Berater Matthias Sammer (2.v.r.) schaute auch beim BVB-Trainingslager in Bad Ragaz vorbei. © Inderlied / Kirchner-Media
Champions League

BVB-Berater Matthias Sammer: „Die Vorrunde müssen wir überstehen“

Borussia Dortmund hat in der vergangenen Saison am Halbfinale der Champions League gekratzt. BVB-Berater Matthias Sammer gibt trotz überschaubarer Transferaktivitäten ein klares Ziel heraus.

Es ist der 28. Mai 1997: Der BVB gewinnt das Champions-League-Finale mit 3:1 gegen Juventus Turin. Eine magische Nacht, von der die Fans noch heute schwärmen. Und das ausgerechnet im Olympiastadion in München, der Heimstätte des ärgsten Rivalen. Franz Beckenbauer soll wenig begeistert gewesen sein. „Uli Hoeneß war noch weniger amused“, sagt Matthias Sammer.

Matthias Sammer ist beim BVB ein Garant für Titel

Der damalige Final-Kapitän wurde mit dem BVB 1995 und 1996 Deutscher Meister, 1997 folgten Champions League und Weltpokal. 2002 war Sammer zudem mit dem BVB erneut Meister – und das mit 34 Jahren als jüngster Trainer aller Zeiten. Inzwischen ist er Berater des Vereins und erinnert sich noch immer gerne an den Gewinn des ersten und bislang einzigen Henkelpotts für Schwarzgelb.

„Es war gewaltig, weil wir auf einen Gegner getroffen sind, der haushoher Favorit war, aber Gott sei Dank wenige Tage vorher Italienischer Meister geworden ist. Ich glaube, dass sie das so gebührend gefeiert haben, dass ihnen ein paar Prozentpunkte an diesem Tag gefehlt haben“, sagt Sammer im Rahmen einer Pressekonferenz von „Amazon Prime Video“.

BVB gibt Matthias Sammer als TV-Experte grünes Licht

Der Streamingdienst hat dabei seine Pläne für die Live-Übertragung der Topspiele der Champions League vorgestellt. Ab der nächsten Saison wird die Königsklasse dienstags von Amazon übertragen – nach Möglichkeit auch immer ein Spiel eines deutschen Vereins. BVB-Berater Matthias Sammer wird – ebenso wie Benedikt Höwedes und Mario Gomez – als Experte fungieren. Er habe für diese Rolle „positive Unterstützung aus Dortmund bekommen“.

Matthias Sammer reckt den Henkelpott bei der Siegesfeier in Dortmund in die Höhe. © imago / Sven Simon © imago / Sven Simon

Seiner Borussia traut Sammer trotz Problemen in der Vorbereitung auch in der neuen Saison international viel zu. Nach dem Wechsel auf dem Trainerposten von Edin Terzic zu Marco Rose und den Nachwirkungen durch die EM mit dem verspäteten Einstieg der Nationalspieler müssten sich Team und Trainer erst einmal finden. „Bis die Champions League läuft, müsste das harmonisiert sein. Dementsprechend glaube ich, dass wir eine gute Mannschaft auf dem Platz haben“, bekräftigt Sammer.

Achtelfinale der Champions League ist für den BVB das Minimalziel

Das Erreichen der K.o.-Runde ist dabei aus seiner Sicht das Minimalziel. „Die Vorrunde müssen wir überstehen, egal wie die Auslosung ausfällt. Wir werden eine gute Rolle spielen, davon bin ich überzeugt“, so Sammer. In der vergangenen Saison war für den BVB im Viertelfinale gegen Manchester City nach zwei 1:2-Niederlagen Endstation. „Schon letzte Saison mit dem Viertelfinale war vielleicht sogar ein bisschen mehr möglich“, meint Sammer. Jetzt sei die Mannschaft „wieder einen Schritt weiter“.

Auch ohne Jadon Sancho, der für 85 Millionen Euro zu Manchester United gewechselt ist, sieht er den BVB gut gewappnet. Dass neben dem englischen Topklub vor allem auch der französische Dauermeister Paris Saint-Germain derzeit kräftig auf dem Transfermarkt zuschlägt, nimmt Sammer zur Kenntnis. PSG hat allein in den vergangenen Wochen den frisch gebackenen Europameister Gianluigi Donnarumma (AC Mailand), den spanischen Eisenfuß Sergio Ramos (Real Madrid) und den Ex-Dortmunder Achraf Hakimi (Inter Mailand) verpflichtet.

Sammer: „Was in Manchester und Paris passiert, ist extrem“

Überbewerten möchte Sammer die finanziellen Möglichkeiten der Großklubs dennoch nicht. „Was augenblicklich mit ManU und Paris passiert, ist extrem“, sagt Sammer. Zugleich sei er jedoch ein Freund davon, sich auf sich selbst zu konzentrieren und sich an den Voraussetzungen zu orientieren, die man selbst schaffen könne.

Die BVB-Fans lechzen nach weiteren Sternstunden im Europapokal. Der Traum von einem abermaligen Sieg in der Königsklasse – er lebt. © imago / Eibner © imago / Eibner

„Mich interessiert weder Paris noch ManU – mich interessiert vermehrt Borussia Dortmund. Wir sollten erst mal dahinkommen und uns fragen: Welches Level können wir erreichen? Es ist völlig uninteressant, was andere tun. Es gilt immer, mit den Voraussetzungen, die man selber hat, optimal umzugehen. Dann können wir uns auch wieder messen“, unterstreicht der BVB-Berater.

Matthias Sammer: „BVB muss eigenes Potenzial ausschöpfen“

Das eigene Potenzial ausschöpfen – es wird eine der Kernaufgaben von Borussia Dortmund in der neuen Spielzeit sein – nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Bundesliga und im DFB-Pokal.

Dann klappt es womöglich auch mit weiteren Sternstunden in der Königsklasse und irgendwann vielleicht sogar wieder mit einem Endspiel-Einzug – so wie 2013, als es in Wembley gegen die Bayern ging. Das Finale 2022 findet in St. Petersburg statt. Emotional wahrscheinlich nicht vergleichbar mit dem Triumph in München 1997, oder? „Es war wurscht, wo es war – entscheidend war, dass es passiert ist“, sagt Matthias Sammer.

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