Karl-Josef Laumann (CDU), nordrhein-westfälischer Gesundheitsminister, kündigt eine Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen an. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Coronavirus – Laumann kündigt Verschärfung der Corona-Maßnahmen an – Liveblog

In NRW steigen die Corona-Infektionszahlen. Gesundheitsminister Laumann kündigt eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen ab kommender Woche an. Die Lage in NRW im Überblick.

Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 822.223 bestätigte Fälle – 4.700 aktuell Infizierte – 17.268 Todesfälle, Wocheninzidenz: 16,2 (Stand: 23.7.2021).
  • NRW-Gesundheitsminister Laumann hat angesichts steigender Infektionszahlen eine Verschärfung der Corona-Regeln angekündigt.
  • Die Niederlandeund Spanien sollen zu Hochinzidenzgebieten werden, berichtet die Funke Mediengruppe.
  • Der BVB und der FC Schalke 04 wollen Fans von einer Corona-Impfung überzeugen. Beim BVB kann man sich ab heute im Stadion impfen lassen, die Stadiontour ist inklusive. Der FC Schalke 04 impft seine Fans vor dem Spiel gegen den HSV am Freitag in einem Impfbus am Stadion.
  • Der Präsident der Bundesärztekammer rät aufgrund der steigenden Infektionszahlen zum Abwarten vor eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt angesichts der steigenden Infektionszahlen von einer Inzidenz über 800 – und mahnt wiederholt zu mehr Tempo beim Impfen.
  • Alle neuen Regeln finden Sie hier im Überblick.










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Freitag, 23. Juli, 13.06 Uhr

Apotheken stellen auch weiterhin keine Corona-Impfzertifikate aus

Apotheken in ganz Deutschland können nach wie vor keine Corona-Impfzertifikate ausstellen. Es stehe noch nicht fest, wann die Zertifikate in Apotheken wieder erhältlich seien, teilte eine Sprecherin des Deutsche Apothekerverbands (DAV) am Freitag mit. Der DAV hatte die Ausstellung in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt, da es am Donnerstag Berichte über eine Sicherheitslücke gab.

Dem „Handelsblatt“ war es demnach gelungen, „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate online ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge, hieß es am Donnerstag.

Freitag, 23. Juli, 12.25 Uhr
Urteil: Nach Quarantäne keine Nachgewährung von Urlaubstagen

Wer wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne musste, hat laut Gerichtsurteil keinen Anspruch auf eine Nachgewährung von Urlaubstagen. Das entschied das Arbeitsgericht Bonn, wie es am Freitag mitteilte.

Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin, der Urlaub vom 30. November bis 12. Dezember 2020 genehmigt worden war, die aber auf Behörden-Anordnung vom 27. November bis 7. Dezember wegen ihrer Infektion in Quarantäne musste. Eine Krankschreibung lag für diese Tage nicht vor. Die Frau verlangte von ihrem Arbeitgeber eine nachträgliche Gewährung von fünf Urlaubstagen – und scheiterte damit vor Gericht.

Eine behördliche Quarantäne-Anordnung sei nicht dasselbe wie das Attest eines Arztes, so das Gericht. Es liege kein „mit einer Arbeitsunfähigkeit vergleichbarer Sachverhalt vor“. Das Gericht stellte zugleich klar: „Eine Erkrankung mit dem Coronavirus führt nicht zwingend und unmittelbar zu einer Arbeitsunfähigkeit.“



Freitag, 23. Juli, 10.15 Uhr

Coronajahr 2020: Mehr Menschen gestorben als in Vorjahren

Im Pandemiejahr 2020 sind in Nordrhein-Westfalen mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der drei Jahre zuvor. Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Personen, wie das Statistikamt IT.NRW am Freitag berichtete. Der Zuwachs lag bei 3,3 Prozent – in den Jahren 2017 bis 2019 waren es im Durchschnitt 207.487 Sterbefälle. Die Zunahme gehe vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 Jahre zurück. Im Jahresverlauf sei es zu Schwankungen gekommen.

