Winter-Tourismus

Nach Sperrungen in Winterberg: Polizei meldet über 270 Verstöße

In Winterberg haben Polizei und Ordnungsamt über 270 Verstöße festgestellt. Das Skigebiet ist gesperrt, weil der Touristenansturm zu hoch war. Trotz des Betretungsverbots kamen viele Besucher.
Polizei und Ordnungsamt haben am Wochenende viele Verstöße in Winterberg gemeldet. © picture alliance/dpa

Trotz eines Betretungsverbots sind auch am Sonntag wieder viele Tagesausflügler nach Winterberg im verschneiten Sauerland gefahren. Die Polizei riegelte daraufhin wichtige Zufahrtsstraßen ab. Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt. „Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen“, berichtete sie.

Die Sperrungen am Sonntag führten den Angaben zufolge teilweise zu einer Verlagerung des Wintersports in angrenzende Gebiete. Auch in Hellenthal in der Eifel war der Andrang so groß, dass die Polizei die Zufahrtswege zu beliebten Hängen sperrte. Es herrsche enormer Betrieb, sagte ein Polizeisprecher. Winterberg hatte in den vergangenen Tagen unter Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten. „Bleibt zuhause!“, hieß die Botschaft.

Über 270 Verstöße am Sonntag

Dies stieß aber nur teilweise auf Gehör. „Trotzdem setzen sich einige in die Autos und fahren trotzdem hier runter“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. „Was diese Menschen bewegt, kann ich nicht sagen. Unser Appell ist nach wie vor: Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schnee-Ausflüge, für Menschenansammlungen.“

Polizei und Ordnungsbehörden in Winterberg stellten am Sonntag über 270 Verstöße fest. Demnach wurden zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung erstattet, 150 Verwarngelder wegen Parkverstößen verhängt, außerdem 26 Verwarngelder für Verkehrsverstöße, drei Ordnungswidrigkeitenanzeigen, 63 Platzverweise, sechs Verstöße gegen die Maskenpflicht, 19 Verstöße gegen das Betretungsverbot und fünf Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung.

Touristen verhalten sich rücksichtslos

Am Samstag wurden mit insgesamt 280 Verstößen gegen Corona-Regeln bereits ähnlich viele festgestellt. Dazu gehörten allein 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht und 94 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung. Dazu kamen zwei Strafanzeigen, weil Einsatzkräfte beleidigt wurden und in einem anderen Fall bespuckt wurden. Eine Sprecherin der Stadt Winterberg sagte, dass die Touristen ihren Müll teilweise einfach liegen ließen und sogar ihre Notdurft auf Privatgrundstücken oder in der freien Natur verrichteten. Öffentliche Toiletten sind wegen des Lockdowns nicht aufgestellt.

dpa

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