Coronavirus in NRW: RKI stuft Corona-Risiko nur noch als moderat ein – Liveblog

Ein Aufkleber zur Maskenpflicht wird in einem öffentlichen Verkehrsmittel abgekratzt.
Trotz wegfallender Corona-Maßnahmen rät das RKI auch weiterhin dazu, sich vor Ansteckungen zu schützen. © Bernd Wüstneck/dpa
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Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog. Hier finden sie außerdem alles zu den aktuellen Corona-Zahlen in NRW und Deutschland.

  • Fallzahlen in NRW: 7.921.801 bestätigte Fälle – 58.600 aktuell Infizierte – 30.870 verstorbene Personen – Wocheninzidenz: 115,7 – Hospitalisierungsinzidenz: 6,09 (Stand: 5.02.2023)
  • Laut RKI ist die Gefahr durch Corona nur noch moderat. Eine erneute Verschlechterung der Lage ist aber nicht auszuschließen.
  • Die Maskenpflicht im öffentlichen Fernverkehr ist ab dem 2.2. weggefallen. Der Wegfall der Maßnahme wurde durch das Bundesgesundheitsministerium vorgezogen.
  • Die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ist ab dem 1. Februar weggefallen. Infizierte müssen sich nicht länger für fünf Tage in Isolation begeben.
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die lange Schließung von Schulen und Kitas während der Corona-Pandemie als Fehler bezeichnet. „Wir sind bei den Schulen und bei den Kindern sehr hart eingestiegen.“ Das könne durchaus kritisiert werden.
  • Nicht alle Corona-Tests sind sicher. Wie zuverlässig ist Ihrer? Hier ist der Überblick.

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Samstag, 4. Februar, 11.04 Uhr

Auch wegen Corona: Zahl stationärer Krebsbehandlungen auf tiefstem Stand seit 20 Jahren

Während der Corona-Pandemie sind deutlich weniger Patientinnen und Patienten wegen eines Krebsleidens im Krankenhaus behandelt worden. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar berichtete, wurden 2021 knapp 1,44 Millionen Menschen wegen dieser Diagnose stationär versorgt. Damit sank die Zahl der stationären Krebsbehandlungen im zweiten Corona-Jahr „auf einen neuen Tiefstand der vergangenen 20 Jahre“, wie die Statistiker in Wiesbaden mitteilten.

„Die hohe Auslastung der Krankenhäuser durch Covid-19-Patientinnen und -Patienten, das Freihalten von Bettenkapazitäten und verschärfte Hygienekonzepte führten dazu, dass ‚planbare‘ Behandlungen verschoben wurden“, begründete das Amt den Rückgang. „Zudem vermieden vermutlich viele Menschen Krankenhausaufenthalte, wenn sie diese nicht als unbedingt notwendig erachteten.“ Allerdings ging die Zahl der Krebsbehandlungen weniger stark zurück als die der stationären Krankenhausbehandlungen insgesamt.

Samstag, 4. Februar 7.02 Uhr

RKI schätzt Corona-Risiko nur noch als moderat ein

Weniger Ansteckungen, mildere Verläufe und breite Bevölkerungsimmunität: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat das Corona-Risiko von hoch auf moderat herabgestuft. „Die derzeitige Gefährdung durch Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird insgesamt als moderat eingeschätzt“, heißt es im Corona-Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend.

Zuvor hatte es längere Zeit von hohem Risiko gesprochen. Eine Wiederhochstufung bei Verschlechterung der Lage sei aber nicht ausgeschlossen, schreibt das RKI auf seiner Webseite zur Risikobewertung. Das RKI rät auch weiterhin zum Einhalten von Empfehlungen zum Schutz vor Ansteckungen: Man solle zum Beispiel zu Hause bleiben, wenn man krank ist, in Innenräumen Maske tragen und häufig lüften. Hintergrund sind auch andere Atemwegserreger, bei denen in den kommenden Wochen mit stärkerer Verbreitung gerechnet wird.

