Impfstopp in NRW

Keine Erstimpfungen mehr in NRW in der nächsten Woche – Laumann: „sehr ärgerlich“

In 2000 Pflegeheimen in NRW ist bereits geimpft worden. Doch: 300 Heime stehen noch aus. Und in der kommenden Woche können keine Erstimpfungen in NRW erfolgen.
Karl-Josef Laumann (CDU) bei den Impfungen am Universitätsklinikum Essen. Den Impfstopp in NRW bezeichnete er als „sehr ärgerlich“. © picture alliance/dpa

Im Zuge der vor vier Wochen gestarteten ersten Impfwelle konnten sich in NRW bislang Bewohner und Mitarbeiter von rund 2000 Pflegeeinrichtungen gegen Corona impfen lassen. In etwa 300 Heimen wurde noch nicht geimpft, wie das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dies stehe aber bevor, erklärte ein Sprecher. In der ersten Februarwoche sollen die Erstimpfungen in allen Heimen erfolgt sein.

Bis einschließlich Freitag zählte das Ministerium in NRW knapp 341.000 Erstimpfungen, darunter 40.000 von Beschäftigten in Kliniken. Außerdem erhielten gut 72.000 Menschen bereits die für den Komplettschutz nötige Zweitimpfung. Wegen eines Lieferengpasses beim Biontech/Pfizer-Impfstoff finden in der kommenden Woche in NRW keine neuen Erstimpfungen statt. Zweitimpfungen sollen aber wie geplant durchgeführt werden.

Laumann: Impfpause von einer Woche ist „sehr ärgerlich“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bezeichnete es als „sehr ärgerlich, dass wir nun eine Woche pausieren müssen“. Trotzdem stehe der Impfplan in NRW. „Über 80 Prozent der Pflegeheime sind durch mobile Teams zur Impfung aufgesucht worden. Und die Terminvergabe für die über 80-Jährigen startet ebenfalls am Montag.“ Die Logistik habe gut funktioniert, so Laumann weiter. „Leider können wir aber nur das verimpfen, was wir bekommen.“

Die für die Impfungen in den Heimen zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zogen vier Wochen nach dem Impfstart eine positive Bilanz. Die KV Westfalen-Lippe äußerte sich auf dpa-Anfrage „sehr zufrieden“. Ein Sprecher der KV Nordrhein sprach von einem „weitgehend reibungslosen Ablauf“. Die ersten Bewohner und Mitarbeiter waren in NRW am 27. Dezember, dem Sonntag nach Weihnachten, geimpft worden.

KV Nordrhein: Vorbereitsungszeit war sehr kurz

Die Vorbereitungszeit auf den Impfbeginn direkt nach Weihnachten sei allerdings extrem kurz gewesen, nachdem die Vorgabe des Gesundheitsministeriums erst Mitte Dezember gekommen sei, so der Sprecher. So hätten etwa Alten- und Pflegeeinrichtungen nicht alle notwendigen Vorbereitungen in der Kürze der Zeit treffen können. „Mittlerweile laufen die Prozesse aber reibungslos.“

Die deutliche Mehrzahl der Impflinge habe keine Probleme nach der Impfung gehabt, berichtete der Sprecher. „In einigen wenigen Fällen wurde uns im direkten Zusammenhang mit der Impfung von Kreislaufproblemen berichtet. In einem Fall wurde eine starke allergische Reaktion gemeldet.“

KV Westfalen-Lippe: Kaum Nebenwirkungen verzeichnet

Im Bereich der KV Westfalen-Lippe gab es eine Erhebung unter 1600 Geimpften. Davon hätten die meisten keine Probleme gehabt, sagte eine Sprecherin. Einige hätten allerdings über allgemeines Unwohlsein und leichte Kopfschmerzen geklagt.

Wie viele Bewohner und Mitarbeiter sich in den Heimen impfen ließen und wie viele nicht, wurde bislang nicht genau bekannt. „Konkrete und belastbare Zahlen zu Quoten können noch nicht vorgelegt werden“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Nach den bisher vorliegenden Informationen sei die Impfquote in den Alten- und Pflegeheimen aber „hoch“. „Sowohl das Personal als auch die Pflegebedürftigen haben ein hohes Interesse an einer Impfung“, sagte der Ministeriumssprecher.

dpa

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