Die Wochenbilanz belegt, dass die Zahl neuer Corona-Infektionen aktuell sehr stark sinkt. Im Vergleich zur ersten Welle im Frühjahr 2020 ist die Lage allerdings nach wie vor sehr ernst. © picture alliance/dpa
Die Wochenbilanz

Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinkt in rasendem Tempo

Die Talfahrt bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verläuft weiter in rasantem Tempo. Und nicht nur bei der Zahl der neuen Fälle hat sich der Rückwärtstrend deutlich stabilisiert.

Diese Zahlen geben Hoffnung, dass schon bald die Zeit für weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen kommen kann. Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte zwischen dem 8. und 15. Februar in Deutschland 50.442 neue Fälle einer Corona-Infektion. Das ist der niedrigste Wert seit der Woche vom 12. bis 19. Oktober.

Das bedeutet: In den vergangenen sieben Tagen gab es 16.132 neue Fälle weniger als eine Woche zuvor (1. bis 8. Februar), und exakt 123.132 weniger im Vergleich zur bisher schlimmsten Woche zwischen dem 14. und 21. Dezember, als mit 173.574 neuen Fällen der bisherige Höchststand gemessen wurde. In der vergangenen Woche betrug der Anstieg bei den neuen Fällen also deutlich weniger als die Hälfte gegenüber dem bisherigen Höchststand.

Auch bei den Todesfällen sinken die Zahlen

Auch die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben sind, geht weiter kontinuierlich zurück. In den sieben Tagen zwischen dem 8. und 15. Februar wurden dem Robert-Koch-Institut 4555 Corona-Tote gemeldet. Das ist noch immer eine sehr hohe Zahl, aber es sind eben auch1.499 Tote weniger als in der Vorwoche. Es ist der niedrigste Anstieg seit der Woche zwischen dem 7. und 14. Dezember. Die höchste Zahl an Corona-Toten wurde in der Woche zwischen dem 4. und 11. Januar mit 6112 gemeldet.

In der Woche zwischen dem 7. und 14. September wurden in Deutschland 25 Corona-Tote registriert. Seither kletterte die Zahl der Corona-Toten pro Woche nach oben, seit Anfang November in einer extrem steilen Kurve. Eine Ausnahme gab es lediglich in der Weihnachtswoche zwischen dem 21. und 28. Dezember, was aber mit Sicherheit auf Meldeverzögerungen an den Feiertagen zurückzuführen ist.

Noch immer ist die Lage ernster als im Frühling 2020

So gut die Entwicklung in den vergangenen Wochen auch ist. Ein Vergleich mit dem vergangenen Frühling, als die erste Infektionswelle über unser Land schwappte, macht das sehr deutlich. Damals gab es innerhalb von sieben Tagen die meisten Neuinfektionen zwischen dem 30. März und 6. April, nämlich 38.093. Diesen Wert haben wir auch in der zweiten Februarwoche noch um mehr als 12.000 Fälle überschritten. Bei den Corona-Toten gab es die meisten Opfer zwischen dem 13. und 20 April: genau 1.605. In der vergangenen Woche gab es noch immer mehr als doppelt so viele.

Der Anteil der PCR-Tests mit einem positiven Ergebnis ist weiter gesunken. Er liegt aktuell jetzt bei 7,86 Prozent. Dieser Anteil war monatelang kontinuierlich gestiegen. Waren Mitte Juli nur 0,74 Prozent der Getesteten tatsächlich auch mit dem Coronavirus infiziert, stieg dieser Wert in der Woche vom 28. Dezember bis zum 4. Januar auf 16,1 Prozent. Das war der bisherige Höchststand.

Die Inzidenz nähert sich dem neuen Grenzwert

Auch bei der 7-Tages-Inzidenz haben sich die Zahlen deutlich verbessert. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich innerhalb der vergangenen sieben Tage mit dem Coronavirus infiziert haben.

Als in der letzten Oktoberwoche der Lockdown light für November beschlossen wurde und unter anderem alle Kneipen und Restaurants schließen mussten, lag die Inzidenz bei etwas mehr als 80, doch der erhoffte Effekt blieb aus. Als Ende November der Lockdown light verlängert wurde, lag die Inzidenz bei rund 143. Auch diese Verlängerung konnte keine grundlegende Kehrtwende einleiten. Im Gegenteil.

Als der harte Lockdown daraufhin Mitte Dezember verkündet wurde, war die Inzidenz auf rund 176 gestiegen. Am 22. Dezember wurde mit 197,6 der bisher höchste Wert gemessen, dann ging er – mit einem zwischenzeitlich erneuten Anstieg – auf aktuell 58,9 zurück. Vor einer Woche lag er noch bei 76.

Regional sehr große Unterschiede

Dabei gibt es allerdings nach wie vor regional erhebliche Unterschiede. Ziel des harten Lockdowns ist es ja seit dem jüngsten Corona-Gipfel, die Inzidenz unter die Schwelle von 35 zu bringen. Das war zuletzt vor vier Monaten am 15. Oktober mit 34,1 der Fall. In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz aktuell bei 56,6, in Thüringen aber beispielsweise noch immer bei 102.

Insgesamt 2.736.109 Menschen wurden bis zum 12. Februar in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. 1.410.239 Menschen erhielten bereits eine zweite Impfung.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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