Freitag, 3. Februar, 20 Uhr

Unbezahlte Freistellung Ungeimpfter war rechtswidrig

Das Arbeitsgericht Dresden hat die unbezahlte Freistellung der Mitarbeiterin eines Seniorenheims wegen fehlender Corona-Impfung als rechtswidrig eingestuft. „Der Beklagte war nicht berechtigt, die Klägerin von ihrer vertraglichen Leistungspflicht zu suspendieren“, heißt es in dem Urteil, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Wie eine Gerichtssprecherin am Freitag sagte, ging es im konkreten Fall um eine Köchin, die ihrem Arbeitgeber im vergangenen Frühjahr keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt hatte. Daraufhin war sie mit Verweis auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht suspendiert worden. In der Folge hatte die Frau bis Jahresende keinen Lohn erhalten. Aus Sicht der Arbeitsrichter war das nicht rechtens. Sie verurteilten den Arbeitgeber dazu, der Frau das Geld nachzuzahlen. Die Rede ist von mehr als 18.000 Euro brutto abzüglich Arbeitslosengeld.

Freitag, 3. Februar, 15 Uhr

63-Jähriger soll Lauterbach bedroht haben

Ein 63-Jähriger aus Bremen steht in dringendem Tatverdacht, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über das Internet bedroht zu haben. Die Polizei habe die Wohnung des Mannes am Mittwoch durchsucht. Der Bremer soll vor einigen Monaten über ein soziales Netzwerk gepostet haben, dass er den Minister mit Blei zum Schweigen bringen wird, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Ein Zeuge hatte den Text im Internet entdeckt und gemeldet.

Freitag, 3. Februar, 13.02 Uhr

Brysch: Zu wenig Schutz für Pflegebedürftige in der Pandemie

Nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz hat sich die Politik in der Corona-Pandemie nicht ausreichend um den Schutz alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen gekümmert. „Selbst jetzt in der Rückschau überdeckt der Streit über unnötige Corona-Maßnahmen dieses Kernproblem“, kritisierte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Die Hälfte der Corona-Toten seien Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen gewesen. „Deutschland fokussierte sich auf eine scheinbare Überlastung der Kliniken, vergaß aber, die gefährdetste Patientengruppe zu retten.“

Pflegeheimbewohner seien isoliert und von ihren Angehörigen getrennt worden und hätten nicht selten einsam sterben müssen, beklagte Brysch. „Grund dafür ist, dass bei Ketteninfektionen keine Ausweichquartiere und kein zusätzliches Personal vorgehalten werden.“ Daran habe sich immer noch nichts geändert: „Bis heute leben infizierte und nicht infizierte alte Menschen auf engstem Raum zusammen.“

Freitag, 3. Februar, 11.30 Uhr
RKI: Mehr psychische Belastungen bei Kindern in der Pandemie

Bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland haben psychische Belastungen und Symptome in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. „Der überwiegende Teil der bis zur zweiten Pandemiewelle durchgeführten Studien zeigte eine relevante Verschlechterung des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, hält ein Autorenteam des Robert Koch-Instituts (RKI) fest.

Dafür wurden 39 Studien zum Thema ausgewertet. Im Vergleich zu Erkenntnissen über die psychischen Belastungen bei Erwachsenen hätten sich Kinder und Jugendliche in der Pandemie als vulnerabler erwiesen.

Die Belastung variierte laut der Auswertung mit den Pandemiewellen und den jeweiligen Corona-Maßnahmen. Dies zeige, dass Kinder sensibel „auf die zum Teil drastischen Veränderungen in ihrer Lebenswelt“ reagierten. Aus repräsentativen Studien sei überwiegend ein hohes Ausmaß an pandemiebezogenen Belastungen, Zunahmen psychischer Auffälligkeiten und Beeinträchtigungen der Lebensqualität berichtet worden.

