Bei der Einreise in die Niederlande gelten strengere Regeln. © picture alliance / dpa
Coronavirus

Corona in den Niederlanden: Bald gelten weitreichende Lockerungen

Die Niederlande lockern. Verschiedene Corona-Einschränkungen werden zum 25. September wegfallen. Eine Regel aber bekommt eine besondere Bedeutung. Was in den Niederlanden gilt - aktuell und bald.

Die Niederlande lockern. Wie Ministerpräsident Mark Rutte bekanntgab, entfallen ab dem 25. September verschiedene Regeln. Die Einreiseregeln bleiben derweil erst einmal gleich. Seit 6. September ist der Nachweis einer Impfung, eines negativen Tests oder der Genesung nötig. Ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren.

Wer mit dem Flugzeug in die Niederlande fliegt, muss zudem – unabhängig von der Einstufung der Herkunftsregion – eine Gesundheitserklärung ausfüllen und bei sich führen.

Weitreichende Lockerungen beschlossen

Waren die Infektionszahlen im Juli regelrecht explodiert, bewegt sich die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei rund 100 (Stand 14. September). Etwa 63 Prozent der Niederländer sind vollständig geimpft. Die Lage in Krankenhäusern hat sich leicht verbessert, bleibt aber angespannt. Große Infektionsherde sind nach Angaben der Behörden nun Schulen.

Nichtsdestotrotz gelten ab dem 25. September Lockerungen. Gewichtigste Veränderung: Der verpflichtende Sicherheitsabstand von 1,5 Meter wird abgeschafft. Zugleich wird aber ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen und Kultur eingeführt.

Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Premier Rutte mahnt weiterhin zur Vorsicht. Die Unsicherheit über die Entwicklung im Herbst bleibe weiter groß, so der rechtsliberale Premier.

Verschiedene Maßnahmen bleiben deshalb weiterhin, darunter die Maskenpflicht für Busse, Bahnen, Züge und auf Flughäfen. Diskotheken und Clubs dürfen zwar wieder öffnen, müssen aber wie alle anderen Gaststätten um Mitternacht schließen. Durch die Aufhebung der 1,5-Meter-Regel können bei Konzerten, in Theatern, aber auch in Restaurants und Cafés mehr Besucher zugelassen werden – allerdings nur mit dem Corona-Pass.

Premierminister Mark Rutte mahnt nach wie vor zur Vorsicht. © picture alliance/dpa/ANP © picture alliance/dpa/ANP

So werden seit Frühjahr 2020 auch erstmals wieder Fußballspiele in vollen Stadien erlaubt. Die Einführung des Corona-Passes ist besonders für Gaststätten umstritten. Zahlreiche Gastwirte kündigten bereits an, dass die Kontrolle nicht machbar und zu teuer sei. Kommunen sollen Geld bekommen, um extra Kontrollen zu finanzieren. Durch den Corona-Pass hofft die Regierung auch, die Impfquote zu erhöhen.

Aktuelle Regeln für Restaurants und Bars

Restaurants und Bars sind geöffnet, alle Besucher müssen Sitzplätze im Abstand von 1,5 Metern zugewiesen bekommen. Alle Restaurants und Bars sind von 24 bis 6 Uhr geschlossen. Unterhaltung in Form von Live-Auftritten und lauter Musik ist untersagt. Discos und Nachtclubs sind weiterhin geschlossen.

Aktuelle Regeln für Veranstaltungen, Kultur- und Sportstätten

Kulturelle Einrichtungen sind geöffnet, sofern allen Besuchern Sitzplätze im Abstand von 1,5 Metern zugewiesen sind. Dies gilt auch für Besucher von Veranstaltungen und Zuschauer bei professionellen Sportwettkämpfen und anderen Sport- und Jugendaktivitäten.

Organisatoren können am Coronavirus-Eintrittspassprogramm teilnehmen, um eine größere Anzahl von Personen aufzunehmen. In diesem Fall müssen alle noch einen zugewiesenen Sitzplatz haben, bis zu zwei Drittel der verfügbaren Kapazität können genutzt werden.

Aktuelle Regeln in öffentlichen Räumen

Das Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend. Auch überdachte Parkplätze sowie Tankstellen gehören dazu. Die Maskenpflicht gilt für alle Personen ab 13 Jahren. Bei Missachtung droht eine Geldstrafe von 95 Euro.

Was ist der Coronavirus-Eintrittspass und wie bekommt man den?

In einigen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen in den Niederlanden wird ein sogenanntes Coronavirus-Eintrittskartensystem angewandt. Es ähnelt den Regelungen zum Vorzeigen eines negativen Tests oder einer vollständigen Impfung in Deutschland. Bei vielen Veranstaltungen oder in öffentlichen Einrichtungen oder Geschäften sind diese Eintrittspässe die einzige Möglichkeit, Zutritt zu erlangen.

Wer plant, an einer kulturellen, gesellschaftlichen oder sportlichen Veranstaltung teilzunehmen, für die eine Coronavirus-Eintrittskarte erforderlich ist, muss die folgenden Schritte beachten:

  • Schritt 1: Testtermin vereinbaren. Über Testenvoortoegang.nl kann ein Termin für einen Corona-Test an einem der teilnehmenden Teststandorte vereinbart werden. Der Test darf nicht älter als 40 Stunden sein. Kinder unter 13 Jahren müssen nicht getestet werden.
  • Schritt 2: Testen. Nach dem Test erhält man das Ergebnis innerhalb einer Stunde. Ein negatives Ergebnis ist notwendig, um eine Eintrittskarte erstellen zu können.
  • Schritt 3: Pass in Corona-App erstellen. Für den Corona-Eintrittspass benötigt man die CoronaCheck-App. Die App kann man im Apple App Store oder im Google Play Store herunterladen. Den Code, den man bei einem negativen Testergebnis erhalten hat, kann man dort eingeben und erhält einen QR-Code. Der gilt dann als Eintrittskarte. Über Coronacheck.nl und „Corona-Eintrittskarte auf Papier erstellen“ kann man ebenfalls den Code vom Test eingeben und sich so einen QR-Code zum Ausdrucken erstellen.

Seit dem 23. Juni können auch Impfnachweise und Genesungsnachweise in der CoronaCheck-App angegeben werden.

mit dpa

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Studium der Germanistik und Geschichtswissenschaften in Düsseldorf. Nach freier Mitarbeit bei verschiedenen Medien im Rheinland nun seit 2018 für die Ruhr Nachrichten im Ruhrgebiet unterwegs. Ist als Volontär für verschiedene Redaktionen tätig, immer auf der Suche nach spannenden Themen.
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