Der höchste prozentuale Anstieg entfiel laut Statistik auf den Dezember – mit 21,7 Prozent mehr Todesfällen als im Durchschnitt der Dezembermonate 2017 bis 2019. Es sei unwahrscheinlich, dass das Ansteigen nicht coronabedingt sei, sagte ein Sprecher des Landesamtes. Vor allem die höheren Zahlen in den Monaten Dezember und auch November mit einem Plus von 12 Prozent deuteten klar darauf hin.


Freitag, 23. Juli, 7.53 Uhr

NRW-Gesundheitsminister erwägt Impfaktionen in Berufsschulen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) prüft nun auch Impfaktionen in Berufsschulen. „Minister Laumann findet die Idee, Impfungen an Berufsschulen anzubieten, die von Über-16-jährigen besucht werden, durchaus sinnvoll“, sagte ein Ministeriumssprecher der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag). Gesundheits- und Schulministerium befänden sich bereits in Gesprächen. Für Gymnasien und Gesamtschulen seien solche Aktionen nicht geplant.

Das Schulministerium betonte, dass vollständig geimpfte Schüler nach den Sommerferien von der Testpflicht befreit sind: „Die aktuelle Coronabetreuungs-Verordnung regelt: Eine Immunisierung durch Impfung oder Genesung steht dem Nachweis eines negativen Testergebnisses gleich“, hieß es aus dem Ministerium von Yvonne Gebauer (FDP). Schüler ohne Impfung oder durchgemachte Infektion müssen sich dagegen weiter zweimal in der Woche in der Schule testen lassen.

Freitag, 23. Juli, 6.37 Uhr

RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten.

Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.


Freitag, 23. Juli, 6.12 Uhr
Höchstwert seit Erfassung: 19 neue Corona-Fälle bei Olympia

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle veröffentlicht. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem am Freitag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden vom Organisationskomitee nicht genannt.


Donnerstag, 22. Juli, 22.54 Uhr
Corona-Infektion: Besucher von Aachener Disco sollen in Quarantäne
Nach zwei Corona-Nachweisen unter den Besuchern der Aachener Diskothek „Apollo“ hat die Städteregion Aachen alle Gäste vom 16. und 17. Juli aufgefordert, sich „sofort und unmittelbar“ in häusliche Quarantäne zu begeben. Beide Personen seien mit der Delta-Variante infiziert, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Dem Gesundheitsamt sei am Mittwoch gemeldet worden, dass eine erkrankte Person am 16. Juli im Apollo feiern war, teilte die Behörde mit. Auf der Kontaktpersonenliste stünden rund 450 Personen.

Namen und Telefonnummern seien allerdings oft unleserlich. „Somit scheitert die Kontaktpersonennachverfolgung am katastrophalen Zustand der Liste“, hieß es weiter. Am Donnerstag wurde der Behörde ein zweiter Fall bekannt. Diese Person habe am 17. Juli dort gefeiert und sei nachweislich infektiös. Erneut stünden rund 450 Personen auf der ebenfalls oft unleserlichen Liste. Wer in Quarantäne gehe, könne ab dem 28. Juli einen PCR-Test bei einem niedergelassenen Arzt machen, hieß es. „Ist dieser negativ, kann die Quarantäne aufgehoben werden.“

Donnerstag, 22. Juli, 21.37 Uhr
Laumann kündigt Verschärfung von Corona-Maßnahmen an
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen angekündigt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 14,4 (Donnerstag) mit steigender Tendenz. „Ab Montag gilt daher vermutlich für das Land wieder die Inzidenzstufe 1 mit ersten zusätzlichen Schutzmaßnahmen“, sagte Laumann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitagsausgabe).

Donnerstag, 22. Juli, 20.59 Uhr

Infektionen trotz Impfung: Vor allem Pflegeheime betroffen
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie bieten alle bisher in Europa zugelassenen Impfstoffe einen hohen Schutz. Je nach Impfstoff verringern die mRNA-Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna die Gefahr, an Covid-19 zu erkranken, gegen ursprüngliche Corona-Varianten um bis zu 95 Prozent.

Bei den sogenannten Vektorimpfstoffen ist die Wirksamkeit nach Vollimmunisierung etwas geringer: Bis zu 80 Prozent sind es bei dem Impfstoff von Astrazeneca, Johnson & Johnson hat für sein Vakzin eine Wirksamkeit von 66 Prozent errechnet. Trotz vollständiger Impfung gibt es also keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Virus.

