensiv. Dan-Axel Zagadou (89. für Schulz) half in der Schlussphase mit, ebenso Thomas Meunier (90.+3 für Morey). Diese drei Spieler bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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