Beim 1:2 des BVB in Leverkusen von allen guten Geistern verlassen: Raphael Guerreiro (l.). © dpa
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Bitterer Abend für Hummels – Guerreiro im Tiefschlaf

Borussia Dortmund verabschiedet sich nach dem 1:2 in Leverkusen endgültig aus dem Titelrennen. BVB-Abwehrchef Hummels erlebt einen bitteren Abend, Guerreiro verweilt im Tiefschlaf. Die Einzelkritik.

Ganz schwache erste Hälfte, nach der Pause Chancen in Hülle und Fülle – am Ende aber für ein durch die Bank indiskutables Zweikampfverhalten doch noch bestraft. Borussia Dortmund schwimmen nach dem 1:2 in Leverkusen die Felle davon. Die Einzelkritik:

Roman Bürki: Die Bälle flogen in der ersten Hälfte reihenweise auf seinen Kasten. Beim Tor sah er etwas unglücklich aus, weil er gegen Diaby spekulierte. Parierte danach zwei Mal gegen den Bayer-Torschützen (26./43.), Alarios Kopfball (45.) und nach der Pause auch Diabys Schuss (75.). Beim 1:2 kam er nicht mehr zum Ball. Note: 3,5

Thomas Meunier: Bailey hatte er eigentlich ganz gut im Griff, seine scharfe Hereingabe sorgte für die beste BVB-Gelegenheit der ersten Hälfte – Haaland rutschte nur knapp am Ball vorbei (24.). In der Druckphase nach Wiederanpfiff drosch er die Kugel aussichtsreich über das Tor (56.), hing beim 1:2 voll mit drin. Note: 3,5

Manuel Akanji: Wie Nebenmann Hummels wirkte auch der Schweizer in der Anfangsphase kopflos. Dann stabiler als Nebenmann Hummels, am 1:2 aber mitschuldig. Note: 4,5

Mats Hummels: Schüttelte immer wieder den Kopf, vor allem über sich selbst. Hatte beim 0:1 Diaby nicht im Blick (14.), auch beim langen Ball auf Wirtz und im Zweikampf gegen Diaby (35.) sah er alt aus. Ein schwarzer Abend des Vize-Kapitäns, auch wenn die zweite Hälfte besser war. Note: 5,0

Raphael Guerreiro: Von allen guten Geistern verlassen. Im Tiefschlaf, als Diaby im Raketentempo an ihm vorbeizog und Bürki überwand (14.). Dass er nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte resigniert stehenblieb, dürfte Trainer Terzic auch nicht gefallen haben. Auch bei Alarios Kopfballchance verweigerte er außen den Zweikampf mit Diaby, der auf der Seite mit ihm machte, was er wollte (45.). Warum er weitermachen durfte, blieb ein Rätsel. Note: 5,5

Jude Bellingham: Am Samstag einer der Auffälligsten, in der BayArena lief das Spiel an ihm vorbei. Bekam defensiv keinen Zugriff und war als Ballverteiler weitgehend unsichtbar. Note: 4,5

Thomas Delaney: Die riesigen Lücken bekam er allein nicht gestopft. Musste zudem aufpassen, weil er schon vier Gelbe Karten im Rucksack hatte. Die Verwarnung sah er zu allem Überfluss nach Foul an Schick (90.+2). Note: 3,5

Jadon Sancho: Nachdem er die ersten Zweikämpfe verloren hatte, waren seine Ausstrahlung und Körpersprache bedenklich. Bezeichnend das gestoppte Dribbling in der 42. Minute. Sein Aufwärtstrend scheint schon wieder vorbei zu sein, bezeichnend, dass er auch die Riesenchance zum 2:1 kläglich vergab (70.). Note: 5,0

Marco Reus: Die Balleroberung gegen Lars Bender war seine beste Szene der ersten Hälfte, der anschließende Querpass auf Haaland geriet aber zu scharf (36.). Von Brandt zuvor einmal gut in Szene gesetzt, da rutschte er weg (6.). Kleine Steigerung nach der Pause, insgesamt kam auch von ihm viel zu wenig. „Wenn wir wüssten, was wir nicht gut machen, würden wir es abstellen“, sagte Reus nach dem 1:2 bei Sky. Note: 5,0

Julian Brandt: Zeigte einige vielversprechende Ansätze, wie zwei Mal bei guten Bällen auf Reus oder beim Schlenzer-Versuch, der aber am Tor vorbeiging. (25.). Damit offensiv bis zur Pause noch der Auffälligste. Belohnte sich endlich mit dem Tor zum 1:1 (67.), mit mehr Konsequenz hätte er direkt nochmal treffen können (69.). Note: 3,0

Erling Haaland: Nur knapp rutschte er an Meuniers Flanke vorbei (24.), es war die einzige Szene, in der er auffällig war. Wieder ein Spiel, das fast komplett an ihm vorbeilief. In Tabsoba hatte er einen aufmerksamen Bewacher. Note: 5,0

Giovanni Reyna (74. für Sancho), Youssoufa Moukoko (80. für Belingham) und Steffen Tigges (89. für Reus) kamen spät ins Spiel und bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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