Es kann zu sogenannten Impfdurchbrüchen kommen. Vor allem Pflegeheime sind davon betroffen, hat kürzlich die Berliner Charité untersucht.


Donnerstag, 22. Juli, 20.35 Uhr
Zehntausende Corona-Impfdosen für Flutkatastrophengebiete
In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden.

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen Biontech. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

Donnerstag, 22. Juli, 18.59 Uhr
BVB-Stadion als Impfzentrum: Wie es am ersten Tag gelaufen ist
Seit diesem Donnerstag fungiert der Signal Iduna Park in Dortmund als Impfzentrum. Borussia Dortmund nutzt seine Strahlkraft, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.

Wir haben uns uns umgeschaut. Die ersten Stunden glichen einem Heimspiel.

Donnerstag, 22. Juli, 17.44 Uhr
RKI ruft zu Vorbereitungen für Corona-Welle in Herbst und Winter auf
Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter darauf, schon jetzt vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. So sollten schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten „und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können“, schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht.

Diese dürften aber nicht als Vorhersagen verstanden werden, vielmehr wolle man ihrem Eintreten entgegenwirken. Laut Modellierungen könnten die meisten Infektionen Erwachsene unter 60 und Kinder unter 12 Jahren betreffen. Unter den getroffenen Annahmen ergebe sich bei der Belegung der Intensivstationen, der Sieben-Tage-Inzidenz und den Krankenhausbehandlungen ein langsamer Anstieg bis Oktober, schreibt das RKI. Dieser werde sich dann beschleunigen und im Januar/Februar 2022 gipfeln, bevor die Werte wieder sinken.

Donnerstag, 22. Juli, 17.41 Uhr

Erwachsene allen Alters weniger glücklich im Lockdown

Erwachsene in Deutschland sind zu Beginn der Corona-Pandemie etwas unzufriedener geworden – und zwar unabhängig vom Alter in ähnlichem Maße. Das geht aus einer Auswertung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe in Bamberg hervor, die heute vorgestellt wurde. „Dass der Rückgang der Zufriedenheit bei allen Altersgruppen etwa gleich stark war, hat uns überrascht“, sagte Philipp Handschuh, Hauptautor der Auswertung. „Wir hatten vermutet, dass die Zufriedenheit der Älteren durch Reduktion der sozialen Kontakte besonders leidet.“

Sorge, Angst und Ungewissheit: Der Lockdown im Frühjahr 2020 hat sich einer Online-Umfrage zufolge auf die Zufriedenheit der Erwachsenen in Deutschland ausgewirkt. © Sina Schuldt/dpa © Sina Schuldt/dpa

Im Mai und Juni 2020 – also während des ersten Lockdowns oder kurz danach – waren 2273 Männer und Frauen in Deutschland im Alter von 33 bis 76 Jahren zu ihrer subjektiv eingeschätzten Zufriedenheit in Bezug auf Gesundheit, Lebensstandard oder Familienleben befragt worden. Dabei kamen Durchschnittswerte von 6,8 bis 7,6 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 heraus. Das ist knapp ein Punkt weniger als vor der Pandemie. Der Befund zeige sich bei allen befragten Altersgruppen gleichermaßen, wie das Institut mitteilte.


Donnerstag, 22. Juli, 16.35 Uhr
Sicherheitslücke: Apotheken stellen keinen digitalen Impfpass mehr aus
An vielen Stellen ist trotz Lockerungen der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus nötig. Vor allem bei Reisen sind die Impfnachweise gefragt. Der digitale Impfpass sollte den Nachweise erleichtern – doch aktuell kann dieser Impfnachweis für viele Menschen nicht ausgestellt werden.

Wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) mitteilt, können Apotheken bundesweit keinen digitalen Impfnachweis ausstellen. Der Service war vor allem für Menschen wichtig, die beim Hausarzt oder zu Beginn der Impfkampagne ihre Impfung bekommen haben. Sie konnten mit Hilfe des gelben Impfpasses einen digitalen Nachweis in Apotheken erstellen lassen. Das ist aktuell nun nicht mehr möglich.

