Rehrücken aus der Guten Stube im Parkhotel Herne. © Carsten Kobow
Über den Tellerrand

Sterne-Kandidat aus der Region? „Gute Stube“ bietet französische Küche

Holt das Restaurant Gute Stube vielleicht den nächsten Stern ins Ruhrgebiet? Im Parkhotel Herne ist man nicht nur für diese Küchenrichtung sehr gut aufgestellt.

Die Michelin-Sterne für gleich drei Dortmunder Restaurants haben jüngst für große Freude in der Stadt gesorgt und durchaus für Überraschung in der übrigen Republik. Wie groß mag die Verwunderung über die gehobene Gastronomie im Ruhrgebiet noch werden, wenn sich vielleicht bald auch Herne mit einem Stern schmücken kann? In der „Guten Stube“ des Parkhotels Herne arbeitet man bereits mit viel Leidenschaft an dieser Auszeichnung.

Auch von außen gut anzusehen: Die Gute Stube in Herne, links daneben die Hotelgebäude.
Auch von außen gut anzusehen: Die Gute Stube in Herne, links daneben die Hotelgebäude. © Marc Lorenz © Marc Lorenz

Natürlich scharrt man dieser Tagen auch in der Küche der „Guten Stube“ mit den Hufen, um endlich wieder ein stückweit öffnen zu dürfen. Schließlich hat das Parkhotel im hübschen Palais-Gebäude nicht nur ein elegantes Innenrestaurant auf höchstem Niveau zu bieten.

In die Moderne geführt

Auch ein weitläufiger Außenbereich fernab allen Trubels und mit traumhaftem Blick in den Stadtgarten, der zum Flanieren und zum Genießen der Natur einlädt, verwöhnt Gäste. Das an den Biergarten angrenzende hauseigene „Stübchen“ bereitet teils zünftige, teils neu durchdachte gutbürgerliche Küche vom Roastbeef bis zum Zanderfilet zu.

Herzstück des Parkhotels ist allerdings buchstäblich die „Gute Stube“. Geschäftsführer Jan-Hendrik van Dillen hat hier in den vergangenen Jahren so manche Neuausrichtung vorgenommen und damit Hotel, Küche und Gasträume in die Moderne geführt. Jüngst wurde die längst nicht mehr zeitgemäße Kegelbahn im Keller abgerissen und durch eine Lehr- und Showküche ersetzt.

Rehrücken in der Guten Stube des Parkhotels Herne. © Marc Lorenz © Marc Lorenz

Den größten Coup konnte van Dillen aber schon vor rund drei Jahren landen, als er Thorsten Brodal als Küchenchef engagierte. Zehn Jahre hatte Brodal zuvor im Zwei-Sterne-Restaurant Schloßberg in Baiersbronn gekocht, es dabei sogar zur Auszeichnung „Sous Chef des Jahres“ geschafft. Und langsam aber stetig spricht sich in der Gourmet-Szene herum, dass hier in Herne ein geradezu meisterlicher Küchenchef am Werke ist.

SERIE

ÜBER DEN TELLERRAND

In unserer Serie „Über den Tellerrand“ stellen wir Restaurants außerhalb Dortmunds vor, für die es sich lohnt, ein paar Kilometer zurückzulegen.

Seine Küche basiert auf der klassischen französischen Schule, die Ausgangsprodukte sind exzellent und der Küchenmeister weiß immer wieder aufs Neue, mit kraftvollen Jus den Gerichten eine außergewöhnliche Note zu verleihen.

Die sorgfältig aufgebauten Menüs beginnen bei 59 Euro für vier Gänge bis zu 89 Euro für den vollen Sechs-Gang-Spaß. Sucht Sommelière Nadine Briese noch eine harmonierende Weinbegleitung aus, so erhöht sich der Preis auf 84, respektive 125 Euro.

Die Gänge greifen in der Tat nach den Sternen, sei es ein „Glattbutt in weißer Tomaten-Nage mit Meerschnecken, Pak Choi und Sepia Risotto“ oder der „Eifel Lammrücken mit Bauch und Bries, Naturjus, Coco-Bohnen, Spinat und Zwiebelcrunch“.

Superb ist auch das Käsebrett von Affineur Waltmann. Das Gesamtpakt der „Guten Stube“ ist nicht nur in Herne ganz oben angekommen.

ÜBERSICHTSSEITE

Alles rund um Essen und Genuss in und um Dortmund

Auf unser Übersichtsseite „Genussecke“ sammeln wir alles zu kulinarischen Geheimtipps und neuen Restaurants in Dortmund und Umgebung. Hier gibt es alle Artikel.

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