Vor 15 Monaten stieß die Polizei in einer Lagerhalle in Herten auf eine professionelle Marihuana-Plantage mit mehr als 650 Cannabispflanzen. © Polizei Recklinghausen
Landgericht Bochum

Marihuana-Plantage in Herten: Drogen-Trio steht vor Gericht

In Herten hat die Polizei letztes Jahr eine XXL-Marihuana-Plantage entdeckt. Nun müssen sich drei Verdächtige vor dem Landgericht Bochum verantworten. Dem Hauptangeklagten drohen viele Jahre Haft.

Der Hinweis kam verdeckt, der Fund war spektakulär: Vor 15 Monaten stieß die Polizei in einer Lagerhalle in Herten auf eine professionelle Marihuana-Plantage mit mehr als 650 Cannabispflanzen. Seit Mittwoch beschäftigt der XXL-Rauschgiftfund das Bochumer Landgericht. Angeklagt ist ein Trio (34/35/33) aus Herten und Essen – zu den Vorwürfen haben sie sich alle drei Männer noch nicht geäußert.

Marihuana-Ernte wäre 26,3 Kilo schwer gewesen

Dutzende Spezialkräfte mit Helmen und schusssicheren Westen, dazu ein Gerätewagen der Technik-Einheit der Polizei: Es war der 28. August 2019, als sich zahlreiche uniformierte Beamte in einer spektakulären Polizeiaktion Zugang zu dem Gebäude verschafft hatten.

Tatverdächtige waren seinerzeit nicht vor Ort, der Fund im Inneren hatte es aber in sich: Die Polizisten stießen auf 657 ausgewachsene Cannabis-Pflanzen in Pflanzenkübeln nebst einer professionellen Belüftungs-, Beleuchtungs- und Bewässerungsanlage. Der Ertrag sämtlicher Pflanzen hätte laut Anklage eine Ernte von 26,3 Kilogramm Marihuana ergeben.

Hauptangeklagter ist kein Unbekannter im Drogen-Milieu

Die Bochumer Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Trio die Lagerhalle gemeinsam mit einem weiteren mutmaßlichen Komplizen zum 1. Juli 2019 angemietet hat. Als offizieller Mieter soll ein 33-jähriger Angeklagter aus Essen aufgetreten sein. Seine Aufgabenbereich umfasste laut Staatsanwaltschaft im Wesentlichen, sich regelmäßig an der Scherlebecker Straße zu zeigen und insbesondere „die Bewässerung der Pflanzen sicherzustellen“.

Der Hautpangeklagte (34) aus Herten, der als einziger der drei Angeklagten in U-Haft sitzt, soll in der Lagerhalle an der Scherlebecker Straße aus einer früheren Ernte einer Plantage in Witten weitere neun Kilo konsumfertiges Marihuana mit einem Verkaufswert von rund 90.000 Euro gelagert haben. Außerdem soll er ab März 2020, nachdem der vorherige Bandenchef festgenommen worden war, in dessen Rolle geschlüpft und weitere Marihuana und Kokaingeschäfte abgewickelt haben.

Ein Baseball-Schläger, 19 Schuss Munition und ein Messer

Bei einer Razzia am 29. Mai 2020 waren in der Wohnung des 34-Jährigen Drogen und Bargeld in typischer Dealerstückelung gefunden worden. Außerdem ein Baseballschläger, ein so genanntes Einhandmesser und 19 Schuss Munition. Die Anklage lautet auf unerlaubten und bewaffneten Drogenhandel (Mindeststrafe fünf Jahre Haft).

Der Prozess wird fortgesetzt. Am 1. Dezember wollen die Richter etwaige Erklärungen der Angeklagten entgegennehmen.

wvb

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