Donnerstag, 22. Juli, 15.47 Uhr
Bericht: Spanien und Niederlande sollen Hochinzidenzgebiete werden
Die Bundesregierung will Spanien und die Niederlande einem Medienbericht zufolge am Freitag zu Hochinzidenzgebieten erklären. Außerdem soll Luxemburg als einfaches Risikogebiet eingestuft werden, wie die Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise am Donnerstag berichteten. Spanien gilt seit anderthalb Wochen als einfaches Risikogebiet, die Niederlande erst seit Sonntag.

Die Einstufungen haben Folgen für Reisende: Bei Hochinzidenzgebieten müssen Touristen nach einer Rückkehr in eine zehntägige Quarantäne gehen, die sie aber nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beenden können. Rückkehrer aus Risikogebieten müssen die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Zudem bringt die Einstufung als Risikogebiet zwar grundsätzlich eine Quarantänepflicht mit sich. Diese kann aber durch ein negatives Testergebnis beziehungsweise einen Genesenen- oder Impfnachweis vermieden werden.


Donnerstag, 22. Juli, 14 Uhr
Öffentlicher Nahverkehr noch immer unter Niveau von vor Corona
Die Beförderungszahlen im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen liegen weiterhin deutlich unter den Werten von vor der Corona-Pandemie. So wurden im ersten Quartal 2021 rund 407 Millionen Fahrgäste befördert, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte.

Das ist ein Minus von 24,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im ersten Quartal 2019 wurden sogar 28,1 Prozent mehr Fahrgäste transportiert. Laut Mitteilung legten die Kunden insgesamt rund drei Milliarden Kilometer zurück. Das ist ein Rückgang von 17,1 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2020 (2019: minus 21,3 Prozent).

Beim Blick auf die einzelnen Anbieter aber gibt es Unterschiede. So gab es mit 27,1 Millionen Beförderungen beim Bahnverkehr im ersten Quartal ein Plus von 41,0 Prozent im Vergleich zu 2020. Im Nahverkehr mit Straßenbahnen gab es ein Minus von 32,1 Prozent (123,3 Millionen Personen) und bei Bussen von 24,9 Prozent (271,3 Millionen).

Donnerstag, 22. Juli, 13.05 Uhr
Nach Hochwasser: Solingen steigt zwei Inzidenzstufen auf
Wegen steigender Corona-Neuinfektionsraten gelten von diesem Freitag an in den Kreisen Düren und Minden-Lübbecke sowie in Solingen wieder schärfere coronabedingte Einschränkungen. Alle drei rutschen wieder von der Inzidenzstufe null in die Stufe 1. Das geht aus einer Übersicht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums hervor.

Nach der Coronaschutzverordnung greift Stufe 1 am übernächsten Tag, nachdem eine Stadt oder ein Kreis an acht aufeinanderfolgenden Tagen mehr als zehn Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte. In Stufe 1 gelten wieder strengere Regeln bei Maskenpflicht, Abständen und Zusammentreffen.

Die Solinger Stadtverwaltung geht davon aus, dass ihre Kommune – nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag mit einer Inzidenz von 54,0 „Spitzenreiter“ in NRW – am Sonntag sogar direkt in Stufe 2 steigt.

Donnerstag, 22. Juli, 12.25 Uhr
Merkel-Appell: Impfwillige müssen Skeptiker in ihrem Umfeld überzeugen
In ihrer voraussichtlich letzten Bundespressekonferenz hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit deutlichen Worten für eine Impfung gegen das Coronavirus geworben. Eine Impfung sei kein Privileg; jeder Bürger und jede Bürgerin zähle gleich, so die Kanzlerin. „Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemanden, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben“ sagte die Kanzlerin und bat Impfwillige, Skeptiker im Umfeld zu überzeugen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert an die Bürger, Impfskeptiker in ihrem Umfeld von einer Corona-Impfung zu überzeugen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert an die Bürger, Impfskeptiker in ihrem Umfeld von einer Corona-Impfung zu überzeugen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

„Wir wollen alle unsere Normalität zurück“, sagte Angela Merkel. „Doch die erhalten wir nicht allein, sondern nur durch Zusammenarbeit zurück.“ Eine Impfung schütze nicht nur vor schwerer Krankheit und Schmerz, sondern auch vor den Beschränkungen des Alltags. Die Kanzlerin bat alle, die bereits von der Corona-Impfung überzeugt seien, andere dafür zu gewinnen: „Wir brauchen einander und können nur gemeinsam diese Pandemie überwinden.“

Donnerstag, 22. Juli, 12.01 Uhr
Impfzentren können jetzt in NRW auch Kinder ab zwölf Jahren impfen
Auch Zwölf- bis 15-Jährige können sich jetzt grundsätzlich in den nordrhein-westfälischen Impfzentren den Piks zum Schutz gegen das Coronavirus verabreichen lassen.

