Die Omikron-Variante dominiert jetzt in NRW und ganz Deutschland. Das RKI sagt „Die fünfte Welle hat begonnen“ und hat auch eine gute Nachricht für Ungeimpfte. © Foto: Andrey and Lesya auf Pixabay
Coronavirus

Fünfte Covid19-Welle ist in NRW angekommen – doch das RKI hat gute Nachrichten

75,8 Prozent aller neuen Coronafälle gehen in NRW jetzt auf Omikron zurück. Das RKI spricht erstmals offiziell von der 5. Welle. Doch im Wochenbericht versteckt sich auch eine gute Nachricht.

Erstmals spricht das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt ganz offiziell von der „fünften Welle“. In seinem am späten Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht heißt es: „In Deutschland hat mit der dominanten Zirkulation der Omikronvariante die fünfte Welle der Covid-19-Pandemie begonnen.“

Die Omikron-Variante hat sich – wie befürchtet – auch bei uns in einem atemberaubenden Tempo ausgebreitet. Machte sie in der Woche vom 13. bis 19. Dezember bundesweit erst 1,4 Prozent aller Neuinfektionen aus, ist der Wert in der Woche vom 3. bis 9. Januar auf 73,3 Prozent gestiegen.

In Nordrhein-Westfalen raste in dieser Zeit der Omikron-Anteil von 2,1 auf 75,8 Prozent in die Höhe. In Bremen hat Omikron mit 96,2 Prozent bereits nahezu alle anderen Varianten verdrängt, während in Mecklenburg-Vorpommern ihr Anteil mit 10,6 Prozent noch am geringsten ist.

Das RKI geht davon aus, dass sich die explosionsartige Ausbreitung des Virus weiter fortsetzen wird: „In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der auch bei Geimpften und Genesenen leichter übertragbaren Omikron-Variante gerechnet.“

Gute Nachricht: Omikron löst nicht so starke Verläufe aus

Allerdings, und das ist die gute Nachricht, zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Omikron im Schnitt nicht so starke Verläufe auslöst wie Delta. „Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierten im Vergleich zu Infektionen mit der Deltavariante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin“, heißt es im Wochenbericht.

Obwohl die Belegungszahlen in die Kliniken zurzeit noch rückläufig sind, kann es allerdings nach Einschätzung des RKI regionalen Kapazitätsengpässen im intensivmedizinischen Bereich kommen. Daher wird die Gefährdung der Bevölkerung nach wie vor als „sehr hoch“ eingeschätzt.

Eine Auffrischungsimpfung bietet den besten Schutz

Was den Schutz durch Impfungen angeht, bleibt es bei der bisherigen Aussage: Vollständig Geimpfte sind schlechter als bei Delta gegen eine Infektion, aber noch sehr gut gegen einen schweren Verlauf geschützt. Den besten Schutz bietet eine Auffrischungsimpfung.

Das zeigen auch die Daten der Impfdurchbrüche. In den vier Wochen zwischen dem 13. Dezember und 9. Januar gab es 238.474 neue Corona-Fälle, bei denen die Betroffenen Symptome zeigten. Der Anteil der Geimpften an diesen neuen Fällen lag bei 44,4 Prozent, der Anteil der Geboosterten nur bei 17 Prozent. Dabei muss man beachten: Inzwischen sind 72,3 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 45,1 Prozent sind geboostert.

Dass zunehmend die Zahl der Impfdurchbrüche steigt, erklärt das RKI so: „Je mehr Personen in einer Bevölkerung geimpft sind (hohe Impfquote), umso mehr Impfdurchbrüche beobachtet man.“

Omikron und die Zahl der Impfdurchbrüche

Für Impfdurchbrüche durch Omikron sind die folgenden Zahlen interessant: Die Zahl der Ungeimpften, die auf einer Intensivstation landen, liegt bei 40 Prozent, obwohl sie nur 27,7 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die Zahl der Geboosterten beträgt 20,9 Prozent, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung bei 45,1 Prozent liegt.

In seinem Wochenbericht weist das RKI darauf hin, die jährliche Grippewelle noch nicht begonnen hat, wenn auch die Zahl der Grippefälle steige.

Impfgegner profitieren von den Impfungen der anderen

Und noch ein Aspekt ist bemerkenswert: „Indirekte Effekte der Impfung, also die Verhinderung von Infektionen unter Ungeimpften aufgrund hoher Impfquoten und damit reduzierter Virustransmission in der Bevölkerung (sogenannter Gemeinschaftsschutz), können zu niedrigeren Inzidenzen bei Ungeimpften führen“, schreibt das RKI.

Das ist etwas kompliziert ausgedrückt. In einfachen Worten bedeutet das: Die vielen Menschen, die sich impfen lassen, schützen damit auch all jene, die sich nicht impfen lassen wollen. Damit profitieren auch die Impf-Gegner – ob sie wollen oder nicht – von der Impfung, die sie so konsequent ablehnen und gegen die sie auf die Straße gehen. Das ist eine gute Nachricht für Ungeimpfte.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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