Borussia Dortmund

BVB besiegt Mainz: Rose stellt neuen Rekord auf, übt aber auch Kritik

Der BVB trotzt einer komplizierten Personalsituation und übernimmt nach dem 3:1 gegen Mainz die Tabellenführung. Marco Rose stellt einen neuen Rekord auf, übt aber auch Kritik.
BVB-Rekordhalter: Trainer Marco Rose. © dpa

Es läuft die dritte Spielminute. Thomas Meunier kombiniert sich über die rechte Seite, schlägt eine scharfe Flanke. Über Umwege landet der Ball bei Marco Reus – und der Kapitän hämmert den Ball mit dem linken Schlappen unter die Latte. 1:0 für Borussia Dortmund. Riesenjubel im Stadion. Und davor. Denn Tausende BVB-Fans stehen zu diesem Zeitpunkt noch vor den Eingängen, bei den Einlasskontrollen hatte es sich heftig gestaut. Der BVB schickt kurzerhand weitere Ordner aus dem Innenbereich zu den Stadiontoren, um den Einlass zu beschleunigen.

Thomas Meunier verpasst das 2:0 für den BVB

Das half zwar, trotzdem dürften etliche Zuschauer auch die zweite große Chance von Borussia Dortmund verpasst haben. Dabei ließ die trotz klarer spielerischer Dominanz bis zur 22. Minute auf sich warten. Ein Befreiungsschlag von Nico Schulz, der den verletzten Raphael Guerreiro auf der linken Abwehrseite vertrat, wurde mehr oder weniger unfreiwillig zur Vorlage für Erling Haaland. Der Norweger, er war zur Freude aller BVB-Fans von Anfang an dabei. Seine Ablage fand den nachgerückten Thomas Meunier, dessen Schuss mit der rechten Innenseite links am Kasten vorbeizischte.

Die Mainzer verließen sich eigentlich den gesamte ersten Durchgang auf das, was sie gut können: verteidigen. Der Reus-Treffer war erst der sechste Gegentreffer der Elf von Bo Svensson. Doch so gut der FSV hinten auch stand, so harmlos agierte er in der Offensive. Kaum eine Annäherung an das Tor von Gregor Kobel, kaum ein klarer Spielzug über mehrere Stationen. Das sah beim BVB deutlich anders aus – allerdings ohne die ganz große Gefahr auszustrahlen.

Mit Verspätung: Handelfmeter für Borussia Dortmund

Erst kurz vor der Pause häuften sich die Möglichkeiten. Schulz hätte es durchaus aus 40 Metern versuchen können, nachdem Robin Zentner aus seinem Tor gestürmt war. Doch trotz der „Schieeeß“-Rufe von exakt 63.812 Zuschauern entschied sich Schulz gegen den Schussversuch. Kurz darauf segelte ein Reus-Freistoß gefährlich durch den Mainzer Sechzehner, Moussa Niakhate klärte kurz vor der Linie und nur wenige Augenblicke später noch knapper auf der Linie. Bellingham hatte den Ball nach einer Haaland-Chance mit den Zehenspitzen Richtung Tor gespitzelt. Es fehlten nur Zentimeter zum 2:0.

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Auch nach dem Seitenwechsel blieb es hektisch. Silvan Widmer hatte den Ball mit dem Arm geklärt, doch Schiedsrichter Daniel Schlag ließ weiterlaufen (50.). Zunächst. Der folgende Konter wurde brandgefährlich, Onisiwo lief nach Meunier-Fehler frei auf Kobel zu, aber Akanji klärte in letzter Sekunde mit einer Monstergrätsche. Doch es ertönte ein Piff. Elfmeter? Ja, aber nicht für den FSV Mainz 05. Sondern für Borussia Dortmund. Der VAR hatte sich eingeschaltet, Handelfmeter. Erling Haaland knallte den Ball mit 108 km/h mittig ins Tor. Sein erster Treffer im vierten Spiel gegen Mainz.

BVB-Torhüter Gregor Kobel patzt vor dem Gegentreffer

Für Mats Hummels – noch immer nicht hundertprozentig fit – war der Arbeitstag nach 66 Minuten beendet. Er hätte ihn mit seiner letzten Aktion veredeln können, doch sein Kopfball nach Ecke von Julian Brandt landete am Pfosten. Marin Pongracic kam für ihn ins Spiel, ebenso Thorgan Hazard für Donyell Malen.

Der BVB spielte seinen Stiefel runter, den ein oder anderen Konter aber nicht sauber genug aus. Und dann wagten sich die Nullfünfer doch noch mal vor. Boetius im Doppelpass mit Onisiwo. Den satten Schuss kratzte Kobel aber aus der Ecke. Allerdings kann es Borussia Dortmund in dieser Bundesliga-Saison offensichtlich einfach nicht ohne Gegentor – und ohne unnötige Spannung. Gerade als das Spiel dem Ende entgegendümpelte, erzielte Jonathan Burkardt aus dem berühmten Nichts den Anschlusstreffer (86.). Kobel mit einem Querschläger, der über zwei Stationen direkt zurückkam und den Burkardt klug einschob. Das wurmte Marco Rose, der auf der Pressekonferenz Kritik am ansonsten eigentlich zufriedenstellenden Defensivverhalten übte. „Hinten raus machen wir es uns wieder selbst schwer. Das ist unnötig. Wir müssen immer wieder über dieses Thema diskutieren und müssem da draufpacken.“ Immerhin: Der 45-Jährige hat als erster BVB-Trainer seine ersten fünf Heimspiele gewonnen.

Bellingham erobert den Ball – Haaland beruhigt die BVB-Nerven

In der Nachspielzeit erstickte Jude Bellingham dann alle aufkeimenden Hoffnungen der Gäste. Mit einem erstklassigen Tackling eroberte er sich auf der letzten Mainzer Linie den Ball, legte quer auf den völlig freistehenden Haaland. 3:1. Dortmund springt mit dem Sieg zumindest über Nacht auf Platz eins. Das feierten dann auch alle Zuschauer zusammen im und nicht vor dem Stadion – und ein Fan sogar mit der Mannschaft auf dem Platz. Er war den Ordnern entwischt, klatschte mit den Spielern ab, bekam das Trikot von Erling Haaland, feierte mit dem Norweger Arm in Arm vor der Süd und machte die LaOla an der Hand von Mats Hummels. Er wird diesen Tag so schnell nicht vergessen.

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