Freitag, 3. Februar, 8.01 Uhr
Faktencheck: Studie zu Masken häufig falsch interpretiert
Der Nutzen eines Mund-Nasen-Schutzes gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist seit langem Gegenstand hitziger Debatten. Fast zeitgleich mit dem Wegfall der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sorgt nun eine Überblicksstudie des renommierten Forschungsnetzwerks Cochrane für Zündstoff.

Insgesamt untersuchten sie 78 Studien zu unterschiedlichen Atemwegserkrankungen. Die Mehrzahl der Erhebungen bezieht sich auf klassische Hochsaisons für Atemwegsviren bis ins Jahr 2016, nicht auf die Corona-Pandemie. Anhand der gesichteten Studien schreiben die Verfasser, dass das Tragen von Masken in der Bevölkerung wahrscheinlich einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Auftreten von Erkrankungen wie Grippe und Corona hat. Allerdings grenzen sie die Aussagekraft der Ergebnisse ein.

„Die Cochrane-Studie ist wenig aussagekräftig“, erklärt Eberhard Bodenschatz, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Ein großes Problem der Studie sei, dass sie verschiedene Atemwegserkrankungen wie etwa Corona und normale Grippe zusammenführe. „Unsere Studien haben eindeutig gezeigt, dass Masken physikalisch ein wunderbarer Schutz sind“, sagt er.

Donnerstag, 2. Februar, 20.59 Uhr

RKI stuft Corona-Risiko nur noch als moderat ein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat das Corona-Risiko von hoch auf moderat herabgestuft. „Die derzeitige Gefährdung durch Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird insgesamt als moderat eingeschätzt“, heißt es im Corona-Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend. Zuvor hatte es längere Zeit von hohem Risiko gesprochen.

Übertragung, Krankheitsschwere und Ressourcenbelastung des Gesundheitswesens durch Covid-19 gingen zurück, begründet das RKI den Schritt auf seiner Webseite zur Risikobewertung. Mit der Omikron-Variante verlaufe die Krankheit weniger schwer, hinzu komme eine breite Bevölkerungsimmunität. Eine Wiederhochstufung bei Verschlechterung der Lage sei aber nicht ausgeschlossen.

Das RKI rät auch weiterhin zum Einhalten von Empfehlungen zum Schutz vor Ansteckungen: Man solle zum Beispiel zu Hause bleiben, wenn man krank ist, in Innenräumen Maske tragen und häufig lüften. Hintergrund sind auch andere Atemwegserreger, bei denen in den kommenden Wochen mit stärkerer Verbreitung gerechnet wird. Ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder mangelndem Immunschutz haben laut RKI das größte Risiko für schwere Verläufe. Jüngere Menschen könnten weiterhin Langzeitfolgen entwickeln. Damit sei das Vermeiden einer Corona-Infektion „grundsätzlich sinnvoll“, hieß es.

Donnerstag, 2. Februar, 18.08 Uhr

Bundeskanzler Scholz will Forschungsstandort Deutschland stärken

Bundeskanzler Olaf Scholz will den Forschungsstandort Deutschland stärken. „Wir müssen schnellere Genehmigungsverfahren für Fabriken, für neue Medikamente, für Forschungsvorhaben und auch für die Nutzung von Forschungsdaten möglich machen“, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch des Biontech-Werkes in Marburg. „Da wollen wir jetzt in ganz kurzer Zeit mit vielen sehr konkreten Gesetzesvorhaben beitragen, dass die Medizinindustrie und Gesundheitswirtschaft Fortschritte macht.“

Olaf Scholz schaut sich das Model einer Plasmid-DNA an.
Der Kanzler wird durch die Biontech-Gründer Ugur Sahin (M) und Özlem Türeci durch das Labor geführt. © Sebastian Gollnow/dpa

Zuvor hatte sich Scholz ein Bild von der neuen Plasmid-DNA-Produktion am Marburger Standort des Mainzer Impfstoffherstellers gemacht. Plasmide sind kleine, ringförmige DNA-Moleküle und laut Biontech ein zentrales Ausgangsmaterial für die Herstellung von mRNA-basierten Impfstoffen und Therapien. In der Vergangenheit musste der Impfstoffhersteller Plasmid-DNA extern einkaufen.

