Die Infektionszahlen steigen, aber Engpässe gibt es auf den Intensivstationen glücklicherweise noch nicht. © picture alliance/dpa/DOCDAYS Productions/rbb
Wochenbilanz

Trotz stark steigender Infektionszahl gibt es positive Corona-Nachrichten

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen Tagen stark gestiegen ist, gibt es in der Corona-Wochenbilanz dennoch zumindest zwei positive Nachrichten.

Wer die täglichen Corona-Entwicklungen in den vergangenen Tagen verfolgt hat, dürfte nicht überrascht sein. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus hat sich innerhalb der vergangenen Woche wieder deutlich erhöht. Insgesamt registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) in der Woche vom 8. bis 15. März 70.656 Neuinfektionen. Das sind noch einmal 12.531 mehr als in der Woche zuvor.

Damit hat die Zunahme der Fälle wieder deutlich an Fahrt aufgenommen, nachdem sie seit dem bisherigen Höchststand in der Woche zwischen dem 14. und 21. Dezember (173.574) bis Mitte Februar kontinuierlich gesunken war (8. bis 15. Februar: 50.442).

Das ist alles andere als eine gute Entwicklung, die sich natürlich auch in der 7-Tages-Inzidenz niederschlägt. Vor einer Woche lag sie noch bei 68, jetzt ist der Wert auf 82,9 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gestiegen.

7-Tages-Inzidenz im Steigflug

Inzwischen liegt die Inzidenz in keinem Bundesland mehr unter der Marke von 50, dafür aber in drei Bundesländern (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) über der Schwelle von 100, ab der auch bereits eingeleitete Lockerungen laut dem jüngsten Beschluss des Corona-Gipfels wieder zurückgenommen werden sollen.

So besorgniserregend der Anstieg der Fallzahlen auch ist, so erfreulich stellt sich weiter die Entwicklung bei der Zahl der an oder mit einer Coronainfektion gestorbenen Menschen dar. In der Woche zwischen dem 8. und 15. März zählte das RKI genau 1.484 Corona-Tote. Natürlich ist jeder einzelne Tote einer zu viel, aber: Es ist der geringste Wert seit vier Monaten. Zuletzt wurden in der Woche zwischen dem 9. und 16. November mit 1.195 weniger Corona-Opfer gezählt. Die bisher meisten Corona-Toten gab es in der Woche zwischen dem 4. und 11. Januar, als 6.112 Opfer registriert wurden.

Dass die zurückgehende Zahl von Todesopfern trotz steigender Infektionszahlen bereits ein Erfolg der seit Weihnachten – wenn auch schleppend – angelaufenen Impfungen der am meisten gefährdeten Menschen ist, liegt nahe. Andererseits ist es für eine Entwarnung sicher noch zu früh, denn bei steigenden Fallzahlen dürfte sich auch die absolute Zahl der jüngeren Menschen ehöhen, die schwer an Covid 19 erkranken, obwohl schwere Verläufe in dieser Personengruppe prozentual sehr gering sind.

Ein Vergleich mit dem vergangenen Frühling, als die erste Infektionswelle über unser Land schwappte, macht deutlich, wie ernst die Lage nach wie vor ist. Damals gab es innerhalb von sieben Tagen die meisten Neuinfektionen zwischen dem 30. März und 6. April, nämlich 38.093. Jetzt, in der zweiten Märzwoche gibt es mehr als 32.000 Fälle mehr. Bei den Corona-Toten gab es die meisten Opfer zwischen dem 13. und 20 April: genau 1.605. Hier liegen wir aktuell zum Glück wieder unter dieser Höchstmarke.

Keine Engpässe auf den Intensivstationen

Ebenfalls erfreulich und in gewissem Maße auch beruhigend ist ein Blick auf die Intensivstationen im Land. In Nordrhein-Westfalen werden derzeit, so meldet das Intensivregister, 569 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 330 beatmet werden. Das sind weniger als halb so viele Corona-Patienten auf den Intensivstationen als am bisher kritischsten Tag, dem 3. Januar, als dort 1.167 Corona-Patienten betreut werden mussten. In der ersten Welle im Frühjahr 2020 lag der Höchstwert von Corona-Intensivpatienten übrigens bei 656. Das war am 10. April.

Noch ein Blick auf die Impfungen. Bis einschließlich Freitag (12. März) wurden in Deutschland 6.113.484 Menschen gegen das Virus geimpft. 2.749.786 von ihnen bereits zweimal.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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