Voraussetzung: Im Zentrum müssen Kinderärzte die Jugendlichen beziehungsweise ihre Sorgeberechtigten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beraten. Das teilte das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium am Donnerstag in Düsseldorf mit. „Die Einwilligung zur Impfung hat durch alle sorgeberechtigten Personen zu erfolgen.“

Donnerstag, 22. Juli, 11.30 Uhr
Coronavirus: China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab
China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Donnerstag, 22. Juli, 10.55 Uhr
BVB und Schalke 04: Impfungen im und am Stadion
Der Fußballverein Borussia Dortmund will helfen, mehr Menschen vom Impfen gegen das Corona-Virus zu überzeugen. Wer möchte, kann sich von heute an IM Stadion in Dortmund impfen lassen. Als Anreiz wird ein Spaziergang durch das Stadion geboten. Und wer sich impfen lässt, kann auch ein Foto mit dem DFB-Pokal machen. Auch andere NRW-Klubs machen ihren Fans Impfangebote.

Auch Zweitligist FC Schalke 04 macht seinen Fans ein Impfangebot. Impfwillige können sich vor dem Spiel gegen den Hamburger SV am Stadion impfen lassen.

Wie der FC Schalke 04 am Dienstag mitteilte, wird der Impfbus der Stadt Gelsenkirchen am Freitagabend auf dem Arenaring der Veltins-Arena parken.

Donnerstag, 22. Juli, 8 Uhr

Laumann: Zusätzlicher Corona-Impfstoff in Hochwassergebiete

Zusätzliche Impfmöglichkeiten sollen die Menschen in den Hochwasser-Gebieten von Nordrhein-Westfalen vor der Ausbreitung des Coronavirus schützen. „Wir haben allen Gesundheitsämtern gesagt, sie kriegen zusätzlich auch Impfstoff von Johnson & Johnson, den man ja nur einmal impfen muss und der sich deshalb in dieser Situation auch besonders gut eignet“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag im WDR.

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. © picture alliance/dpa/dpa-Pool © picture alliance/dpa/dpa-Pool

In der Städteregion Aachen würden auch Impfbusse eingesetzt. In besonders betroffenen Regionen wie dem Kreis Euskirchen oder dem Rhein-Sieg-Kreis liege die Corona-Inzidenzzahl derzeit deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Momentan gebe es keine Anzeichen dafür, dass sich das ändern könnte.

Donnerstag, 22. Juli, 6.30 Uhr

Pharmakonzern Roche profitiert von Corona-Tests

Der Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr von einer robusten Nachfrage nach neuen Medikamenten und Covid-19-Tests profitiert. Dagegen belastete der stärkere Schweizer Franken die Ergebnisse, wie das Unternehmen am Donnerstag in Basel mitteilte. Der Umsatz stieg dabei um 5 Prozent auf 30,7 Milliarden Franken (rund 28,3 Mrd Euro).

Währungsbereinigt stand ein Plus von 8 Prozent zu Buche. Während die Verkäufe in der Diagnostiksparte dank der Corona-Tests stark zulegten, wuchsen auch die Umsätze im Pharmageschäft seit dem zweiten Quartal wieder, wie es hieß.

Donnerstag, 22. Juli, 5.50 Uhr

Inzidenz steigt seit über zwei Wochen – 1890 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 12,2 – am Vortag betrug der Wert 11,4 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1890 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1642 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 32 Tote gewesen.

