Brutaler Mord in Vlotho-Exter: Polizei meldet überraschend Festnahme in Cold Case

Harald Schneider, Leiter der DNA-Analytik beim hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden (LKA), zeigt DNA-Proben.
Die Polizei hat neue DNA-Spuren in dem alten Mordfall aus Vlotho-Exter gefunden und sucht jetzt zahlreiche Kontaktpersonen. © picture alliance/dpa/LKH Hessen
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Knapp neun Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 84-Jährigen in Vlotho-Exter hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Laut gemeinsamer Mitteilung von Staatsanwaltschaft, Polizei und Landeskriminalamt in Düsseldorf sitzt ein 38-Jähriger aus Herford seit Dienstag in Untersuchungshaft im Gefängnis in Bielefeld.

Das Landeskriminalamt hatte sich den bislang ungelösten Fall aus dem Jahr 2014 nochmals genauer angeschaut. Die Polizei hatte daraufhin in den vergangenen Wochen mehrmals über den Fall und neue DNA-Spuren berichtet.

Zur Festnahme kam es jetzt laut Mitteilung durch die erneute Auswertung von Mikrospuren am Tatort. Die führten zum DNA-Material des 38-Jährigen, das den Ermittlern aus einem anderen Verfahren vorlag. Wegen der noch laufenden Ermittlungen wollte ein Polizeisprecher dazu keine genaueren Angaben machen. Am Dienstag wurde die Wohnung des Mannes durchsucht. Der Beschuldigte äußert sich laut Mitteilung bislang nicht. Der Haftbefehl lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier.

Kannte die Seniorin ihren Mörder?

Im Februar 2014 war die 84-jährige Agnes N. in ihrem Haus von einem Unbekannten erstochen worden. Die Frau war nach dem Klingeln mit ihrem Rollator zur Tür gegangen und hatte sie geöffnet. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Opfer seinen Mörder möglicherweise kannte. Der Angriff mit einem äußerst langen, schmalen und scharfen Messer erfolgte noch im Hausflur. Das Tatwerkzeug wurde nie entdeckt. der Täter durchsuchte das Haus nach Beute, wurde aber nicht fündig.

Die Ermittler gingen 2014 davon aus, dass sich im engsten Umfeld der Frau herumgesprochen hatte, dass sie rund 40.000 Euro Bargeld im Haus hatte. Das Geld war zum Tatzeitpunkt allerdings aus einem Geheimversteck in der Wohnung in ein Bankschließfach gebracht worden. Gefunden wurde das Opfer von Mitarbeitern des Pflegedienstes.


dpa