Donnerstag, 2. Februar, 11.47 Uhr

Ohne Maske in der Bahn – Jetzt auch im Fernverkehr

Nach dem Wegfall der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen können Fahrgäste nun auch in ICEs und anderen Fernzügen wieder ohne Mund- und Nasenschutz reisen. Nach fast drei Jahren Corona entfällt die Tragepflicht ab diesem Donnerstag im Fernverkehr. Ursprünglich sollte die Pflicht im Fernverkehr noch bis Anfang April bestehen bleiben. Per Verordnung hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) das Auslaufen aber auf den 2. Februar vorgezogen.

Im ÖPNV von NRW gibt es bereits seit Mittwoch keine Maskenpflicht mehr. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte vor einigen Tagen bei der Bekanntgabe der Entscheidung auf eine entspannte Infektionslage sowie einen hohen Immunisierungsgrad verwiesen. Wer sich besonders schützen wolle, könne freiwillig eine Maske in Bussen und Bahnen tragen. Auch Gesundheitsminister Lauterbach riet dazu, weiterhin freiwillig eine zu tragen.

Donnerstag, 2. Februar, 6.09 Uhr

Bundesweit: Maskenpflicht in Bussen und Bahnen überall aufgehoben

In ganz Deutschland können öffentliche Verkehrsmittel wieder ohne Maske genutzt werden. Die Tragepflicht entfällt ab diesem Donnerstag bundesweit in Bussen und Bahnen im Fernverkehr. Parallel dazu wird die Vorschrift in den übrigen neun Bundesländern aufgehoben, in denen sie im Regionalverkehr bisher noch galt. Ursprünglich sollte die Tragepflicht in ICEs oder Fernbussen erst im April auslaufen. Das Bundeskabinett hatte die im Infektionsschutzgesetz festgelegte Regel aber wegen der Entspannung der Corona-Lage vor Kurzem vorzeitig aufgehoben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät dazu, weiterhin freiwillig Masken zu tragen. Im Gesundheits- und Pflegebereich bleiben einige Corona-Regeln noch bestehen: Bundesweit müssen Besucher von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arzt- und Zahnarztpraxen bis zum 7. April weiterhin FFP2-Maske tragen, für den Zutritt zu Kliniken und Pflegeheimen braucht es außerdem einen negativen Test.

Mittwoch, 1. Februar, 18.27 Uhr

RKI: 24 Millionen Atemwegserkrankungen unter 12 Millionen Kindern

Viele Eltern in Deutschland dürfte diese Zahl nicht verwundern: Von Oktober bis Ende Dezember hat es laut Robert Koch-Institut (RKI) 24 Millionen Atemwegsinfektionen unter 12 Millionen Kindern gegeben. Zusätzlich zu Sars-CoV-2 hätten sich vorrangig RS-Viren und Grippeviren verbreitet, gab das RKI am Mittwoch zu den Zahlen bekannt. „Die von den beiden Erregern bedingten Infektionswellen waren zeitgleich, ungewöhnlich früh und ungewöhnlich stark.“ Als möglicher Grund gelte, dass diese Erreger in den ersten zweieinhalb Jahren der Pandemie nicht in üblichem Maße vorkamen. Bei den 72 Millionen Erwachsenen spricht das RKI von rund 67 Millionen Atemwegserkrankungen in dem Zeitraum. Die Zahlen wurden aus Angaben von Bürgerinnen und Bürgern auf einem RKI-Portal berechnet, mit dem das RKI das Vorkommen von akuten Atemwegserkrankungen überwacht.