Donnerstag, 22. Juli, 5.20 Uhr
Ärzte-Präsident zu Corona-Lockerungen in England: „Sehr gewagt“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, rät zum Abwarten vor einer Aufhebung aller Corona-Beschränkungen wie in England. Mit Blick auf das Ende fast aller Corona-Vorschriften in dem größten britischen Landesteil sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag): „Das finde ich sehr, sehr gewagt. Ob der jetzige Zeitpunkt mit stark steigenden Infektionszahlen der richtige Moment dafür ist, halte ich für mehr als fragwürdig.“

Man müsse aber auch sehen, dass die Zahl schwer erkrankter Patienten, gemessen an den Fällen von Ansteckungen, deutlich niedriger sei als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle. Reinhardt sagte auf die Frage, ob Deutschland sich an England ein Beispiel nehmen solle, er würde noch abwarten.

Mittwoch, 21. Juli, 21.15 Uhr
Spahn warnt vor Corona-Inzidenz von mehr als 800 im Herbst
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bevölkerung gemahnt, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Wenn sich die Inzidenz weiter alle zwölf Tage verdoppele, hätte man im September einen Wert von über 400 und im Oktober von über 800, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin.

Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, „wollen wir das passieren lassen“. Angesichts der Infektionslage verlängerte die Bundesregierung die bestehenden Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September.

Mittwoch, 21. Juli, 19.07 Uhr
WHO: Zwei Studien untermauern Gefährlichkeit der Delta-Variante
Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden, 13 mehr als eine Woche zuvor. Die WHO zitierte am Mittwoch zwei Studien, die die hohe Gefährlichkeit der Variante untermauern, eine davon aus China und eine aus Kanada. Beide Studien wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden, 13 mehr als eine Woche zuvor. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

In China wurden Menschen untersucht, die nach Kontakt mit einem Delta-Variante-Infizierten in Quarantäne waren. Der PCR-Test sei bei ihnen schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv gewesen. Außerdem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test 1200 mal höher gewesen als bei ursprünglichen Virusvarianten. „Das legt nahe, dass diese besorgniserregende Variante sich möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist“, so die WHO.

Mittwoch, 21. Juli, 18.50 Uhr
Fast 50 Prozent der NRW-Bevölkerung vollständig geimpft
In Nordrhein-Westfalen ist inzwischen fast jeder Zweite vollständig gegen das Coronavirus geimpft. In NRW sind 63,5 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal und 49,8 Prozent vollständig geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch (Stand 09.35 Uhr) hervorgeht.

Pro 100 Einwohner habe das bevölkerungsreichste Bundesland 110,2 Impfdosen verabreicht. Bis Montag seien 121,8 Impfdosen pro 100 Einwohner geliefert worden. Mit der vollständigen Impfung fast jeden zweiten Einwohners liegt NRW im Bundesländervergleich nach Bremen und dem Saarland an dritter Stelle.

Mittwoch, 21. Juli., 16.03 Uhr
Jugendämter melden Höchststand an Kindeswohlgefährdung
Immer mehr Kinder in Deutschland sind bei ihren Erziehungsberechtigten nicht mehr sicher. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, stellten die Jugendämter im Corona-Jahr 2020 bei rund 60.600 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung fest.

Die Jugendämter haben im Corona-Jahr 2020 einen Höchsstand an Kindeswohlgefährdung festgestellt. © Nicolas Armer/dpa © Nicolas Armer/dpa

Mit einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr sei damit ein neuer Höchststand erreicht worden. Bereits 2018 und 2019 waren die Zahlen im Vorjahresvergleich jeweils um rund zehn Prozent gestiegen.

Neben einer zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung könnten auch „die Belastungen von Familien infolge der Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen ein Grund für die Zunahme gewesen sein“, erklärten die Statistiker. Zugleich sei nicht auszuschließen, dass Fälle etwa wegen der Schulschließungen unentdeckt geblieben seien.


Mittwoch, 21. Juli, 14.23 Uhr
Bundesregierung verlängert Corona-Einreiseregeln bis Mitte September
Die Bundesregierung hat die bestehenden Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September verlängert und Erleichterungen bei der Quarantäne-Pflicht verabschiedet. Das geht aus einem Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung hervor, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Die aktuellen Regeln zur Einreise nach Deutschland unter Pandemiebedingungen hätten regulär nur noch bis zum 28. Juli gegolten.

Die nun beschlossene Änderung der Quarantäne-Regeln sieht vor, dass vollständig Geimpfte, die aus sogenannten Virusvariantengebieten einreisen, künftig ihre Quarantäne vorzeitig beenden können, wenn sie nachweisen, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im bereisten Gebiet wirksam ist. Bislang galt auch für vollständig Geimpfte, die aus Virusvariantengebieten einreisen, eine strikte Quarantänepflicht.

