Das Foto zeigt den Angeklagten neben seinem Verteidiger Friedrich Hacheney. © Martin von Braunschweig
Prozess

Ex-Freundin mit Machete attackiert – Angeklagter gibt merkwürdige Erklärung ab

Bluttat auf offener Straße: Mit einer Machete soll ein 34-jähriger Mann in Hamm seine Ex-Freundin fast umgebracht haben. Zu Prozessbeginn versank der Angeklagte allerdings in Selbstmitleid.

Die 26-jährige Ex-Freundin des Angeklagten wurde durch den Hieb mit der rund 60 Zentimeter langen Waffe schwer am Bauch verletzt. Als ein Augenzeuge sie am späten Abend des 20. September 2020 auf der Straße fand, soll sich ihm ein entsetzlicher Anblick geboten haben. Die Gedärme seien zu sehen gewesen, sagte der Mann später aus.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Angeklagte noch auf der Flucht. In Panik will er damals mit dem Fahrrad vom Tatort weggefahren sein. Dabei habe er auch die Machete entsorgt, sagte er den Richtern des Dortmunder Schwurgerichts am Donnerstag.

Bei der Bluttat soll es sich seiner Schilderung nach nicht etwa um eine geplante Racheaktion gehandelt haben. Er habe seine Ex-Freundin vielmehr völlig zufällig nachts um 23.20 Uhr auf der Straße getroffen und dann versucht, ein Gespräch mit ihr zu führen.

„Ich wollte am Gartenteich meiner Mutter das Schilf entfernen“

„Ich wollte sie zur Rede stellen. Sie sollte mir sagen, warum sie sich so merkwürdig verhalten hatte“, behauptete der Mann vor Gericht. Als die 26-Jährige ihm aber nur entgegnet habe, dass er verschwinden solle, weil sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle, habe er „einen totalen Blackout erlitten“ und die Machete unter seinem Pulli hervorgezogen.

Dafür, dass er die rasiermesserscharfe Waffe überhaupt dabei hatte, lieferte der 34-Jährige vor Gericht ebenfalls eine merkwürdige Erklärung. „Ich wollte am nächsten Tag am Gartenteich meiner Mutter das Schilf entfernen“, behauptete der Mann. An diesem Abend habe er das „Werkzeug“ dann schon einmal zum Haus seiner Mutter bringen und es dort neben den Mülltonnen deponieren wollen.

Die Ex-Freundin schilderte den 34-Jährigen als sehr eifersüchtig und auch gewalttätig. Schon vor der Bluttat soll er sie mehrmals getreten haben, weil er ihr unterstellte, sie würde ihn mit anderen Männern betrügen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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