Mittwoch, 1. Februar, 13.40 Uhr

Gericht verhängt Haftstrafen für Betrug mit Coronatests

Im Prozess um tausendfachen Abrechnungsbetrug in einem Corona-Testzentrum hat das Amtsgericht München die beiden Angeklagten wegen Betrugs und versuchten Betrugs zu Haftstrafen verurteilt. Gegen einen 31 Jahre alten Mann wurden zwei Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe verhängt, gegen seine 34 Jahre alte Verlobte und Komplizin eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Die Richterin sprach von einem „sozialschädlichen Verhalten“ und von hoher krimineller Energie. Die Angeklagten hätten die Pandemielage ausgenutzt. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre beziehungsweise zwei Jahre und neun Monate Haft beantragt, die Verteidiger Bewährungsstrafen. Beide Angeklagte kündigten an, in Berufung zu gehen.

Mittwoch, 1. Februar, 8.51 Uhr

Lauterbach rät zu freiwilligem Maskentragen in Verkehrsmitteln

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rät trotz des Endes der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln dazu, freiwillig Masken zu tragen. „Ich tue es auch. Um kein Long Covid zu riskieren und andere zu schützen“, schrieb der SPD-Politiker am Mittwoch auf Twitter. Lauterbach bezeichnete zugleich die bisherigen Maßnahmen zur Vermeidung großer Corona-Winterwellen als erfolgreich. Deshalb könne die Maskenpflicht im Fernverkehr entfallen.

Am Donnerstag (2.2.) läuft die bundesweite Maskenpflicht in Fernzügen und -bussen nach fast drei Jahren aus. Auch im Nahverkehr, für den die Bundesländer zuständig sind, ist das ab Donnerstag flächendeckend der Fall. In NRW ist die Maskenpflicht im ÖPNV bereits gefallen. Der Präsident der Gesellschaft für Pneumologie, Torsten Bauer, hält das für richtig. Es werde zwar mehr Infektionen geben, er erwarte aber nicht, dass das zu einem gesundheitsmedizinischen Problem werde, sagte Bauer am Mittwoch im RBB-Inforadio. Bauer riet aber besonders vulnerablen Gruppen, in öffentlichen Verkehrsmitteln weiter eine Maske tragen.

Mittwoch, 1. Februar, 6.04 Uhr

Maskenpflicht im NRW-Nahverkehr abgeschafft

Im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen gibt es keine Maskenpflicht mehr. Außerdem ist die fünftägige Isolationspflicht für Corona-Infizierte weggefallen. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte bereits vor einigen Tagen den Wegfall dieser Corona-Schutzmaßnahmen zum 1. Februar 2023 bekanntgegeben. Es verwies auf eine weiter entspannte Infektionslage sowie einen hohen Immunisierungsgrad.

Wer sich besonders schützen wolle, könne freiwillig eine Maske in Bussen und Bahnen tragen. Ab 1. Februar gilt nach Ansicht des NRW-Gesundheitsministeriums umso mehr der Grundsatz der Eigenverantwortung und Rücksichtnahme auf andere. „Wer krank ist, bleibt zu Hause“, hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mehrfach appelliert. Im öffentlichen Fernverkehr fällt die Maskenpflicht erst einen Tag später am 2. Februar 2023 weg.

Dienstag, 31. Januar, 10.10 Uhr
Autoimmunerkrankungen könnten Covid-Spätfolge sein
Nach Erkenntnissen deutscher Forscher haben Menschen nach überstandener Covid-19-Infektion deutlich häufiger eine Autoimmunerkrankung als andere. Grundlage ist eine umfangreiche Analyse von Krankenversicherungsdaten. „In allen Alters- und Geschlechtsgruppen traten Autoimmunkrankheiten in der Zeit nach der Infektion signifikant häufiger auf“, sagte Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden. Patienten mit einem schwereren Corona-Verlauf hatten ein besonders hohes Risiko. Die Ergebnisse beziehen sich den Forschern zufolge jedoch nur auf ungeimpfte Betroffene, die eine nachgewiesene Corona-Infektion mit dem Wildtyp des Virus hatten. Entsprechende Erkenntnisse über andere Varianten des Virus gebe es derzeit nicht.

