Viele Spieler aus der zweiten BVB-Reihe sind weit außen vor © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Anzug mit Löchern: Viele Spieler aus der zweiten BVB-Reihe sind weit außen vor

Der BVB steht vor der Pflichtaufgabe SC Paderborn. Das Pokal-Achtelfinale wäre eigentlich eine gute Chance für Spieler aus der zweiten Reihe. Doch viele Dortmunder Profis sind sehr weit außen vor.

Edin Terzic hatte zumindest keine schlechten Nachrichten im Gepäck, als er am Montagmittag in der virtuellen Pressekonferenz vor Borussia Dortmunds Pokalspiel gegen den SC Paderborn (Dienstag, 20.45 Uhr, live in der ARD und bei Sky) Platz nahm. Es gebe nach dem jüngsten 3:1-Sieg gegen den FC Augsburg zwar das eine oder andere Wehwehchen bei seinen Spielern, berichtete der BVB-Cheftrainer, aber das sei alles nicht dramatisch. „Wir gehen davon aus, dass wir im Vergleich zum Augsburg-Spiel unverändert in die Partie gegen Paderborn gehen können.“

Die Frage, die blieb, war, ob sich das mit dem „unverändert“ auf die Startelf oder nur auf den Spieltagskader bezog. Eigentlich böte die Pflichtaufgabe im Pokal gegen den Tabellenneunten aus der zweiten Liga zumindest auf dem Papier die Chance, auch mal Spielern aus der zweiten Reihe mehr Einsatzzeit zu schenken, die in den vergangenen Wochen kaum Spielminuten sammeln konnten. Nico Schulz, Mahmoud Dahoud, Lukasz Piszczek, Felix Passlack, Youssoufa Moukoko, Reinier, sogar Emre Can: Die Liste der Spieler, die etwas mehr Spielpraxis und Wettkampfhärte dringend gebrauchen könnten, ist in etwa so lang wie die Aufzählung der sportlichen Enttäuschungen in dieser Spielzeit.

Terzic will gemeinsam mit den BVB-Profis „Automatismen erarbeiten“

Und doch gibt es durchaus gute Gründe dafür, davon auszugehen, dass Terzic auch gegen Paderborn eher auf einen verhältnismäßig kleinen Kreis aus seinem 29 Spieler umfassenden Kader vertraut. Wichtig sei es, sagte der 38-Jährige, einen guten Mix zu finden. „Aus den eigenen Leistungen in Spielen und im Training und mit Blick auf die Frische.“ Auch der Gegner spiele freilich eine zentrale Rolle in den Überlegungen. In den vergangenen Wochen sei es erst einmal darum gegangen, eine gewisse Stabilität zu finden. „Wir haben darüber gesprochen, dass wir konstanter auftreten müssen“, erklärte Terzic. „Wir haben uns deshalb entschieden, nicht besonders viel in der Systematik zu verändern, sondern gemeinsam Automatismen zu erarbeiten.“

Das ist auf der einen Seite sehr gut nachvollziehbar, weil der BVB derzeit wahrlich nicht vor Selbstvertrauen strotzt, längst nicht stabil genug wirkt und sich im Pokal nach zwei enttäuschenden Spielzeiten kein weiteres Frusterlebnis (zuletzt zweimal raus im Achtelfinale gegen Werder Bremen) leisten darf. Zum anderen ist es aber durchaus auch problematisch, weil gerade zu viele Spieler bei Borussia Dortmund, so scheint es zumindest, sehr weit außen vor sind.

Guerreiro und Meunier: BVB-Außenbahnen ohne Konkurrenz

Einen wirklichen zweiten Anzug in Schwarz und Gelb gibt es nicht – und wenn doch, dann hat er mindestens Löcher an ungünstigen Stellen. Auf den Außenverteidiger-Positionen zum Beispiel, wo Raphael Guerreiro und der derzeit angeschlagene Thomas Meunier kaum Konkurrenz fürchten müssen im Kampf um die Startelfplätze. Oder auf den offensiven Außenbahnen, wo in Thorgan Hazard einer der wenigen richtigen Flügelspieler im Kader verletzt ausfällt. Und ganz vorne darf Erling Haaland nichts zustoßen. Ungefähr so wie Borussia Dortmund gegen den SC Paderbron am Dienstagabend.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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