Coronavirus

Impftourismus: NRW-Bürger reisen in andere Bundesländer – Kreise in Niedersachsen verärgert

Angesichts des knappen Corona-Impfstoffes ist Impftourismus zu einem Problem geworden. Auch Menschen aus NRW fahren über die Landesgrenze, um sich impfen zu lassen. Das sorgt für Ärger.
Das Impfzentrum in Hannover hat bereits am Montag (1.2.) seinen Betrieb aufgenommen, weitere Impfzentren in Niedersachsen folgten in dieser Woche. Dort haben sich offenbar auch Menschen aus NRW impfen lassen. © picture alliance/dpa

Mehrere Landkreise in Niedersachsen haben ihren Ärger über Impftouristen geäußert. Im Heidekreis habe sich jüngst ein Mensch aus Nordrhein-Westfalen impfen lassen wollen, sagte Sprecher Andreas Pütz am Donnerstag. Der Termin sei allerdings storniert worden, von wem, ist nicht klar.

Neben dem verhinderten Impftouristen aus Nordrhein-Westfalen haderte der Landkreis mit Anreisenden aus anderen Regionen Niedersachsens. Das gehe schon seit Wochen so. Die Menschen könnten sich Termine geben lassen „wo sie wollen“.

Mann aus NRW fuhr mit seinen Eltern zum Impfen nach Mannheim

In Nordrhein-Westfalen wurden zum Impfstart Anfang des Jahres mit dem knappen Impfstoff zunächst die Bewohner der Pflegeheime durchgeimpft. Die Impfzentren öffnen hierzulande erst am Montag– in anderen Bundesländern sind sie bereits in Betrieb. Dazu kamen große Problem bei der Vergabe der Impftermine in NRW.

Daher hatten offenbar viele Menschen eine Chance darin gesehen, sich in einem anderen Bundesland impfen zu lassen. So hatte die „Rheinische Post“ bereits vergangene Woche von einem Unternehmer aus dem Ruhrgebiet berichtet, der für seine Eltern eine Impfung in Mannheim (Baden-Württemberg) klargemacht hatte. Die zweite Dosis sollen sie am 18. Februar in NRW bekommen.

Berliner und Brandenburger fahren nach Sachsen-Anhalt

Impftourismus ist auch in anderen Bundesländern stark verbreitet. So berichtet die Berliner Zeitung, dass viele impfberechtigten Berliner nicht auf einen Termin im März warten wollen, sondern sich auf die über zwei Stunden lange Reise mit der Bahn oder dem Auto nach Sachsen-Anhalt aufmachen. Auch Brandenburger aus den Grenzregionen nutzten diese Möglichkeit.

Auch Baden-Würtemberg hatte Anfang des Jahres große Probleme mit dem Impftourismus aus dem Nachbarland Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg können Impfberechtigte bereits ab dem 27. Dezember einen Impftermin vereinbaren, in Rheinland-Pfalz erst Anfang Januar starten.

„Grenzgänger“ verknappen die Impf-Kontingente der Nachbarn

Problematisch sind „Grenzgänger“, weil der Impfstoff an die Bundesländer in Kontingenten vergeben wird, die nach den Einwohnerzahlen der Länder bemessen werden. Lassen sich viele Menschen aus NRW beispielsweise in Niedersachsen impfen, fehlen dort in den Zeiten des knapp bemessenen Impfstoffs irgendwann die Dosen für impfberechtigte Niedersachsen.

In Niedersachsen haben nun mehrere Kreise haben deshalb vom Land gefordert, die Terminvergabe für Impfungen künftig an die Meldeadresse zu knüpfen, wie Pütz sagte. In den nächsten Tagen will das Sozialministerium in Niedersachsen die Impfterminvergabe umstellen, berichtet ntv. Dann soll es weder einen Impftourismus innerhalb Niedersachsens geben und auch nicht mehr aus anderen Bundesländern.

mit dpa

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