Autobahn

Entscheidung über marode A43-Brücke ist gefallen – Schrankenanlage kommt

Die marode Autobahnbrücke zwischen Recklinghausen und Herne bleibt für Lastwagen ab 3,5 Tonnen gesperrt. Für Pendler im Pkw dagegen sieht es gut aus. Bis 2027 soll ein neues Bauwerk her.
Bis 2027 soll die 420 Meter lange Emschertalbrücke über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und die Bahnstrecke ersetzt werden. © Jörg Gutzeit

Viele Pendler im Kreis Recklinghausen können aufatmen: Sie dürfen die marode A43-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal weiter nutzen. Für Lkw über 3,5 Tonnen jedoch bleibt sie mindestens bis Mitte 2025 gesperrt. Das hätten die zahlreichen Prüfmaßnahmen der letzten Wochen ergeben, wie Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn GmbH Westfalen, und A43-Projektgruppenleiterin Carola Priebs, am Freitag (25.6.) in Recklinghausen erklärten.

Damit die schweren Lastwagen nicht verbotenerweise das Bauwerk belasten, soll nun bis November eine Schrankenanlage vor und hinter der Brücke installiert werden. Kostenpunkt: mindestens zehn Millionen Euro. Und so sehen die Pläne aus:

Warum wird eine Schrankenanlage notwendig?

Die Brücke ist bereits seit Anfang April für Lkw ab 3,5 Tonnen gesperrt, wird aber täglich noch von zahlreichen Lkw genutzt, wie die zuständige Autobahnpolizei Münster erklärt. Die Fahrer scheuen die großräumige und zeitraubende Umleitung über die A2, A42 und A45. Derzeit können Kontrollen nur punktuell stattfinden. Wer erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von 150 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg.

Wie funktioniert die Schrankenanlage?

Die Anlage misst – ähnlich wie an der Leverkusener Brücke – automatisch das Gewicht des Fahrzeugs. Wenn es zu schwer ist, geht die Schranke runter, die Daten des Fahrers werden aufgenommen und das Fahrzeug wird über eine Abfahrtsspur abgeleitet. Danach wird die Schranke wieder für Pkw geöffnet. Gebaut wird die Anlage im Norden zwischen dem Kreuz Recklinghausen und der Anschlussstelle RE-Hochlarmark, im Süden zwischen Herne-Eickel und dem Kreuz Herne. Hier wird der Verkehr dann auf Tempo 40 gedrosselt. Da die Anlage rund um die Uhr personell besetzt sein muss, verursacht sie allein 6 Mio. Euro an Personalkosten, für die Technik werden 4 Mio. Euro veranschlagt.

Wie kann der Lkw-Verkehr abgeleitet werden?

Lkw, die aus Richtung Bochum kommen, können am Kreuz Herne auf die A42 ausweichen, Lkw, die aus Münster kommen, werden die Autobahn an der Anschlussstelle RE-Hochlarmark verlassen müssen und dann innerstädtisch umgeleitet. Dass diese Maßnahmen erhebliche Rückstaus verursachen können, darüber ist sich die Autobahn Westfalen im Klaren. „Wir stehen im engen Kontakt mit den Kommunen Recklinghausen und Herne, falls der Verkehr überhandnimmt“, sagt Direktorin Sauerwein-Braksiek. Gerade in der Anfangsphase sei dies nach den Erfahrungen aus Leverkusen nicht ausgeschlossen, gibt sie zu.

Rettungsfahrzeuge haben übrigens auf der A43-Brücke freie Fahrt.

Die neuen Brückenpläne stellen die Direktorin der Autobahn Westfalen, Elfriede Sauerwein-Braksiek (l.), und A43-Projektgruppenleiterin Carola Ziebs am Freitag in Recklinghausen vor. © Meike Holz © Meike Holz

Wie geht es mit dem Brückenbau weiter?

„Wir starten nach den aktuellen Planungen nächstes Jahr mit dem Bau der neuen Brücke – und wollen nach fünf Jahren komplett fertig sein“, verspricht Projektgruppenleiterin Ziebs. Fest steht, dass der Pkw-Verkehr auf vier Fahrspuren weiterlaufen wird. Noch nicht klar ist, ob das auf einer Behelfsbrücke sein wird oder auf einer Hälfte der alten Brücke, die dann allerdings zusätzlich verstärkt werden muss. „Wir wollen alles dafür tun, damit die Lkw ab Mitte 2025 wieder über den Rhein-Herne-Kanal fahren können, wenn wir die eine Seite des neuen Bauwerks fertiggestellt haben“, sagt Carola Priebs.

Und Elfriede Sauerwein-Braksiek ergänzt: „Wir werden mit den Baufirmen sehr kurze Fristen vereinbaren und scheuen uns nicht, Vertragsstrafen zu verhängen, falls Termine nicht eingehalten werden.“ Schon jetzt sind die Sorgen wegen des aktuellen Stahlmangels groß.

Daten & FaktenDie Emschertalbrücke

Die betroffene, 420 Meter lange Emschertalbrücke besteht aus drei Bauwerken, die über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und die wichtige Bahnlinie Recklinghausen-Wanne-Eickel führen.

An der südlichen Brücke über den Kanal – sie stammt aus dem Jahr 1965 – ist bei einer Überprüfung im Frühjahr festgestellt worden, dass sich die Stahlkonstruktion durchgebogen hat und die Tragfähigkeit des Bauwerks gefährdet ist.

100.000 Fahrzeuge nutzen die A43 hier täglich, der Schwerlastverkehr beträgt elf Prozent. Die Autobahn Westfalen vermutet, dass die vielen Staus während des A43-Ausbaus die Schäden beschleunigt haben.

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