Landgericht Bochum

Zwei Männer überfallen Pizzaboten – nun müssen sie vor Gericht

Zwei junge Männer haben einen Pizzaboten in eine fiese Falle gelockt. Nun werden ihnen schwere Körperverletzung und Erpressung vorgeworfen.
Der Angeklagte steht kurz vor Beginn seines Gerichtsprozesses.
Der Angeklagte steht kurz vor Beginn seines Gerichtsprozesses. © Foto: wvb

Mit einem Geständnis hat am Donnerstag am Bochumer Landgericht ein Prozess um einen scheinbar gezielt und perfide geplanten Raubüberfall auf einen Pizzaboten in Herne begonnen. Ein 22-jähriger Angeklagter räumte über seinen Verteidiger sofort ein: „Ja, wir haben das so gemacht.“ Ein Mitangeklagter (23) wollte dagegen zu Prozessbeginn vorerst schweigen.

Der ältere Angeklagte soll über das Handy eines Freundes bei einem Lieferdienst drei Pizzas und drei Flaschen Cola bestellt haben. Als Lieferort war laut Staatsanwaltschaft eine Anschrift im Herner Stadtteil Holsterhausen vereinbart worden.

Als der Pizzabote dort gegen 1.04 Uhr ankam und aus seinem Pkw stieg, wurde er – so die Anklage – auf der Straße von einem der Angeklagten mit den Worten empfangen: „Was machst Du hier?“ Dann soll der Bote kurz abgelenkt und dazu gebracht worden sein, sich umzudrehen – als er seinen Kopf wieder zurück drehte soll ihn sofort eine Faust getroffen haben. Beide Angeklagte sollen dann im weiteren Verlauf auf den am Boden liegenden Pizzaboten eingeschlagen und -getreten haben. Dann wurde der Pizzabote laut Anklage gezwungen, sein Bargeld und sein Smartphone herausgeben, außerdem vorher noch die Rufnummer von dem Bestell-Anruf aus seinem Handy zu löschen. Begleitet von der Drohung, „ihn abzustechen, sollte er etwas der Polizei sagen“, sollen die Angeklagten dann von ihrem Opfer abgelassen haben. Der Pizzabote erlitt laut Staatsanwaltschaft eine Gesichtsprellung, diverse Schürfwunden und eine Platzwunde an der Nase.

Der jüngere Angeklagte räumte in seinem Geständnis indirekt ein, dass ein Raubüberfall praktisch von Anfang geplant gewesen sei. Zuerst habe man einen Bestell-Anruf über eine Telefonzelle und mit unterdrückter Nummer gestartet. „Der Lieferdienst meinte dann aber, das ginge so nicht“, so der 22-Jährige. Daraufhin habe man ein Handy genommen.

Die Anklage lautet auf räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung. Der 22-jährige Angeklagte sitzt seit Oktober 2021 in U-Haft. Für den Prozess sind vor der 3. Jugendkammer vorerst noch zwei weitere Verhandlungstage bis zum 7. Februar geplant.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.