Bei der Einreise in die Niederlande gelten strengere Regeln. © picture alliance / dpa
Coronavirus

Corona in den Niederlanden: Lage verschärft sich wieder – Land erhöht Alarmstufe

Die Niederlande haben einen weiteren Schritt zur Normalität gemacht: Verschiedene Einschränkungen sind Ende September weggefallen. Nun steigen allerdings wieder die Fallzahlen. Die Sorge wächst.

Die Niederlande sind auf dem Weg zurück zu einem normalen Leben: Seit Ende September ist der verpflichtete Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft – nach gut 18 Monaten. „Damit machen wir einen deutlichen Schritt in Richtung einer Gesellschaft ohne einschränkende Corona-Maßnahmen“, erklärte die Regierung in Den Haag.

Premierminister Mark Rutte mahnt nach wie vor zur Vorsicht. © picture alliance/dpa/ANP © picture alliance/dpa/ANP

Die Einreiseregeln bleiben derweil erst einmal gleich. Seit 6. September ist der Nachweis einer Impfung, eines negativen Tests oder der Genesung nötig. Ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren.

Wer mit dem Flugzeug in die Niederlande fliegt, muss zudem – unabhängig von der Einstufung der Herkunftsregion – eine Gesundheitserklärung ausfüllen und bei sich führen.

An die Stelle der 1,5 Meter-Regel tritt jetzt der heftig umstrittene Corona-Pass. Fortan muss jeder ab 13 Jahre vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist.

Land erhöht Corona-Alarmstufe

Waren die Infektionszahlen im Juli regelrecht explodiert, bewegte sich die Sieben-Tage-Inzidenz nur noch bei rund 77 (Stand 25. September). Mitte Oktober indes hat sich die Lage wieder verschärft: Die Niederlande befürchten eine neue Corona-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt beträchtlich und lag am 13. Oktober um 62 Prozent höher als noch in der Vorwoche.

Landesweit wurden an jenem Tag 3746 Neuinfektionen gemeldet, und auch die Zahl der Krankenhauspatienten stieg dramatisch. Mehr als 500 Covid-Patienten wurden dort demnach behandelt, 137 auf der Intensivstation. Im ganzen Land wurde die Alarmstufe auf „Besorgniserregend“ erhöht.

Aktuelle Regeln für Restaurants, Bars Veranstaltungen, Kultur- und Sportstätten

Angesichts sinkender Infektions- und Patientenzahlen sowie einer relativ hohen Impfquote hält es die Regierung für verantwortlich, Maßnahmen zu lockern. So sind volle Stadien und Kneipen wieder erlaubt und Restaurants, Geschäfte und Theater können wieder unbegrenzt Besucher zulassen – allerdings erst nach Vorlage des Corona-Passes. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich kostenlos in einem Test-Center testen lassen. Diskotheken und Nachtclubs müssen um Mitternacht schließen.

Diese Anforderung ist aber heftig umstritten. Gastwirte kündigten bereits in mehreren Städten an, dass sie den 3G-Nachweis nicht kontrollieren würden. Auch Kommunen wollen in den ersten Wochen bei Verstößen keine Strafen verhängen. Impfgegner kündigten Proteste in Den Haag an.

Gut ein Drittel der Bevölkerung klagt in einer Umfrage im Auftrag der Behörden, dass die Regierung die Freiheit zu sehr einschränke. Ein weiteres Drittel steht aber hinter den Maßnahmen.

„Gastwirte sehen es nicht als ihre Aufgabe, Gäste zu kontrollieren“, geht aus einer Umfrage des Königlichen Gaststättenverbandes hervor. Nach ihren Angaben fehlen für die Kontrollen Personal und Geld. Außerdem befürchten Unternehmer Aggressionen und Bedrohungen.

Aktuelle Regeln in öffentlichen Räumen

Die Maskenpflicht ist zum größten Teil aufgehoben worden. Der Mund-Nasen-Schutz muss weiterhin aber in Bussen und Bahnen getragen werden. Die Maskenpflicht gilt für alle Personen ab 13 Jahren. Bei Missachtung droht eine Geldstrafe von 95 Euro.

Was ist der Coronavirus-Eintrittspass und wie bekommt man den?

In einigen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen in den Niederlanden wird ein sogenanntes Coronavirus-Eintrittskartensystem angewandt. Es ähnelt den Regelungen zum Vorzeigen eines negativen Tests oder einer vollständigen Impfung in Deutschland. Bei vielen Veranstaltungen oder in öffentlichen Einrichtungen oder Geschäften sind diese Eintrittspässe die einzige Möglichkeit, Zutritt zu erlangen.

Wer plant, an einer kulturellen, gesellschaftlichen oder sportlichen Veranstaltung teilzunehmen, für die eine Coronavirus-Eintrittskarte erforderlich ist, muss die folgenden Schritte beachten:

  • Schritt 1: Testtermin vereinbaren. Über Testenvoortoegang.nl kann ein Termin für einen Corona-Test an einem der teilnehmenden Teststandorte vereinbart werden. Der Test darf nicht älter als 40 Stunden sein. Kinder unter 13 Jahren müssen nicht getestet werden.
  • Schritt 2: Testen. Nach dem Test erhält man das Ergebnis innerhalb einer Stunde. Ein negatives Ergebnis ist notwendig, um eine Eintrittskarte erstellen zu können.
  • Schritt 3: Pass in Corona-App erstellen. Für den Corona-Eintrittspass benötigt man die CoronaCheck-App. Die App kann man im Apple App Store oder im Google Play Store herunterladen. Den Code, den man bei einem negativen Testergebnis erhalten hat, kann man dort eingeben und erhält einen QR-Code. Der gilt dann als Eintrittskarte. Über Coronacheck.nl und „Corona-Eintrittskarte auf Papier erstellen“ kann man ebenfalls den Code vom Test eingeben und sich so einen QR-Code zum Ausdrucken erstellen.

Seit dem 23. Juni können auch Impfnachweise und Genesungsnachweise in der CoronaCheck-App angegeben werden.

mit dpa

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Studium der Germanistik und Geschichtswissenschaften in Düsseldorf. Nach freier Mitarbeit bei verschiedenen Medien im Rheinland nun seit 2018 für die Ruhr Nachrichten im Ruhrgebiet unterwegs. Ist als Volontär für verschiedene Redaktionen tätig, immer auf der Suche nach spannenden Themen.
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