Für die Zeit bis zum 12. Januar 2022 hat das Land NRW die Corona-Schutzmaßnahmen weiter verschärft. Das hat für viele Menschen erhebliche Folgen für die Art, wie sie Weihachten und Silvester feiern können. © picture alliance/dpa
Coronavirus in NRW

Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Nordrhein-Westfalen

Seit dem 28. Dezember gelten neue Corona-Schutzmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen. Wir zeigen auf einen Blick, was auf der Arbeit, bei Privatfeiern und in der Freizeit zu beachten ist.

Am 22. Dezember hat das Land NRW eine neue Coronaschutz-Verordnung erlassen und damit die Regeln in NRW den Beschlüssen der Ministerpräsidenten-Konferenz angepasst. Die Verordnung gilt bis zum 12. Januar 2022.

Es könnte allerdings sein, dass die Verordnung auch diesmal wieder schon zu einem früheren Zeitpunkt an die sich verändernde Lage angepasst werden muss. Dabei könnte die Omikron-Variante ein entscheidender Faktor sein. Wir fassen hier in 22 Punkten zusammen, welche Regeln ab sofort zu beachten sind.

1. Kontaktbeschränkungen

Ab dem 28. Dezember 2021 sind private Zusammenkünfte im Innen- wie Außenbereich von Geimpften und Genesenen nur noch mit maximal zehn Personen (allerdings ohne Begrenzung auf eine bestimmte Zahl von Hausständen) erlaubt. Kinder bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres sind hiervon ausgenommen.

Sobald eine ungeimpfte Person teilnimmt, gelten sehr viel strengere Bestimmungen: Neben dem eigenen Haushaltes dürfen nur noch zwei Personen eines weiteren Hausstands teilnehmen. Kinder unter 14 zählen nicht mit. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Angehörigen des weiteren Haushalts geimpft, genesen oder ungeimpft sind.

2. Die neue Inzidenz-Schranke von 350

Einige Monate lang war sie praktisch verschwunden, die Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für striktere Maßnahmen. Jetzt ist sie wieder da – und zwar für den privaten Bereich. Liegt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz über 350, müssen alle Kontakte reduziert werden. Dann dürfen sich in Innenräumen nicht mehr als 50 und im Außenbereich nicht mehr als 200 Geimpfte und Genesene zu Zusammenkünften oder Feiern treffen. Ungeimpfte bleiben bei solchen Treffen ohnehin außen vor.

3. 2G-Regelung im Einzelhandel

Nur noch vollständig Geimpften und Genesenen ist der Zugang zu Geschäften gestattet. Davon ausgenommen sind nur Geschäfte des täglichen Bedarfs. In den Supermarkt, zum Bäcker oder in die Drogerie oder Apotheke dürfen Ungeimpfte noch, aber nicht mehr in ein Bekleidungsgeschäft oder in einen Deko- oder Spielzeugladen. Wichtig: Die Geschäfte sind verpflichtet, die Zugangsbeschränkung zu kontrollieren. Dabei durften sie sich bis zum 7. Dezember auf stichprobenartige Kontrollen beschränken, danach muss lückenlos kontrolliert werden.

4. Großveranstaltungen ohne Zuschauer

Großveranstaltungen dürfen nur noch ohne Zuschauer stattfinden. Bei sonstigen Veranstaltungen gibt es Kapazitätsgrenzen, maximal sind 750 Zuschauern erlaubt.

5. Kinder und Jugendliche

Ungeimpfte und nicht genesene Schülerinnen und Schüler werden dreimal pro Woche in den Schulen getestet. Sie gelten daher ebenso als getestet wie Kinder im Vorschulalter. Generell sind Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre von Beschränkungen auf 2G und 2G-plus ausgenommen. Es gilt jetzt auch an den festen Sitzplätzen wieder die Maskenpflicht.

Schülerinnen und Schüler gelten während der Weihnachtsferien bis einschließlich 9. Januar nicht als getestet. Nicht geimpfte oder genesene Schülerinnen und Schüler müssen einen Einzeltestnachweis vorlegen, wenn sie als vollständig immunisiert gelten wollen.



