Die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert haben, ist auf den niedrigsten Stand seit 16 Wochen gesunken. © picture alliance/dpa
Die Wochenbilanz

Die besten Corona-Zahlen seit 16 Wochen – und es gibt weitere gute Nachrichten

In den vergangenen sieben Tagen haben sich so wenige Menschen mit dem Coronavirus infiziert wie seit 16 Wochen nicht mehr. Und ein weiterer positiver Trend hat sich ebenfalls fortgesetzt.

Zwei Tage vor den Beratungen des nächsten Corona-Gipfels zwischen Bund und Ländern gibt es gute Nachrichten vom Robert-Koch-Institut (RKI). Zwischen dem 1. und 8. Februar wurden in Deutschland 66.574 neue Fälle einer Corona-Infektion gemeldet. Weniger waren es zuletzt in der Woche vom 12. bis 19. Oktober. Das ist exakt 16 Wochen oder knapp vier Monate her.

Das sind 13.732 Fälle weniger als in der Woche zuvor (25. Januar bis 1. Februar), und exakt 107.000 neue Infektionen weniger im Vergleich zur bisher schlimmsten Woche zwischen dem 14. und 21. Dezember, als mit 173.574 neuen Fällen der bisherige Höchststand gemessen wurde. In der vergangenen Woche betrug der Anstieg bei den neuen Fällen also weniger als 40 Prozent des bisherigen Höchststandes.

Inzwischen geht – und das ist besonders erfreulich – auch die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben sind, kontinuierlich zurück. In den sieben Tagen zwischen dem 1. und 8. Februar wurden dem Robert-Koch-Institut 4.555 Corona-Tote gemeldet.

Das ist noch immer eine erschreckend hohe Zahl, aber es sind eben auch 478 Tote weniger als in der Vorwoche. Es ist der geringste Anstieg seit der Woche zwischen dem 28. Dezember und dem 4. Januar. Die höchste Zahl an Corona-Toten wurde in der Woche zwischen dem 4. und 11. Januar mit 6.112 gemeldet.

In der Woche zwischen dem 7. und 14. September wurden in Deutschland 25 Corona-Tote registriert. Seither kletterte die Zahl der Corona-Toten pro Woche nach oben, seit Anfang November in einer extrem steilen Kurve. Eine Ausnahme gab es lediglich in der Weihnachtswoche zwischen dem 21. und 28. Dezember, was aber mit Sicherheit auf Meldeverzögerungen an den Feiertagen zurückzuführen ist.

Anteil positiver Tests sinkt

Die Zahl der Labortests liegt weiterhin bei 1,16 Millionen pro Woche. Trotzdem sank die Zahl der neuen Fälle. Das ist ebenfalls positiv zu bewerten, denn: Der Anteil der positiven Ergebnisse bei den Tests ist weiter gesunken. Er liegt aktuell jetzt bei 8,53 Prozent. Dieser Anteil war monatelang kontinuierlich gestiegen. Waren Mitte Juli nur 0,74 Prozent der Getesteten tatsächlich auch mit dem Coronavirus infiziert, stieg dieser Wert in der Woche vom 28. Dezember bis zum 4. Januar auf 16,1 Prozent. Das war der bisherige Höchststand.

Wer angesichts dieser insgesamt guten Zahlen davon ausgeht, dass Bund und Länder am Mittwoch bei ihrem digitalen Corona-Gipfel bestimmt viele Lockerungen beschließen werden, der sollte sich nicht zu früh freuen, denn: Die Daten zeigen zwar in die richtige Richtung, mehr aber auch nicht. Das zeigt ein Blick auf die 7-Tages-Inzidenz. Die Inzidenz beschreibt die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern mit dem Coronavirus angesteckt haben.

7-Tages-Inzidenz noch immer zu hoch

Als in der letzten Oktoberwoche der Lockdown light für November beschlossen wurde und unter anderem alle Kneipen und Restaurants schließen mussten, lag die Inzidenz bei etwas mehr als 80, doch der erhoffte Effekt blieb aus. Als Ende November der Lockdown light verlängert wurde, lag die Inzidenz bei rund 143. Auch diese Verlängerung konnte keine grundlegende Kehrtwende einleiten. Im Gegenteil.

Als der harte Lockdown daraufhin Mitte Dezember verkündet wurde, war die Inzidenz auf rund 176 gestiegen. Am 22. Dezember wurde mit 197,6 der bisher höchste Wert gemessen, dann ging er – mit einem zwischenzeitlich erneuten Anstieg – auf aktuell 76 zurück. Vor einer Woche lag er noch bei 91.

Die Entwicklung der Zahl der Impfungen

Dabei gibt es allerdings nach wie vor regional erhebliche Unterschiede. Ziel des harten Lockdowns war und ist es, die Inzidenz unter die Schwelle von 50 zu bringen. Das war zuletzt vor fast dreieinhalb Monaten am 20. Oktober mit 48,6 der Fall. In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz aktuell bei 72,4, in Thüringen aber beispielsweise noch immer bei 138.

Insgesamt 2.212.851 Menschen wurden bis 5. Februar in Deutschland gegen das Coronavuirus geimpft. 903.271 Menschen erhielten bereits eine zweite Impfung. Da jetzt wieder mehr Impfstoff zu Verfügung steht, sollten sich die Impfzahlen in den nächsten Wochen schneller erhöhen als zuletzt.

Über den Autor
Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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Ulrich Breulmann

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