Das Foto zeigt den Angeklagten und seine Verteidigerin Ina Klimpke. © Martin von Braunschweig
Prozess

Brutaler Überfall auf Ehepaar: Gericht schickt Täter ins Gefängnis

Fast sieben Jahre nach einem brutalen Raubüberfall hat das Dortmunder Landgericht den Täter verurteilt. Der Angeklagte hat die Tat bis zuletzt bestritten. Trotzdem muss er nun ins Gefängnis.

Der Räuber hatte am frühen Morgen des 25. April 2014 zunächst die Frau an der Haustür überwältigt, gefesselt und geknebelt. Anschließend hatte er stundenlang in dem Einfamilienhaus ausgeharrt, bis am Nachmittag auch der Mann nach Hause kam. Dieser wurde mit einem Baseballschläger verprügelt und ebenfalls gefesselt.

Der 45-jährige Angeklagte hat die Tat bis zuletzt bestritten. Noch in seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung beteuerte er seine Unschuld und sagte: „So war ich nie und so werde ich nie sein.“ Die Richter glaubten ihm jedoch kein Wort.

Angeklagter von Ex-Freundin schwer belastet

Der Angeklagte wird vor allem von seiner Ex-Freundin schwer belastet. Die Zeugin wohnte zur Tatzeit mit dem Mann zusammen in Bönen – und zwar nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt. Nach der Trennung hatte sie im Sommer 2020 bei der Polizei ausgesagt, sie könne sich noch genau an den 25. April 2014 erinnern. Ihr Freund sei stundenlang weg gewesen.

Und am Abend habe er sie schließlich gebeten, zwei wildfremde Autoschlüssel zu entsorgen, während er im Kamin einen Baseballschläger verbrannte. Dem Ehepaar waren bei dem Überfall die Autoschlüssel, etwa 560 Euro Bargeld und Kleidungsstücke geraubt worden.

Nach der Festnahme des Angeklagten hatte die Polizei außerdem seinen Computer ausgewertet und dabei die Internet-Suchanfragen aus 2014 wiederhergestellt. Der Mann hatte nicht nur Kabelbinder bestellt und nach Baseballschlägern gegoogelt. Auch über Möglichkeiten, sich zu maskieren hatte er im Internet recherchiert.

„Wir haben keine Zweifel, dass der Angeklagte der Täter ist“

Für die Richter blieb daher nur ein Schluss übrig: „Es war ein Indizienprozess, aber wir haben keine Zweifel, dass der Angeklagte der Täter ist“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Angeklagte war erst im Juni 2020 vom Dortmunder Amtsgericht wegen versuchten Versicherungsbetruges zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zur Überzeugung der Richter hatte er seinen linken Arm 2018 in Bönen absichtlich auf die Gleise gelegt und von einer Regionalbahn überfahren lassen.

Zuvor hatte er seine Extremitäten bei verschiedenen Versicherungsunternehmen für viele Millionen Euro versichert. Der Arm musste amputiert werden, das Geld wurde dennoch nicht ausgezahlt. Auch diesen Betrug hatte die Ex-Freundin nach der Trennung bei der Polizei aufgedeckt.

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