6. Busse und Bahnen

In Bussen und Bahnen gilt die 3-G-Regel. Das heißt: Man muss geimpft, genesen oder getestet sein und einen entsprechenden Nachweis darüber bei sich haben. Der Testnachweis darf nicht älter als 24 Stunden sein. Außerdem gilt in Bussen und Bahnen weiter die Maskenpflicht, wobei eine medizinische Maske oder eine FFP-2-Maske getragen werden muss. Eine Alltagsmaske genügt nicht.

7. Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz gilt grundsätzlich die 3-G-Regel. Auch hier haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer also nur Zutritt, sofern sie geimpft, genesen oder getestet sind. Den Impf- und Genesenen-Nachweis muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin nur einmalig kontrollieren, den Test an jedem Arbeitstag.

Als Test akzeptiert wird ein maximal 24 Stunden alter Schnelltest oder ein maximal 48 Stunden alter PCR-Test. Der Arbeitgeber ist nur zweimal in der Woche verpflichtet, dem Arbeitnehmer einen Test anzubieten, an den übrigen Tagen ist der Arbeitnehmer in der Nachweispflicht.

Zugelassen ist neben einer Bescheinigung eines Testzentrums auch ein Selbsttest des Arbeitnehmers, wenn dessen Durchführung und Ergebnis vom Arbeitgeber kontrolliert wird. Dazu müsste sich allerdings der Arbeitgeber freiwillig bereitfinden, dazu verpflichtet ist er nicht.

8. Gastronomie, Hotels etc.

In Kneipen, Restaurants und bei touristischen Angeboten der Übernachtung gilt die 2-G-Regel. Ungeimpfte haben auch mit Testnachweis keinen Zugang mehr. Touristische Übernachtungen sind Ungeimpften verwehrt. Für nicht-touristische Übernachtungen gilt die 3-G-Regel, wobei in diesen Fällen bei der Anreise ein Test vorgelegt werden muss und an jedem zweiten weiteren Tag.

9. Clubs, Diskotheken, öffentliche und private Tanzveranstaltungen

Clubs und Diskotheken bleiben landesweit geschlossen. Darüber hinaus sind auch andere sowohl öffentliche als auch private Tanzveranstaltungen untersagt. Damit sind Partys oder Bälle zu Weihnachten und ebenso zum Jahreswechsel verboten.

10. Kultur, Freizeit & Co.

Alles, was den Bereichen Kultur und Freizeit zuzuordnen ist, ist nur für geimpfte oder genesene Menschen zugänglich. Das betrifft unter anderem Museen, Ausstellungen, Konzerte, Theater, Zoos, Freizeitparks und Eishallen.

Die Ausnahmen von der Maskenpflicht werden reduziert. Bei Sport in Innenräumen, in Schwimmbädern und bei Wellnessangeboten können keine Masken getragen werden, deshalb müssen auch Geimpfte und Genesene hierfür zusätzlich einen aktuellen, negativen Schnelltest vorzeigen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Das betrifft auch ausdrücklich aktive Amateursportlerinnen und -sportler. Wo für die Zuschauerinnen und Zuschauer 2-G gilt, gilt das auch für die Sportler, allerdings haben hier „übergangsweise“ auch Sportlerinnen und Sportler mit einem aktuellen PCR-Test noch Zugang. Wie lange diese Übergangsphase noch dauert, sagt die Verordnung nicht. Bei Profis sieht das anders aus. Für sie gilt – wie für alle Arbeitnehmer – die 3-G-Regel.

11. Singen im Chor

Gerade im Hinblick auf die Konzerte und Gottesdienste zum Jahreswechsel gilt für Chöre: Geimpfte und genesene Sänger können bei den Auftritten und den dafür notwendigen Proben auf das Tragen einer Maske verzichten. Das gilt allerdings nur für die beteiligten Menschen, die tatsächlich singen, nicht für jene, die zwar an einem Konzert mitwirken, nicht aber singen. Zusätzlich gilt die 2G-plus-Regel.

12. Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte dürfen öffnen, aber es gilt die 2-G-Regel, außerdem herrscht Maskenpflicht.

13. Silvesterfeuerwerk

Auch in diesem Jahr darf in Deutschland kein Silvester-Feuerwerk verkauft werden. Das Land hat jetzt zudem entschieden, wie im vergangenen Jahr auch die Kommunen aufzufordern, auf bestimmten belebten Plätze und Straßen das Zünden von Feuerwerkskörpern zu verbieten.