Darüber hinaus beschloss das Kabinett eine Neuerung, die greifen soll, wenn ein Virusvariantengebiet zum Hochinzidenz-Gebiet heruntergestuft wird, während sich Rückkehrer noch in Quarantäne befinden. Dann sollen für das Ende der Quarantäne künftig die Regeln für Hochinzidenzgebiete gelten – und folglich eine Verkürzung der 14-tägigen Quarantänepflicht möglich sein.

Die neuen Regeln treten mit dem Auslaufen der alten Verordnung am 28. Juli in Kraft. Die Lage mache es erforderlich, die bestehenden Regelungen zu verlängern, erklärte Spahn. „Wir haben aus dem letzten Sommer gelernt, dass wir aufpassen müssen, auch in und beim Reisen.“

Mittwoch, 21. Juli, 13.08 Uhr
In Solingen steigen Corona-Zahlen – Flutkatastrophe als Risiko
In Solingen mit deutlich steigenden Corona-Neuinfektionen wird befürchtet, dass mit der Flutkatastrophe weitere Ansteckungen einhergehen. „Im Rahmen der Rettungs- und der Aufräumarbeiten in den vergangenen Tagen konnten die Corona-Regeln nicht mehr eingehalten werden“, hieß es am Mittwoch.

Alle Anwohner und Helfer könnten sich zusätzlich von einem mobilen Team im Stadtteil Unterburg testen lassen. Nach der Unwetterkatastrophe war in mehreren Bundesländern Sorge über erhöhte Corona-Risiken geäußert worden, weil sich Menschen bei Hilfsaktionen oder in Notunterkünften anstecken könnten.

Nach dem Hochwasser steigen die Corona-Infektionen in Solingen stark an.
Nach dem Hochwasser steigen die Corona-Infektionen in Solingen stark an. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Für Solingen hatte das Robert Koch-Institut die NRW-weit höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 45,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche gemeldet. Landesweit lag der Wert am Mittwoch bei 13,8. Der deutliche Wiederanstieg stehe sehr klar im Zusammenhang mit einer spontanen Feier, bei der rund 1000 Fußball-Fans das Finale der Fußball-Europameisterschaft feierten, hieß es. Masken und Abstand habe es nicht gegeben. Mehrere Teilnehmer hätten sich danach mit Corona-Symptomen gemeldet.


Mittwoch, 21. Juli, 12.07 Uhr
Corona-Zahlen auf Mallorca steigen weiter: Inzidenz bei 335
Die Corona-Zahlen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen sind weiter angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde nach aktuellen Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Dienstagabend mit 335 angegeben. Am Vortag hatte der Wert bei 310, vergangenen Freitag jedoch noch bei 270 gelegen.

Im Corona-Hotspot Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona gingen die Zahlen hingegen erstmals wieder leicht zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank von 612 am Montag auf 579 am Dienstag. Alle Daten, auch die für ganz Spanien mit 327, liegen allerdings weit über der Marke von 200, ab der Deutschland eine Region oder ein ganzes Land zum Hochinzidenzgebiet erklären kann.


Mittwoch, 21. Juli, 11.27 Uhr
Über 47 Prozent der Bevölkerung in Deutschland voll geimpft
In Deutschland sind inzwischen 47,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 9.35 Uhr) wurden am Dienstag 572 482 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun rund 39,3 Millionen Menschen vollständig geimpft. Rund 50,1 Millionen (60,2 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

„In keinem anderen Land Europas sind damit mehr Menschen geimpft als in Deutschland“, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch auf Twitter. Das reiche jedoch noch nicht, um die Delta-Variante des Virus einzudämmen.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge mit einem Anteil von 69,1 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen weiter an erster Stelle. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 53,5 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,1 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (43,7 Prozent).

Mittwoch, 21. Juli, 10.25 Uhr
Leopoldina fürchtet wachsende Ungleichheit durch Corona
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina befürchtet langfristig eine Verschärfung der Einkommens-Ungleichheit in Deutschland durch die Corona-Pandemie. Kurzfristig seien die Einkommensverluste vieler Menschen durch die sozialen Sicherungssysteme begrenzt worden.