Die Studie ist Teil eines vom Robert Koch-Institut und vom Bund geförderten Projekts zu Langzeitfolgen von Covid. Bislang habe es erst wenige Anhaltspunkte auf Autoimmunerkrankungen durch Corona-Infektionen gegeben, schreibt das Team. Um die Zusammenhänge zwischen Covid-19 und diesen Erkrankungen zu verstehen, sei weitere Forschung nötig, sagte Schmitt.

Dienstag, 31. Januar, 6.49 Uhr

Streitpunkt Maskenpflicht: über 460.000 Verstöße in Regionalzügen
Allein in Zügen des Regionalverkehrs und auf Bahnhöfen in NRW sind seit der Einführung der Maskenpflicht im April 2020 bis Ende Januar dieses Jahres 462.110 bewusste Maskenverstöße dokumentierten worden. NRW-weite Zahlen zu Bußgeldverfahren sowie Strafanzeigen nach gewalttätigen Auseinandersetzungen lägen genauso wenig vor wie Gesamtzahlen der örtlichen Nahverkehrsunternehmen zu Verstößen in Bussen und Straßenbahnen.

Im Streit um die Maske sei es immer wieder erforderlich gewesen, hartnäckige Verweigerer sowie Wiederholungstäter von der Weiterfahrt auszuschließen und gemeinsam mit den Ordnungsbehörden und der Bundespolizei Bußgeldverfahren einzuleiten, teilte das Kompetenzcenter Sicherheit NRW mit.

Rund 1,5 Millionen Menschen seinen 2021 angesprochen und auf das korrekte Tragen der Maske und den nötigen Abstand hingewiesen worden. Für die Kontrolle zur Maskenpflicht und der 3G-Regeln wurden in den zurückliegenden Jahren laut VRR rund 100 zusätzliche Sicherheitskräfte in den Zügen und rund 120 Sicherheitskräfte in den Bahnhöfen eingesetzt.

Die Maskenpflicht im Nahverkehr wird zum 1. Februar 2023 aufgehoben. Die Maskenpflicht im Fernverkehr fällt einen Tag später zum 2. Februar.

Montag, 30. Januar, 21.09 Uhr

China: Bisher keine neuen Virus-Varianten entdeckt

Bei der derzeitigen Corona-Welle in China sind nach offiziellen Angaben bislang keine neuen Virus-Varianten entdeckt worden. Der Forscher Chen Cao vom Virus-Institut des nationalen Gesundheitsamtes sagte am Montag in Peking, die Varianten BA.5.2 und BF.7 seien die dominierenden Viren des Ausbruchs im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Während der Ferien ums chinesische Neujahrsfest, das seit 22. Januar begangen wird, seien die Gene von 1421 ausgesuchten Proben aus verschiedenen Provinzen sequenziert worden, ohne dass eine neue Variante entdeckt worden sei.

Montag, 30. Januar, 17.30 Uhr

Lauterbach bezeichnet lange Kita- und Schulschließungen als Fehler

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die lange Schließung von Schulen und Kitas während der Corona-Pandemie als Fehler bezeichnet. Unternehmen seien relativ geschont worden, sagte der SPD-Politiker am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir sind aber bei den Schulen und bei den Kindern sehr hart eingestiegen.“ Das könne durchaus kritisiert werden. „Damals wurde das aber von den Wissenschaftlern, die die Bundesregierung beraten haben, angeraten“, erklärte Lauterbach.

Zu dem Zeitpunkt sei noch zu wenig über die Übertragung des Virus bekannt gewesen. Mit Blick in die Zukunft zeigte Lauterbach sich in Bezug auf eine mögliche nächste Pandemie optimistisch: „(…) Wir sind sehr viel besser vorbereitet, wir haben viel gelernt und wir würden ganz anders herangehen.“ Im Vergleich mit anderen Ländern mit einer ähnlich alten Bevölkerung sei Deutschland zudem noch relativ gut durchgekommen.

