Borussia Dortmund

Alarmstufe 09 beim BVB: Wo sind die Führungsspieler?

Die BVB-Profis stehen nach dem 1:2 in Freiburg massiv in der Kritik. Und erneut stellt sich die Frage nach den vermeintlichen Führungsspielern. Es wird ungemütlich bei Borussia Dortmund.
Die aktuelle Krise des BVB trägt auch das Gesicht von Kapitän Marco Reus. © imago / Kirchner-Media

Es schepperte heftig an der Plexiglasscheibe, als Marco Reus (31) seine Wut herausließ. Mit der Vehemenz und Emotionalität, die er auf dem Platz zum x-ten Mal vermissen ließ, mokierte sich der BVB-Kapitän im Schwarzwald-Stadion über seine Auswechslung – und womöglich auch über seine enttäuschende Darbietung. An keinem Dortmunder Torschuss beteiligt und entsprechend wirkungslos, viel mehr Mitläufer als Leithammel, öfter verzagt als beherzt: Die aktuelle Krise der Borussia trägt auch das Gesicht ihres glücklosen Spielführers.

BVB-Trainer Edin Terzic vermisst die „Extrameter“

„Wie soll es mir oder uns gehen? Scheiße natürlich“, antwortete der Offensivspieler im TV-Interview im Breisgau. Eine Serie wollten die Dortmunder starten im Februar und setzten beim 1:2 stattdessen ihre schlimme Reihe enttäuschender Vorstellungen fort. „Die Art und Weise, wie wir in Freiburg aufgetreten sind, passt mir ganz und gar nicht“, schimpfte Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Es gibt nicht den einen Grund, sondern verschiedene Punkte, die man kritisieren muss. Dass wir als Mannschaft nicht entschlossen genug unser Tor verteidigen. Dass wir den Gegner zu wenig unter Druck setzen. Und es kann obendrein nicht sein, dass ein gerade 16-Jähriger in etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit mehr Torschüsse zustande bringt als die etablierten Kräfte.“

Umfrage

Gelingt dem BVB die Qualifikation für die Champions League?
Loading ... Loading ...

Trainer Edin Terzic (38), zarte neun Mal verantwortlich an der Seitenlinie in der Bundesliga, oder Moukoko, zehn Bundesliga-Einsätze und gerade 16 Jahre alt, leben vor, was dem Großteil des edlen schwarzgelben Kaders derzeit abgeht: Sie zeigen Leiden(sbereit)schaft. „Extrameter“ vermisste Terzic von seinen Spielern, und noch einiges mehr. Am Sonntagmorgen schepperte es in Brackel deswegen in manchen Ohren wie an der Plexiglasscheibe in Freiburg, als der Trainer den Spielern ins Gewissen redete und den Ernst der Lage nachhallend einbimste. Zorc erwartet, „dass allen die Augen aufgehen“ in dieser Mannschaft, der keiner mehr vertraut und die sich selbst nichts traut. Nur zum Verständnis: Am Samstag standen elf aktuelle oder ehemalige A-Nationalspieler mit 328 Länderspielen in der Startelf.

Rückendeckung für BVB-Trainer Edin Terzic

Einen Trainer hat diese Elf, von der mancher Experte tönt, sie sei untrainierbar, bereits verschlissen. Weitere Ausreden in diese Richtung gibt es nicht. Sebastian Kehl, der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, sagte unmissverständlich: „Wir sehen jeden Tag, wie Edin Terzic sowohl in fachlicher als auch in emotionaler Hinsicht mit den Spielern arbeitet, wie akribisch er dabei zu Werke geht und wie klar er Problempunkte offen und ehrlich anspricht. Es gibt deshalb von uns überhaupt keine Kritik an ihm. Wir trauen ihm absolut zu, dass er mit der Mannschaft die Qualifikation zur Champions League erreicht.“

Längst herrscht Alarmstufe 09, weil der Zutritt zur Königsklasse akut bedroht ist. „Ich kann mir nicht vorstellen, als Borussia Dortmund nicht international zu spielen“, sagte Emre Can. Alle BVB-Profis sind aufgefordert, Führungsansprüchen Taten folgen zu lassen.

Sie wollen keine BVB-News verpassen? Dann laden Sie sich die Buzz09-App herunter! Jetzt im App Store (Apple) oder im Google Play Store (Android) vorbeischauen.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.