Coronavirus

Impfaktionen in sozialen Brennpunkten: Lange Schlangen in Duisburg, Zurückhaltung in Bielefeld

In manchen Städten in NRW wurden am Wochenende erneut in sozialen Brennpunkten besondere Impfaktionen gestartet. Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich ausgefallen.
Wegen des Andrangs wurde die Warteschlange am Mittag geschlossen. Am Pfingstmontag sollten 1200 Impfdosen gespritzt werden. Die abgewiesenen Impfinteressierten wurden auf die kommenden Tage verwiesen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Bei besonderen Impfaktionen in sozialen Brennpunkten in Nordrhein-Westfalen machen die Behörden unterschiedliche Erfahrungen. Während die Menschen am Dienstag in Duisburg-Marxloh erneut Schlange standen, fiel die Reaktion auf eine Aktion im Bielefelder Stadtteil Jöllenbeck am Samstag zurückhaltender aus.

Nach Angaben des organisatorischen Leiters des Bielefelder Impfzentrums, Ingo Schlotterbeck, hätten etwa 1200 Bewohner einer Hochhaussiedlung geimpft werden können. Die Stadt hatte den Angaben zufolge im Vorfeld mit etwa 300 Impfwilligen gerechnet. Bis kurz vor Schluss kamen allerdings nur 217 Bewohner.

„Dafür gibt es zwei Gründe. Einmal war das Wetter mit Regen und Sturm wirklich katastrophal. Zum anderen haben uns viele Bewohner gesagt, dass sie in den zurückliegenden Monaten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sie durften sich demnach nicht impfen lassen“, sagte der Mann vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Lange Schlangen in Duisburg-Marxloh

Die restlichen Impfdosen seien aber bis zum Ende der Aktion noch verteilt worden. „Kurz vor Schluss hatte sich doch noch eine Schlange gebildet. Die Aktion hatte sich rumgesprochen und Menschen aus anderen Vierteln kamen vorbei“, sagte Schlotterbeck der dpa.

In Duisburg standen bei der Impfaktion vor einer Moschee im Stadtteil Marxloh auch am Dienstag die Menschen seit dem Morgen Schlange. „Es ist fast genauso voll wie am Pfingstmontag“, sagte eine Stadtsprecherin. Wegen des großen Erfolgs der Impfaktion bat die Stadt das Land um weitere Impfdosen.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass gerade das niedrigschwellige Impfangebot ohne Terminvereinbarung beim Arzt oder dem Impfzentrum ein sehr effizienter Weg ist, große Teile der Bevölkerung impfen zu können“, schrieb die Stadt an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wir würden diese Chance gerne nutzen und deutlich mehr solcher Impfaktionen durchführen – sehen Sie eine Möglichkeit, uns dafür weitere Impfstoffe zur Verfügung zu stellen?“

„Mit einem solchen Erfolg konnte keiner rechnen“

Insgesamt 3800 Impfdosen hatte das Land der Stadt für die Aktion schon bereitgestellt, wie die Sprecherin sagte. Am Pfingstmontag waren nach Angaben der Stadt insgesamt 1367 Impfdosen gespritzt worden – weit mehr als erwartet.

„Mit einem solchen Erfolg konnte keiner rechnen“, hatte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) gesagt. In dem Stadtteil ist die Corona-Inzidenz besonders hoch. Duisburg habe für die Aktion intensiv auch über die sozialen Medien Werbung gemacht.

dpa

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