Tourismus

Chaos am Düsseldorfer Flughafen schon vor den Herbstferien – und es wird wohl noch schlimmer

Eine Woche vor den Herbstferien in NRW herrscht schon wieder Chaos am Düsseldorfer Flughafen. In den kommenden Tagen werden die Warteschlangen noch länger.
Reisende stehen in Schlangen vor den Check-In-Schaltern im Terminal am Düsseldorfer Flughafen.
Reisende stehen in Schlangen vor den Check-In-Schaltern im Terminal am Düsseldorfer Flughafen. Diese Bilder aus den Sommerferien wiederholen sich dort gerade. © picture alliance/dpa

Es sind die gleichen Bilder, wie in den Sommerferien. Und das, obwohl die Herbstferien in NRW noch nicht mal angefangen haben. An NRWs größtem Flughafen in Düsseldorf herrscht mal wieder Chaos.

Schon seit Donnerstagabend sind die Warteschlangen am Düsseldorf Airport wieder mehrere Hundert Meter lang. Ein Fluggast berichtet von einer Wartezeit von eineinhalb Stunden – und das nur bis zum Sicherheitscheck, berichtet die Rheinische Post. Am Flughafen der NRW-Landeshauptstadt ist die Piepenbrock-Tochter DSW im Einsatz. Eine Firmensprecherin wollte sich nicht zur aktuellen Situation äußern.

Weiter Personalmangel am Flughafen

Die Gewerkschaft Verdi hatte schon vor Wochen vor diesem Zustand gewarnt. Gewerkschafter Özay Tarim dokumentierte das Chaos bereits vor einer Woche mit dem Handy. Der Grund ist nach wie vor Personalmangel. Sowohl bei den Sicherheitskontrollen als auch bei der Gepäckabfertigung. Der Gewerkschafter fordert, eine staatliche Sicherheitsfirma zu gründen und diese an den NRW-Flughäfen einzusetzen. „Das gravierende Wartezeiten-Problem zeigt, dass privatwirtschaftliche Unternehmen den Herausforderungen nicht gewachsen sind.“ Eine staatliche Firma könnte bessere Arbeitsbedingungen bieten und hätte es daher bei der Suche nach Mitarbeitern leichter. Securitas und DSW böten bei der Einstellung ausschließlich Teilzeit-Verträge an, sagt Tarim. Das sei ein gravierender Fehler und ein Grund für die Personalnot.

NRW sollte sich ein Beispiel an Bayern nehmen, wo eine staatliche Firma für die Sicherheitschecks am Münchner Airport zuständig ist. „München stand in diesem Sommer viel besser da als die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn“, sagte der Gewerkschafter.

Die Fluggesellschaft Eurowings sieht die Probleme aus dem Sommer aber als gelöst. Sie berichtet dem WDR: „Obwohl es branchenweit aufgrund der Überlastung der Luftverkehrs-Infrastruktur weiterhin zu Engpässen (…) kommt, sehen wir insbesondere an den NRW-Flughäfen eine fortschreitende Normalisierung der Abläufe.“

Wenig und günstiges Personal

Die Gewerkschaft der Bundespolizei kritisiert, dass die Sicherheitsaufgaben an private Dienstleister ausgelagert wurde. Darunter leide die Qualität, denn diese Unternehmen arbeiten gewinnorientiert – sprich: mit möglichst wenig und möglichst günstigem Personal. Im Schnitt gebe es pro Schicht etwa 100 Mitarbeiter weniger, als es eigentlich von der Bundespolizei gefordert sei.

Die Flughäfen in NRW sind nach der Corona-Krise wieder im Aufwind. Im Juli hätten etwa 1,9 Millionen Fluggäste die Flughäfen genutzt und damit fast die Hälfte mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte das Landesstatistikamt mit. Doch sie sind nicht in der Lage, der hohen Passagierzahl gerecht zu werden.

Und wenn zum ersten Oktoberwochenende die Herbstferien in NRW starten, steigen die Passagierzahlen noch einmal deutlich an. Die Lage am Düsseldorfer Flughafen wird sich dann wohl noch weiter zuspitzen. Mit Blick darauf sagte Jens Flören, Sprecher der Bundespolizei: „Wir sind verhalten optimistisch, dass die Warteschlangen nicht allzu lang sein werden.“ Den Fluggästen empfiehlt er, zwei Stunden vor Abflug an den Sicherheitschecks zu sein.

mit dpa

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