Borussia Dortmund

2:0 in Braunschweig: Biederer BVB-Abschluss im DFB-Pokal

Borussia Dortmund beendet das Pflichtspieljahr 2020 mit einem biederen Auftritt in Braunschweig. Das Achtelfinale des DFB-Pokals ist erreicht - doch der BVB muss sich in vielen Bereichen steigern.
Jadon Sancho (M.) erzielte in der Nachspielzeit den Treffer zum 2:0. © dpa

Die Nachspielzeit musste herhalten, um Borussia Dortmund einen versöhnlichen Jahresabschluss zu bescheren. Gutes Auge vom eingewechselten Marco Reus für den startenden Jadon Sancho, gelungenes Solo um den Braunschweiger Keeper Jasmin Fejzic: Mit dem 2:0 entschied Borussia Dortmunds Engländer am Dienstagabend die Zweitrunden-Pokalpartie beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Danach ging es direkt nach Hause und ab in den gerade einmal fünftägigen Kurzurlaub. „Es war für alle kein einfaches Jahr“, meinte Manuel Akanji. Das galt aus Dortmunder Sicht gerade für die vergangenen drei Wochen.

Große BVB-Rotation in Braunschweig mit sieben neuen Spielern

Gerade einmal vier Spieler, die in Berlin in der Dortmunder Startelf gestanden hatten, nominierte Borussia Dortmunds neuer Trainer Edin Terzic auch in Braunschweig von Beginn an. Die große Rotation mit sieben neuen Spielern sorgte für die wohl bestbesetzte BVB-Bank der jüngeren Geschichte. Nacheinander nahmen die Herren Bürki, Meunier, Witsel, Can, Reus und Akanji Platz, während in vorderster Front ein Name auftauchte, mit dem außerhalb von Dortmund nicht viele etwas anfangen können.

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DFB-Pokal, 2. Runde: Eintracht Braunschweig – BVB 0:2 (0:1)

Steffen Tigges ersetzte Youssoufa Moukoko, der wegen einer kleineren Knieblessur gar nicht mit nach Braunschweig gereist war. Tigges (22), Stürmer der U23, habe sich diese Chance redlich verdient, erklärte Terzic vor dem Spiel. Sein Arbeitszeugnis in der Regionalliga West: 18 Spiele, zwölf Tore und sieben Torvorbereitungen. Keine schlechte Empfehlung.

BVB-Abwehrchef Mats Hummels im Stile eines Mittelstürmers

Dort, wo man ihn vermutet hätte, tauchte in der zwölften Minute der Abwehrchef auf und sorgte dafür, dass der BVB früh in Führung ging und die Weichen auf Weiterkommen stellte. Mats Hummels war zur Stelle, nachdem Thomas Delaney einen scharf vors Tor gezirkelten Freistoß von Jadon Sancho noch verfehlt hatte. Gedankenschnell bugsierte Dortmunds Kapitän den vom Braunschweiger Danilo Wiebe etwas unglücklich abgefälschten Ball ins Tor des Zweitligisten.

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Für noch mehr Beruhigung nach einem der schnellsten Dortmunder Treffer der bisherigen Runde hätte wenig später Julian Brandt sorgen müssen, dessen Schuss in den Braunschweiger Nachthimmel übers leere Tor aber sinnbildlich steht für seine bislang verkorkste Saison (22.).

Braunschweig hat wenig Mühe, den BVB vom eigenen Tor fernzuhalten

Bis auf einen Außenpfostenschuss von Jude Bellingham, technisch schön anzusehen, tat sich ansonsten nur wenig vor dem Tor der Niedersachsen, die ihre Defensive weit zurückzogen und die Räume damit extrem verdichteten. Der BVB spielte das bekannte Lied: Die Mannschaft tat sich schwer, aus über 60 Prozent Ballbesitz freie Abschlüsse zu generieren, das Spiel in die Tiefe war ob der Enge kaum möglich. Zu oft brach der BVB ab und nahm Tempo raus. Im defensiven Umschalten waren die Gastgeber aufmerksam und hatten so relativ wenig Mühe, die Borussia von ihrem Tor fernzuhalten.

Wie es gehen kann, zeigten zwei gute Kombinationen in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff, in denen Dortmund Bellingham (47.) und Brandt (51.) mit klugen Pässen in die Tiefe freispielte. Die Chancen zeigten den Willen, die Partie nicht länger künstlich eng zu halten.

BVB-Offensivdrang entpuppt sich als Strohfeuer

Wie wichtig ein 2:0 gewesen wäre, daran erinnerte dann der fulminante Lattenschuss von Braunschweigs Marcel Bär, der sich Mateu Morey energisch vom Leib hielt (56.). Bürki-Vertreter Marwin Hitz wäre chancenlos gewesen. Der für Hummels eingewechselte Manuel Akanji hatte sich von Suleiman Abdullahi viel zu leicht abkochen lassen. Und die zehn guten Minuten vor der Braunschweiger Großchance sollten sich als Strohfeuer entpuppen.

Die Spielkontrolle blieb bei den in den weißen Trikots aufgelaufenen Dortmundern, die kurzzeitige Inspiration für das eigene Spiel aber ging sehr zügig wieder verloren. Tempoverschleppung, kaum einmal überraschende Aktionen, insgesamt wenig ansehnlich – Dortmund mühte sich nach harten Wochen erkennbar mit letzten Kräften zu einem ordentlichen Jahresabschluss. Doch das Spiel der Gäste blieb zu berechenbar, es war ein Ritt auf der Rasierklinge für den BVB, der ja im Pokal „noch viel vor“ habe, wie Terzic erklärt hatte.

BVB-Debütant Tigges: engagiert, aber glücklos

Auch Tigges, bei seinem Profi-Debüt engagiert aber am Ende glücklos, verpasste das erlösende 2:0, als er allein auf Fejzic zulief, für den Torabschluss aber wohl zu viel Zeit hatte und versuchtem den Ball halbhoch am Braunschweiger Keeper vorbeizubringen (85.). Erst Sancho machte es besser und beendete das Zittern.

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