Die Polizei musste am 9. Januar in Menden mit einem Großaufgebot eine unklare Gefahrenlage beseitigen: Ein verwirrter Mann hatte sich in einem Livestream auf Facebook mit einem potenziell gefährlichen Objekt präsentiert (Symbolbild). © picture alliance / dpa
Großeinsatz der Polizei

SEK-Einsatz in Menden: Polizei findet in Wohnung seltsame Konstruktion

Spektakulärer Großeinsatz der Polizei am Samstag in Menden: Nach stundenlanger Ungewissheit konnten Beamte zwei Männer festnehmen und stießen bei der Durchsuchung der Wohnung auf ein seltsames Konstrukt.

Folgenreiches Ergebnis nach dem SEK-Einsatz am vergangenen Samstag in Menden: Einer der beiden verhafteten Männer ist vom Ordnungsamt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Die Polizei machte in der Wohnung unterdessen eine rätselhafte Entdeckung.

»Das war schlecht vorherzusehen, wir mussten entsprechend vorsichtig vorgehen und dem Verdacht nachgehen.«

Christof Hüls, Sprecher Polizei Märkischer Kreis

Nachdem sich ein offenbar verwirrter 39-jähriger Mann ab 6 Uhr am frühen Morgen in einem Livestream auf Facebook gezeigt und ein zunächst als „Langwaffe“ gedeutetes Objekt präsentiert hatte, setzte die Polizei ein Sondereinsatzkommando ein.

Rohr an einem Fotostativ befestigt

Nach der Räumung des Hochhauses nahe der Mendener Innenstadt konnten die Beamten schließlich kurz nach 13 Uhr in die Wohnung eines 57-Jährigen eindringen und zwei Männer festnehmen.

Eine Waffe fand die Polizei bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung, in der der 57-Jährige den wohnungslosen 39-Jährigen beherbergte, nicht. Stattdessen stellte sich ein an einem Fotostativ befestigtes Rohr als das Objekt heraus, das wohl zuvor auf den Bildern im Internet als Gewehr gedeutet werden konnte.

Mit welcher Absicht der Mann diese Konstruktion angefertigt hatte, sei auch bei seiner späteren Vernehmung nicht klar geworden, sagte Christof Hüls, Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis, am Montag auf Nachfrage.

Die psychische Situation des 39-Jährigen, der auch ärztlich untersucht wurde, habe am Samstagabend die Stadt Menden bewogen, eine Einweisung in eine Psychiatrie zu veranlassen.

Dagegen konnte der 57-jährige Wohnungsinhaber nach seiner Vernehmung freigelassen werden. Weil die in der Wohnung aufgefundenen Gerätschaften „wahrscheinlich harmlos“ seien, liege im Ergebnis wohl auch keine Straftat eines der beiden zunächst Festgenommenen vor.

Über die Motive des 39-Jährigen, der in dem Livestream einen extrem verwirrten Eindruck gemacht hatte, könne derzeit nur spekuliert werden; zum Ausdruck gebracht habe er jedenfalls auch Ärger über Behörden.

Risiko für Polizei schwer kalkulierbar

Angesichts des schwer zu kalkulierenden Risikos sei es der Polizei vor allem darum gegangen, eine Gefährdung von Menschen auszuschließen. Rund 70 Personen waren evakuiert und zeitweise auf die Wilhelmshöhe verbracht worden.

„Das war schlecht vorherzusehen, wir mussten entsprechend vorsichtig vorgehen und dem Verdacht nachgehen“, erläuterte Christof Hüls. Erst nach Ende der Vernehmungen gegen 22 Uhr am Samstag konnte die Polizei den Fall vorerst abschließen.

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
Zur Autorenseite
Marcus Land

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.