Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Corona-Infektion sterben ist von Stadt zu Stadt, von Kreis zu Kreis höchst unterschiedlich. Das zeigen die Daten auf einer interaktiven Karte, die wir zu diesem Thema erstellt haben. © picture alliance/dpa
Coronavirus

In einigen Städten und Kreisen endet Corona-Infekt besonders oft tödlich

In welcher Stadt, in welchem Kreis sind bisher die meisten Menschen an oder mit Covid-19 gestorben? Ein Vergleich zeigt extreme Unterschiede. Dortmund sorgt dabei für eine Überraschung.

Welche Stadt, welchen Kreis in Nordrhein-Westfalen hat die Corona-Pandemie bisher am härtesten getroffen? Um diese Frage zu beantworten, kann man die Zahl der Infizierten miteinander vergleichen. Oder man schaut, wo die meisten Menschen mit oder an einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind.

Letzteres hat unsere Redaktion getan und für jeden Kreis und für jede kreisfreie Stadt in NRW zwei Zahlen ermittelt: Zum einen die Zahl der Corona-Toten pro 100.000 Einwohner und zum zweiten den Anteil der Corona-Toten an allen Infizierten in diesem Kreis oder dieser Stadt.

Herausgekommen sind dabei erstaunliche Unterschiede, die auf einer interaktiven Karte ablesbar sind. Die meisten Corona-Toten pro 100.000 Einwohner weist der Landkreis Olpe im Sauerland mit 42,6 auf. Die wenigsten Toten meldet Bielefeld mit einem Wert von 2,7 pro 100.000 Einwohner – das ist nur etwas mehr als sechs Prozent der Todesquote von Olpe. Noch erstaunlicher: Der direkte Nachbarkreis von Olpe, der Kreis Siegen-Wittgenstein, hat mit 2,9 eine ähnlich niedrige Quote wie Bielefeld aufzuweisen.

Dortmund schneidet sehr gut ab

Auch Dortmund schneidet bei diesem Vergleich sehr gut ab. Die Stadt kommt auf 3,6 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Damit liegt Dortmund im nordrhein-westfälischen Vergleich an fünfter Stelle.

Neben Olpe haben der Kreis Heinsberg, der am Anfang der Pandemie zum Hotspot geworden war, mit 37,2 sowie Wuppertal mit 24,8, Hamm mit 22,2 und Steinfurt mit 21,2 Corona-Toten pro 100.000 Einwohnern sehr hohe Werte zu beklagen.

Die Suche nach den Gründen

Um die Gründe für diese extremen Unterschiede zu ermitteln, ist eine detaillierte Analyse der einzelnen Todesfälle notwendig. So gab es im Kreis Olpe beispielsweise im Frühjahr Corona-Ausbrüche gleich in mehreren Altenheimen. Ältere Menschen aber sind durch das Virus besonders gefährdet. Bei 85 Prozent aller Corona-Toten in Deutschland handelt es sich laut Robert-Koch-Institut nämlich um Menschen, die 70 Jahre oder älter sind, obwohl diese Gruppe an der Zahl der Infizierten nur einen Anteil von 13 Prozent stellt.

Möglicherweise spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle. Das könnte etwa die Frage sein, wann es besonders schwere Fälle gegeben hat – am Beginn der Pandemie oder erst später, als die Mediziner schon besser das Virus zu bekämpfen wussten? Oder spielt die Nähe zu einem Krankenhaus mit Virus- oder Lungenexperten eine Rolle? Alles Fragen, die reichlich Stoff für wissenschaftliche Studien bieten.

Der zweite Vergleich

Übrigens: Vergleich man den Anteil der Corona-Toten an der Zahl der Infizierten, treten vergleichbare Unterschiede wie beim ersten Vergleichswert zu Tage. Während im Kreis Olpe bisher 5,9 Prozent aller Corona-Infektionen tödlich endeten, liegt dieser Anteil in Dortmund nur bei 0,7 Prozent.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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