Aktion: DHL transportiert Hilfspakete für die Ukraine kostenlos Post verteilt Pakete vor Ort

Ein Mitarbeiter legt Pakete auf ein Band.
Bürger können bei DHL kostenfrei Hilfspakete in die Ukraine verschicken. © picture alliance/dpa
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Der Ukraine befindet sich seit Kriegsbeginn vor rund neuneinhalb Monaten immer noch im Ausnahmezustand. Die Infrastruktur des Landes ist durch die russischen Angriffe hart getroffen worden. In vielen ukrainischen Städten fällt immer wieder der Strom aus, auch die Wasserversorgung ist vielerorts gestört. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer steht ein langer, harter Winter bevor.

Um ihnen zu helfen, hat die DHL eine Aktion für ihre Kunden gestartet. Diese können Hilfspakete zusammenstellen und kostenlos in die Ukraine verschicken. Die DHL kümmert sich dann darum, dass die Pakete dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. So funktioniert die Aktion und das müssen Sie beachten.

Hilfspakete in die Ukraine verschicken: So funktionierts

Das Prozedere ist simpel. Im Grunde muss nur ein Paket mit bestimmten Hilfsgütern gepackt, ein Label ausgedruckt und das Paket schließlich in einer Postfiliale abgegeben werden.

Die einzelnen Schritte im Detail:

Die Deutsche Post übernimmt dann die Beförderung aus Deutschland zu den Übergabepunkten der Ukrainischen Post in Polen, Ungarn und der Slowakei. Von dort kümmert sich die ukrainische Post „Ukrposhta“ um den Weitertransport. Die Hilfspakete werden an verschiedene Orte in der Ukraine transportiert und verteilt.

  • Beim Packen der Pakete ist darauf zu achten, dass die Paketsendung gut und sicher verpackt ist und das Maximalgewicht von 20 kg nicht überschritten wird.
  • Der Inhalt des Paketes soll außen auf dem Karton gut leserlich beschrieben werden, entweder auf Englisch oder Ukrainisch.
  • ein spezielles Paketlabel für Hilfspakete muss anschließend online heruntergeladen, ausgedruckt und auf dem Paket fest angebracht werden.
  • Zu guter Letzt, das Paket in einer beliebigen Poststelle abgeben. Für den Absender entstehen keine Kosten. Die Abgabe an Packstationen ist nicht möglich.

Welche Hilfsgüter werden in der Ukraine benötigt?

DHL bittet darum nur original verpackte und gereinigte/gewaschene Artikel in einem verwendungsfähigen Zustand zu verschicken.

  • Haltbare Lebensmittel (Konserven, Teigwaren, Mehl, Kaffee, Zucker, Trockenfrüchte, Süßigkeiten, Kondensmilch, Babynahrung (nicht in Gläsern) / Milchpulver, Tiernahrung)
  • Medizinische Produkte und nicht verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Verbandsmaterial, Schmerzmittel u.ä.)
  • Hygieneprodukte (Zahnpasta, Zahnbürsten, Seife, Shampoo, Feuchttücher, Windeln, Monatshygieneartikel)
  • Haushaltsgegenstände in gutem Zustand (Isomatten, Decken, Thermoskannen)

Welche Hilfsgüter für die Ukraine dürfen nicht ins Paket?

Die ukrainische Post bittet ausdrücklich darum, auf diesem Weg keine Kleidung zu spenden.

Nicht verschickt werden dürfen außerdem die üblichen verbotenen Inhalte beim Paketversand. Darunter zählen:

  • Waffen
  • Verschreibungspflichtige Medikamente
  • Verderbliches Essen
  • Drogen
  • Bargeld
  • Entzündliche Substanzen

Hilfspakete halfen Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg

Auch Deutschland hat nach dem zweiten Weltkrieg Hilfspakete erhalten. Die Organisation Care aus den USA hatte Deutschland mit Hilfspaketen versorgt. Bis 1960 hat die Organisation CARE ihre Aktivitäten in Deutschland aufrecht erhalten. Heute ist CARE eine der größten privaten Hilfsorganisationen der Welt. Seit 1980 gibt es einen deutschen Ableger.

Die ersten Pakete des einstigen Feindes kamen im Juli 1946 in Bremerhaven an, zunächst vor allem von US-Familien für ihre Verwandten gepackt. Das klassische Care-Paket mit möglichst lange haltbaren Nahrungsmitteln für eine Familie bestand aus Trockenobst, Dosenfleisch, Zucker, Mehl und Kaffeepulver. Viele ältere Deutsche verbinden ganz besondere Erinnerungen damit.

karie

Der Inhalt eines CARE-Paket ist am 11.06.2016 auf der Bühne einer Festveranstaltung anlässlich des 70. Geburtstag des CARE-Paketes.
Während der Luftbrücke flog die Organisation „CARE“ über drei Millionen Pakete mit Nahrung und Hilfsgütern in den blockierten Westsektor der Stadt Berlin. © picture alliance / dpa