Coronavirus

Frust bei Eltern: Mögliches Schulfrei an Karneval löst hitzige Debatte aus

Viele NRW-Schulen planen, rund um Rosenmontag (15. Februar) schulfrei zu geben. Eltern von betroffenen Kindern äußern ihren Unmut über die Pläne. Schulministerin Gebauer zeigt Verständnis.
Viele hoffen auf eine schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht ab dem 15. Februar - also an Rosenmontag. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die Planung vieler Schulen, trotz des schon wochenlang eingeschränkten Unterrichts demnächst rund um Rosenmontag schulfrei zu geben, hat Frust in der Elternschaft ausgelöst. Der Unmut in den Familien sei verständlich, viele Eltern hätten schon jetzt für die schulische Betreuung ihrer Kinder daheim einen Großteil ihres gesamten Jahresurlaub aufgebraucht, sagte die Vorsitzende der Landeselternkonferenz, Anke Schaar, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Viele Schulen hätten den Rosenmontag am 15. und den darauffolgenden Dienstag aber schon vor langer Zeit als bewegliche Feiertage beschlossen und dies mit dem Kommunen abgestimmt. Über Kritik seitens der Eltern hatte auch das „Westfalen-Blatt“ berichtet. Schaar erläuterte, dass Schulen zwar Beschlüsse zu beweglichen Feiertagen kurzfristig ändern könnten. „Auch Eltern können die Schulen bei Dringlichkeit um die Einberufung einer Schulkonferenz bitten.“

Unter den aktuell schwierigen Bedingungen wäre das aber ein besonders hoher Aufwand. Es gibt laut Landeselternkonferenz auch einige Schulen, die nun doch auf die eingeplante karnevalsfreie Schultage verzichten wollten. Angesichts der großen Herausforderungen im gesamten Schuljahr, in dem keine Rückkehr zur Normalität zu erwarten sei, stellt sich Schaar zufolge die Frage, ob einige wenige Tage „den Kohl noch fett machen.“

Gebauer: Schulen empfohlen, auf Karnevalsferien zu verzichten

Nach bisheriger Beschlusslage von Bund und Ländern gilt der aktuelle Lockdown bis zum 14. Februar; viele hoffen daher ab dem 15. Februar auf eine schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte den Schulen bereits vor mehreren Wochen empfohlen, auf Karnevalsferien zu verzichten. Die Tage könnten dafür genutzt werden, Unterrichtsinhalte nachzuarbeiten.

Zu normalen Zeiten legen Schulen oft bewegliche Feiertage auf einen oder mehrere Karnevalstage ab Weiberfastnacht. Bei der Lehrergewerkschaft GEW hieß es am Mittwoch: „Wir haben jedes Verständnis für die Stresssituation in den Familien.“ Dennoch sehe man keinen Anlass, wegen einem oder wenigen schulfreien Tagen an Karneval „an lange bestehenden Regelungen etwas zu ändern, die die Schulen ja mit den Kommunen synchronisiert haben“.

dpa

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