Lässt alles und jeden stehen: Erling Haa(r)land. © picture alliance/dpa
Glosse

Borussia Dortmund und die Angst vor haarsträubenden Fehlern

Friseure und der BVB, das ist selten lustig für Borussia Dortmunds Bosse. Jetzt ist auch noch der Zentralverband Friseurhandwerk sauer. Nicht schon wieder schlecht abschneiden.

Für die vielen Wortspiele, die in diesem Text schlummern, reichen die paar nachfolgenden Zeilen leider nicht wirklich. Pony und Clyde, Haireinspaziert, Vier Haareszeiten oder Haarbracadabra – der kurze Exkurs belegt, es wäre durchaus einiges möglich gewesen.

Haarige Angelegenheiten im BVB-Teamhotel kennt man

Doch darum soll es hier im Kern nicht gehen. Und, um ganz ehrlich zu sein, das Thema Borussia Dortmund und Friseure, das ist ja nun wahrlich auch nur selten lustig, zumindest aus Sicht der Verantwortlichen. Wenn im Teamhotel vor großen Spielen oder in Pandemiezeiten bei Spielern zu Hause auf einmal Scherenmänner auftauchen, die sich „Fresh Prince The Barber“ oder „HD Cutz“ nennen und mitunter ganze Comic-Hefte in die Haarprachten der Profis schnitzen, dann qualmen bei Hans-Joachim Watzke oder Michael Zorc, in der Regel eher westfälisch solide frisiert, schon mal schlimmer die Köpfe als Autoreifen auf dem Dortmunder Wall an Wochenenden.

Insofern dürfte die Meldung, dass sich der Zentralverband Friseurhandwerk in einem offenen Brief an DFB-Präsident Fritz Keller über frisch frisierte und vermeintlich bestens gestylte Profifußballer während eines bundesweiten Lockdowns beschwert hat, durchaus für eine gewisse Grundnervosität in der BVB-Führungsetage gesorgt haben. Jetzt bloß keine haarsträubenden Fehler begehen, schon gar nicht auf Instagram, in Dubai oder weiß der Geier wo, werden sie sich auf der Geschäftsstelle am Rheinlanddamm denken. Entscheidend ist auf‘m Platz, nicht auf‘m Kopf. Lange Haare, kurze Pässe. Elf Witsels sollt ihr sein. Irgendwie so muss es in der Krise doch auch mal gehen.

Zumindest einer geht mit gutem Beispiel voran: Erling Haa(r)land, nach dem bald wohl Dortmunder Friseursalons benannt werden, wenn er weiter so trifft. Der Norweger knipst auch mit Nackentapete, wie er will. Hauptsache, möchte man da fast sagen.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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