14. Körpernahe Dienstleistungen und Friseure

Körpernahe Dienstleistungen stehen nur den 2G offen, wobei es dabei zwei Ausnahmen gibt. Medizinische und pflegerische Dienstleistungen wie etwa die Fußpflege fallen genauso lediglich unter die 3-G-Regel wie ein Besuch beim Friseur. Diese Dienstleistungen stehen also auch Getesteten offen.

15. Tanz und Karneval

Tanzveranstaltungen sind bis 12. Januar untersagt. Bei Karnevalsfeiern und vergleichbaren Brauchtumsveranstaltungen, bei denen Tanzen nicht im Vordergrund steht, gilt die 2-G-Plus-Regel. Das heißt: Zutritt haben nur geimpfte oder genesene Menschen, die zusätzlich einen maximal 24 Stunden alten negativen Schnelltest oder einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen können. Diese gleiche Regelung gilt auch für Bordelle.

16. Versammlungen, Bildungsveranstaltungen etc.

Für Einrichtungen und Veranstaltungen, die nicht dem Freizeitbereich zuzuordnen sind, gilt die 3-G-Regelung. Das betrifft unter anderem Versammlungen in Innenräumen, Veranstaltungen im Bildungsbereich, Messen, Kongresse und auch die Sitzungen kommunaler Gremien.

17. Beerdigungen und Trauungen

Bei Beerdigungen und standesamtliche Trauungen gilt die 3-G-Regel.

18. Die Pflicht zur Kontrolle

Veranstalter und Betreiber müssen die digitalen Impf- und Testnachweise kontrollieren. Dabei muss zusätzlich der vorgelegte Impf- oder Genesenen-Nachweis mit dem Personalausweis verglichen und so überprüft werden. Dabei soll die CovPassCheck-App genutzt werden.

19. Maskenpflicht

In Innenräumen, in denen mehrere Personen zusammenkommen, gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht. Kommunen können, wenn sie das für sinnvoll halten, auch im Außenbereich – etwa in Fußgängerzonen – eine Maskenpflicht anordnen.

20. Quarantäne

Grundsätzlich muss sich automatisch in Quarantäne begeben, bei wem ein PCR-Test positiv ausgefallen ist. Gleiches gilt für die mit diesem Menschen in einem Haushalt lebenden Personen. Zudem muss sich jeder bis zum Vorliegen eines PCR-Test-Ergebnisses in Quarantäne begeben, der Krankheitssymptome aufweist oder dessen Schnelltest positiv ausgefallen ist. Über die Quarantäne von allen weiteren nicht-immunisierten Kontaktpersonen, die nicht mit einem Infizierten in einem Haushalt leben, entscheidet das Gesundheitsamt.

Seit dem 9. Dezember gilt darüber hinaus: Wer mit einem nachweislich mit der Omikron-Variante des Coronavirus Infizierten Kontakt hatte, muss trotz eigener Immunisierung für 10 Tage in Quarantäne, wobei das Gesundheitsamt sie auf 14 Tage verlängern kann und zudem vor Abschluss der Quarantäne einen PCR-Test verlangen kann.

Weiterhin bestehen bleibt eine 14-tägige Quarantänepflicht für Menschen, die aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreisen. Diese Frist kann man auch nicht durch einen negativen Test verkürzen. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist, muss ebenfalls für 10 Tage in Quarantäne, sofern er weder geimpft noch genesen ist. Nicht-immunisierte Menschen können die Quarantäne frühestens fünf Tage nach der Einreise mit der Vorlage eines negativen Tests verkürzen.

21. Neue Vorgaben für die Hochschulen

Eine parallel zur neuen Schutzverordnung erlassene „Corona-Epidemie-Hochschulverordnung“ erlaubt es den Hochschulen, den Anteil von Präsenzveranstaltungen innerhalb eines Studiengangs auf ein Viertel zu reduzieren. Da das Studium dadurch für viele Studierende schwieriger werden dürfte, räumt die Verordnung Freiversuche und die Möglichkeit zum Rücktritt von Prüfungen ein, wenn die Hochschule das nicht anders regelt. Zugangsvoraussetzung zu Präsenzveranstaltungen ist die 3-G-Regel.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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Ulrich Breulmann

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