Der Angeklagte beim Prozessauftakt an der Seite seiner Verteidiger. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Fall Marvin: „Schnarchgutachten“ abgelehnt – Verteidiger legen 13 neue Beweisanträge nach

Die Verteidigung des angeklagten Sexualtäters Lars H. gibt nicht nach: Mit 13 neuen Beweisanträgen soll die zuletzt bescheinigte „volle Schuldfähigkeit“ in Zweifel gezogen werden.

Im Prozess um den Fall Marvin haben die Richter am Bochumer Landgericht ein zuletzt beantragtes „Schnarchgutachten“ abgelehnt, mit dem die Verteidigung die Beweiskraft eines Videos erschüttern wollte. Die Anwälte des Angeklagten Lars H. aus Recklinghausen haben danach aber sofort rund ein Dutzend neue Beweisanträge gestellt.

Verteidiger Markus Kluck beantragte unter anderem, die behandelnden Ärzte von Lars H. als Zeugen zu vernehmen. Hintergrund ist unter anderem ein Schädelhirntrauma. Der Angeklagte will nach eigenen Angaben im Kindergartenalter unter einen Bus geraten sein, später ist bei ihm Epilepsie ausgebrochen.

Prozess wird am 11. Februar fortgesetzt

Zwei Sachverständige hatten zuletzt aber praktisch ausgeschlossen, dass die schweren Kopfverletzungen schuldmildernde Auswirkungen auf die Persönlichkeit von Lars H. genommen haben. Durch einen Ablehnungsantrag wollen die Verteidiger nun ein weiteres psychiatrisches Gutachtens erreichen.

Der im Prozess schweigende und wegen Kinderpornobesitzes vorbestrafte Lars H. soll den anfangs 13-jährigen Marvin in seiner Wohnung in Recklinghausen-Süd hundertfach sexuell missbraucht haben. Entdeckt worden war Marvin 2019 zufällig bei einer Kinderporno-Razzia in einem Schrank. Stand jetzt wird der Prozess am 11. Februar fortgesetzt.

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