Montag, 30. Januar, 14.42 Uhr

WHO: Corona-Pandemie ist weiterhin globaler Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt die wegen der Corona-Pandemie ausgerufene höchste Alarmstufe auch weiterhin nicht auf. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus gab am Montag in Genf bekannt, dass er den internationalen Gesundheitsnotstand aufrechterhalten werde. Zu diesem Schluss sei auch ein WHO-Expertengremium gekommen, das Ende voriger Woche getagt hatte. Die Pandemie sei jedoch wahrscheinlich „an einem Übergang“ angelangt, hieß es von der WHO. Nun gelte es, diese Übergangsphase vorsichtig zu bewältigen.

Montag, 30. Januar, 10.27 Uhr

Rotes Kreuz: Welt ist auf nächste Pandemie nicht vorbereitet

Die Welt ist aus Sicht des Roten Kreuzes auch drei Jahre nach Ausbruch des Coronavirus noch nicht ausreichend für mögliche künftige Pandemien gerüstet. „Eine nächste Pandemie könnte schon bald bevorstehen“, warnte der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), Jagan Chapagain, am Montag in Genf. „Wenn die Erfahrungen mit Covid-19 nicht unsere Vorbereitungen beschleunigen, was dann?“, fragte er. Laut aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mindestens 6,8 Millionen Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Das Rote Kreuz wies in seinem globalen Katastrophen-Bericht darauf hin, dass die Pandemie den größten Todesschub seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst habe.

Montag, 30. Januar, 6.56 Uhr

Sozialverband VdK für weiteren Schutz von Corona-Risikogruppen
Der Sozialverband VdK pocht angesichts des Endes der Corona-Maskenpflicht in Fernzügen Anfang Februar auf einen weiterhin wichtigen Schutz für Risikogruppen. Präsidentin Verena Bentele sagte der Deutschen Presse-Agentur, in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen seien Menschen mit Vorerkrankungen, Behinderungen oder hohem Alter geballt betroffen und besonders gefährdet. Daher sollte dort weiter Maske getragen werden. „Manche Beschäftigte oder Bewohner empfinden dies möglicherweise als Belastung, unsere Abwägung fällt aber klar für eine Maskenpflicht aus.“

Bentele erläuterte, auch in Bus und Bahn machten sich viele Menschen insbesondere mit Vorerkrankungen immer noch Sorgen über eine mögliche Infektion. Zwar könne jeder selbst entscheiden, dort weiter Maske zu tragen, aber der Schutz sei begrenzt. Daher sollte über passgenaue Lösungen nachgedacht werden. „Dazu wären beispielsweise gesonderte Bereiche denkbar, die für Menschen mit Maskenwunsch reserviert sind“, sagte die VdK-Präsidentin. „Im ICE gibt es ja schon vergleichbare Aufteilungen durch Ruhebereiche oder Handy-Bereiche. Dann kann jeder eigenverantwortlich entscheiden, ob er eine Maske trägt oder nicht, und in den dafür vorgesehenen Bereich gehen.“

Sonntag, 29. Januar, 17.06 Uhr

„Kultur hat sich noch nicht erholt“

Corona, Krieg, Energiekosten – die ohnehin oft nicht sehr stark aufgestellte Kulturszene ist seit Jahren mit unverschuldeten Krisen konfrontiert. Kultur fällt in die Hoheit der Länder. Wie im Bund sind dort zahlreiche Hilfsprogramme aufgelegt worden. Wie es weiter geht, wird auch in der Kulturministerkonferenz besprochen. Neuer Vorsitzender für dieses Jahr ist Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs. „Die Kultur hat sich von der Pandemie noch nicht vollständig erholt“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.