Langfristig könne die Krise aber erhebliche Auswirkungen auf die Höhe und die Verteilung des Einkommens haben, warnen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in der am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme „Ökonomische Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie – Diagnosen und Handlungsoptionen“.

Den Experten zufolge stellt die Pandemie die Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland mittel- und langfristig vor neuartige Herausforderungen, hat zuvor bestehenden Handlungsbedarf verstärkt, bietet aber auch Chancen. „Die Pandemie kann zur Chance für eine gesellschaftlich breit getragene Modernisierungsinitiative werden, gerade im Bereich staatlichen Handelns“, argumentierte Leopoldina-Vizepräsidentin Regina T. Riphahn.

Mittwoch, 21. Juli, 9.09 Uhr
Durch Corona: 1,5 Millionen Kinder haben Elternteil oder Betreuer verloren
Rund 1,1 Millionen Kinder weltweit haben laut einer Studie als Folge der Corona-Pandemie mindestens ein Elternteil oder ein für sie sorgendes Großelternteil verloren. Diese Hochrechnung gelte für den Zeitraum März 2020 bis April 2021, berichten Forscher um Seth Flaxman vom Imperial College in London im Fachjournal „The Lancet“. Rechne man weitere im Haushalt wohnende ältere Angehörige noch hinzu, hätten sogar mehr als 1,5 Millionen Kinder eine Betreuungsperson verloren.

Dies sei eine bedeutende, bislang übersehene Konsequenz der Pandemie, schreibt die US-Gesundheitsbehörde NIH in einer Mitteilung zur Studie.

Mittwoch, 21. Juli, 8.10 Uhr
Corona-Neuinfektionsrate in NRW klettert weiter
Die Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen steigen weiter. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden binnen sieben Tagen 13,8 Ansteckungen pro 100.000 Einwohnern nachgewiesen. Laut RKI kamen in NRW innerhalb von 24 Stunden zuletzt 501 neue Infektionsfälle und ein Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus hinzu. Seit Beginn der Pandemie starben im bevölkerungsreichsten Bundesland bereits über 17.000 Menschen nach einer Infektion.

An der Spitze der Neuinfektionsraten lag auch am Mittwoch Solingen mit einer Inzidenz von 45,8, gefolgt von Düsseldorf mit 33,0 und Köln mit 23,3. Am niedrigsten war der Wert in Remscheid (3,6). Inzwischen liegen nur noch 20 von 53 Kreisen und kreisfreien Städten unter 10. Wenn die Inzidenz stabil unter 10 liegt, erlaubt die seit dem 9. Juli aktualisierte Corona-Schutzverordnung weitreichende Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen.

Mittwoch, 21. Juli, 7.09 Uhr
Lehrerverband erwartet auch im neuen Schuljahr große Einschränkungen
Der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, erwartet auch im kommenden Schuljahr große Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Meidinger äußerte in der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch) die Befürchtung, dass wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus Hunderttausende Schüler in Quarantäne müssen.

„Niemand kann ausschließen, dass wir wegen der Delta-Variante und der mangelnden Impfquote eine enorme vierte Welle bekommen, in der dann auch wieder Wechselunterricht nötig wird.“ Meidinger rief die Politik zu Ehrlichkeit auf. „Wer jetzt verspricht, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall vollständigen Präsenzunterricht geben wird, begibt sich auf dünnes Eis“, sagte der Verbandspräsident.

Mittwoch, 21. Juli, 6.02 Uhr
Stiko-Mitglied: Statt der Kinder mehr Erwachsene impfen
Die Medizinerin Eva Hummers, die der Ständigen Impfkommission des RKI angehört, hat an die noch nicht gegen Corona geimpften Erwachsenen appelliert, sich die Spritze geben zu lassen – auch zu Gunsten der Kinder. „Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen, während wir noch nicht wissen, ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist“, sagte Hummers dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch-Ausgabe).

Mittwoch, 21. Juli, 5.08 Uhr
Inzidenz steigt seit über zwei Wochen – 2.203 Neuinfektionen
Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 11,4 – am Vortag betrug der Wert 10,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2.203 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 19 Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.748.613 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.642.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.416.

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