971 Hunde wurden im Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen bei Tierversuchen eingesetzt, 94 von ihnen haben das nicht überlebt. © Foto: Vijeshwar Datt (unplash, Symbolfoto)
Tierversuche

94 Hunde und 739 Kaninchen starben in einem Jahr bei Tierversuchen in NRW

Fast 300.000 Tiere wurden 2019 bei Tierversuchen in NRW eingesetzt. 25.497 Tiere haben die Versuche nicht überlebt und starben. Darüber hinaus wurden mehr als 100.000 Tiere bewusst getötet.

Es sind erschreckend hohe Zahlen, die das Land Nordrhein-Westfalen in der dritten Januarwoche veröffentlichte. 296.956 Tiere wurden im Jahr 2019 bei Tierversuchen in Nordrhein-Westfalen eingesetzt., darunter 971 Hunde, 204 Katzen, 32 Pferde und Esel, 1.838 Javaner-Affen und 22 Goldhamster.

Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der fraktionslosen Abgeordneten Alexander Langguth und Marcus Pretzell hervor.

Mäuse und Ratten stellen den größten Anteil

Den Großteil der eingesetzten Versuchstiere machen Mäuse (221.981), Ratten (30.041) sowie die als Aquariumsfische bekannten Zebrabärblinge (24.853) aus.

Mehr als 90 Prozent der eingesetzten Tier überlebten die Versuche in den Laboren, aber 25.497 Tiere starben auch, wobei das Land diese Tatsache etwas anders ausdrückt. Es überschreibt die Aufzählung der bei Versuchen gestorbenen Tiere mit „Keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“. In diese Kategorie fallen auch 94 Hunde, 26 Schafe, 289 Schweine, 739 Kaninchen und 55 Meerschweinchen. Außerdem erlitten 8.376 Tiere schwere und 84.879 Tiere „mittlere“ Schäden.

Nicht nur bei Versuchen starben Tiere für die Wissenschaft

Allerdings starben im Dienste der Wissenschaft noch weit mehr als die 25.497 Tiere, die die Versuche nicht überlebt haben. Tiere wurden auch ganz bewusst für die Forschung getötet. Ihre Zahl gibt das Land für das Jahr 2019 mit 133.206 an. Dabei handelt es sich um Tiere, die ausschließlich getötet wurde, um ihre Organe oder Gewebe zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden. Das heißt: Sie starben nicht bei einem Versuch, sondern wurden bewusst getötet, wenn etwa zu Ausbildungszwecken einzelne Organe untersucht werden sollen.

Das Tierschutzgesetz erlaubt das, macht allerdings strenge Vorgaben, wenn es hierbei um Hunde, Katzen und Affen geht. Sie dürfen für wissenschaftliche Zwecke nur getötet werden, wenn sie extra für diesen Zweck oder für Versuche gezüchtet wurden. Allerdings gibt es auch dabei genehmigungspflichtige Ausnahmen, wenn Zuchttiere die wissenschaftlichen Erfordernisse nicht erfüllen können.

Wie das Land berichtet, werden im laufenden Jahr 2021 erhebliche Mittel zur Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen bereitgestellt. Unter anderem soll die Uni Münster 284.000 Euro für die Etablierung einer entsprechenden Professur im Fachbereich Biologie erhalten.

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Redakteur
Ulrich Breulmann, Jahrgang 1962, ist Diplom-Theologe. Nach seinem Volontariat arbeitete er zunächst sechseinhalb Jahre in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, bevor er als Redaktionsleiter in verschiedenen Städten des Münsterlandes und in Dortmund eingesetzt war. Seit Dezember 2019 ist er als Investigativ-Reporter im Einsatz.
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